
Der Vorstand der „Humanitären Cuba Hilfe Bochum“ schreibt: Dr. Klaus Piel, unser Vorsitzender und Gründungsinitiator der „Humanitären Cuba Hilfe Bochum“, ist am 22.11.2025 gestorben. Wir alle sind sehr, sehr traurig. Klaus hat jahrzehntelang mit großer Kraft und Liebe praktische Hilfe für Kuba organisiert und begleitet, nicht nur im medizinischen Bereich wie jüngst in der Aktion Herzschrittmacher für Kuba. Heute fördern wir medizinische, soziale und künstlerische Projekte in Pinar del Río, Havanna und Santiago.
Sein Engagement begann vor 30 Jahren, als Kuba mit dem Ende der Sowjetunion seinen wichtigsten Handelspartner verlor und 85 % des Handels zusammenbrach. Klaus machte mit seiner Familie auf Kuba Urlaub und erlebte, dass hervorragend ausgebildete Ärzte Konferenzen darüber führen mussten, wem sie die wenigen Antibiotika verabreichen würden. Als die kleine Tochter von kubanischen Freunden an Lungenentzündung starb, weil es keine Medikamente gab, war dies der Tropfen, der für Klaus das Fass zum Über-laufen brachte. Er gründete gemeinsam mit anderen Ärzten und Bürgern aus dem Ruhrgebiet die HCH, um Kuba in dieser schwierigen Phase zu unterstützen und die völkerrechtswidrige Blockade der USA zu bekämpfen. Zahlreiche Projekte, vorwiegend im medizinischen Bereich wurden zunächst in der Provinz Holguin, ins Leben gerufen. Krankenhäuser wurden z.B. mit Betten, Röntgengeräten und Dialysegeräten ausgestattet. Die ehemalige Mensa der Ruhr-Universität Bochum ist in der Provinz Holguin in drei Krankenhausküchen wiederzufinden. Nicht ohne Stolz bilanzierte er unsere Hilfe für Kuba mit weit über 100 großen Containern.
Als Arzt begeisterte ihn die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung Kubas und das besondere Engagement der kubanischen Ärzte. So nutzte Klaus jede Möglichkeit um innerhalb und außerhalb Deutschlands für die gemeinsame Sache zu wirken. Er engagierte sich deshalb auch im Vorstand von MediCuba Europa.
Klaus Wertschätzung in Kuba ist groß. Zuletzt an seinem 75. Geburtstag, am 12.1.24 wurde ihm die Medalla de la Amistad im Auftrag des Präsidenten Kubas Miguel Díaz Canel in der kubanischen Botschaft in Berlin verliehen.
Er bleibt Vorbild und Ansporn für uns, aber es wird schwerer ohne ihn.
Er hat sich gegen den „Raubtierkapitalismus“ (Jean Ziegler) des globalen Nordens eingesetzt und die Solidarität, die Zärtlichkeit der Völker, gelebt. Mit Pablo Neruda sagen wir:
Wir verkörpern das Meer,
das immerwährende,
die Feste der Hoffnung,
eine Minute Dunkel macht uns nicht blind,
keine Agonie wird uns zu Tode bringen.
Lieber Klaus, vielen vielen Dank. Wir geben die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht auf und führen dein humanistisches Projekt weiter.
Bochum, 23. November 2025
Der Vorstand der HCH e.V.
Walter Groß, Regina Groß, Ulrich Böcker, Gisela Rudnick
Nachruf vom Netzwerk Cuba
Wir trauern um Klaus als einen aufrechten, höchst engagierten compañero, der in kritischen Zeiten fest und solidarisch an der Seite des sozialistischen Cubas stand und einen großen Beitrag in unserer Solidaritätsbewegung geleistet hat.
Sein professionelles und zuverlässiges Engagement wurde in Cuba sehr geschätzt und gewürdigt.
Wir verlieren mit Klaus einen außerordentlichen langjährigen Aktivisten der Cuba-Solidarität, der die HCH – Humanitäre Cubahilfe e. V. mitgegründet und ganz maßgeblich vorangebracht hat. Die weit über einhundert Container, vollbepackt mit wertvollen und lebenswichtigen Geräten, Materialien und Rohstoffen, sind eine außerordentliche Leistung.
Klaus war mehrere Jahre im Vorstand unseres Netzwerk Cuba aktiv, und vor allem ist sein Engagement im Vorstand von mediCuba Europa hervorzuheben, wodurch die europäische Vernetzung von materieller und politischer Solidarität bestmöglich praktiziert werden konnte. Klaus schrieb viele informative Artikel, hielt motivierende Vorträge, war politisch breit interessiert und engagiert, und informierte uns alle als Internationalist und Antifaschist mit wichtigen Nachrichten.
Für Klaus gelten die weisen Worte von Bertold Brecht, die gerade auch in Cuba musikalisch verbreitet sind:
Es gibt Menschen, die kämpfen einen Tag, und sie sind gut.
