Samstag 20.09.25, 08:29 Uhr

Mit Kindertransporten glücklich gerettet?


Das Fritz Bauer Forum lädt am Donnerstag, den 25. 9. um 18 Uhr zu einem Vortrag von Maria Jäger 1938/39 ein über „Die Kindertransporte 1938/39 nach Großbritannien“: »Zwischen den Novemberpogromen und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs werden etwa 10.000 Kinder zwischen drei und 17 Jahren mithilfe der sogenannten „Kindertransporte“ nach Großbritannien gebracht, um sie vor dem antisemitischen Terror zu retten. Die Kinder müssen ohne ihre Familien nach Großbritannien reisen, wo sie in Heimen oder Pflegefamilien unterkommen. Sie können sich in der Regel überhaupt nicht verständigen und viele von ihnen wechseln ihre Umgebung in der folgenden Zeit mehrfach. Von Forschung und Öffentlichkeit werden ihre Erlebnisse viele Jahrzehnte ignoriert.

Der Vortrag bricht mit der verbreiteten Darstellung dieser Kinder als die „glücklich Geretteten“ und beleuchtet die Komplexität ihrer Erlebnisse im Detail. Es wird außerdem der Frage nachgegangen, welche Wege die damaligen Kinder heute finden, im autobiographischen Erzählen ihre weit vergangenen und doch bis heute fortwährenden Erlebnisse zu be- und verarbeiten. Wie handeln sie erzählerisch die Ambivalenzen zwischen Lebensrettung und potenzieller Traumatisierung aus? Was können wir anhand ihrer Geschichten über die Folgen von sequenziellem und sozial zugefügtem Leid lernen?

Maria Jäger ist Sozialwissenschaftlerin und promovierte an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum zu den Kindertransporten.«

Donnerstag, 25. 9., 18 Uhr
Fritz Bauer Forum, Feldmark 107, 44803 Bochum
Eintritt frei