Es gibt andere, die kämpfen ein Jahr und sind besser.
Es gibt Menschen, die kämpfen viele Jahre und sind sehr gut.
Aber es gibt Menschen, die kämpfen ihr Leben lang:
Das sind die Unersetzlichen.— Bertold Brecht
Klaus war ein unermüdlicher Kämpfer für eine bessere gerechtere Welt.
Klaus ist nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen. Der Vorstand des Netzwerk Cuba trauert um einen immer aktiven, hilfsbereiten und mit Cuba solidarischen compañero.
Unsere Anteilnahme gilt ganz besonders seiner Frau Regina und den engen Freunden und Angehörigen.
In tiefer Trauer
Klaus Piel presente!
Nachruf vom Instituto Cubano de Amistad con los Pueblos
Der Nachruf als Original.
Die Übersetzung:
Havanna, 23. November 2025
„Jahr 67 der Revolution”
Dr. Regina Mertens
Ehefrau des lieben Freundes Klaus Piel
Weitere Familienangehörige, Freunde und Mitglieder der humanitären Cuba Hilfe
Mit aufrichtiger Trauer und tiefem Schmerz übermitteln wir diese Beileidsbekundung angesichts des unersetzlichen Verlustes von Dr. Klaus Piel, einem großen Freund Kubas und des ICAP. Der Tod hat uns einen außergewöhnlichen Menschen genommen, der sich seit 1996 für die kubanische Sache einsetzte und sie zu seiner eigenen machte, indem er wichtige Beiträge in Schlüsselbereichen wie dem Gesundheitswesen, der Sozialversicherung, der Kultur und der wissenschaftlichen Entwicklung leistete.
Wir werden niemals seinen persönlichen Einsatz für meine Rückkehr und die meiner vier Gefährten vergessen, ebenso wenig wie das in Bochum errichtete Wandbild, das die Solidarität von HCH widmet ist, noch seine aktive Rolle als Vorstandsmitglied von MediCuba Europa. Wir danken ihm für seinen Einfluss zugunsten Kubas in medizinischen Berufsverbänden und bei lokalen Behörden in Bochum, durch den er es geschafft hat, die politische Unterstützung für die kubanische Revolution mit wertvollen Maßnahmen der solidarischen Zusammenarbeit und Spenden zu verbinden, die alle für unser Volk eine große Hilfe waren.
Kuba und das ICAP werden ihm auf ewig dankbar sein. Er ist einer der Unverzichtbaren, an den wir uns wegen seiner Bescheidenheit und seines tiefen Engagements für unser Werk immer erinnern werden. Kurz vor dem 30-jährigen Jubiläum der Gründung der Humanitären Cuba Hilfe im Jahr 2026 und in Anerkennung seines umfangreichen Wirkens bitten wir die übrigen Mitglieder von HCH, die von Klaus begonnene Arbeit fortzusetzen, damit Bochum weiterhin ein Vorbild für praktische Solidarität mit Kuba im Gesundheitswesen bleibt, inmitten der wirtschaftlichen Erstickung, der unser Volk infolge der Verschärfung der imperialistischen Politik, die uns vernichten will, ausgesetzt ist.
Flieg hoch, Bruder Klaus. Die ICAP-Familie empfindet deinen Tod als ihren eigenen, würdigt das Beispiel, das du uns hinterlässt, und wird dein solidarisches Vermächtnis immer in Ehren halten.
Mit brüderlichen Grüßen
Fernando González Llort
Abel Morejón Galá:*
Ein Freund, ein Bruder, ein Vater, ein großartiger Mensch ist von uns gegangen. Aber es war so, wie die, die nicht gehen können, die diese Welt niemals verlassen können, weil die Welt für Menschen wie ihn zu klein ist. Denn er wusste, wie man eine größere Welt voller Güte, Liebe, Freundschaft, Kameradschaft, Vertrauen, Solidarität schafft … die uns unmöglich verlassen kann. Die Ewigkeit gehört ihm. Und wenn jemand mit so viel positiver Kraft in das Leben anderer Menschen vordringt, ist es unmöglich, dass er fortgeht. Er wird jeden Tag ein Stück näher sein, denn er wird in jedem Traum bleiben, den er mit seiner Kraft und seiner Großzügigkeit geschaffen hat. Ruhe in Frieden, lieber Vater, Kollege, Bruder, Freund Dr. Klaus Piel. Deine Träume, Brücken der Solidarität zu bauen, werden weiterleben, so wie die Winterwinde weiterwehen, die Flüsse weiterfließen, die Sonne am unendlichen Himmel weiter scheint und die Blätter im Herbst weiterfallen. Vielen Dank, dass du da warst und daran geglaubt hast, dass mit Willenskraft und Liebe alles möglich ist!!!!
*Abel Morejón Galá hat u.a. die beiden Wandgemälde an der Alleestraße und in Gerthe wesentlich mitgestaltet.
Nachruf von Volker Hermsdorf in der Jungen Welt:
Dem hippokratischen Eid verpflichtet