Donnerstag 04.09.25, 15:14 Uhr
Das war Rot-Grün in Bochum (32)

Ende-aus-vorbei – der jahrelange Kampf um das Hallenfreibad in Höntrop


„Am 10. Oktober 2024 haben SPD, Grüne und CDU im Stadtrat das Sprungvergnügen von Bochums einzigem 10-m-Turm für immer beendet. Trotz des breiten Votums der Bürgerschaft verliert Bochum damit nicht nur das Höntroper Freibad.“ schrieben die ‚Freundinnen und Freunde des Hallenfreibads Höntrop‘ (FuF) nach der alles entscheidenden Ratssitzung.

Das Problem

Gebaut in den 1970er Jahren, wurden nötige Instandhaltungsmaßnahmen des Bades lange verschleppt. Aus Sorge vor den hohen Kosten stand Rot-Grün im Rathaus auf der Bremse, ein privater Betreiber konnte nicht gefunden werden und in der Zwischenzeit lernten immer weniger Kinder schwimmen. Nur weil der Sprungturm ein architektonisches Sahneschnittchen war, wurde er 2012 für 280.000 € saniert.

Die Rettung?

2014 gründete sich die Bürgerinitiative zur Rettung des sehr beliebten Hallenfreibads, sammelte Unterschriften und forderte die Stadt auf, Fördermittel aus einem Sanierungsprogramm zu beantragen. Sie warb mit kreativen Aktionen wie kostenlosem FREISCHWIMMEN um Aufmerksamkeit. Ein Brand im Keller des Hallenbades führte dazu, dass es nach 2016 nie mehr geöffnet wurde.

Nachdem lange nichts passierte, wurden die öffentlichen Bäder aus der Stadtverwaltung ausgegliedert und eine Bädergesellschaft eingerichtet – die ‚Wasserwelten‘. Ab jetzt musste das Bad sich rentieren, die Unterhaltungskosten gesenkt werden. Schnell als zu teuer identifiziert: der Außenbereich, der Sprungturm auch.

Ende 2020 wurde das Hallenbad für einen Neubau abgerissen, fünf Jahre später wird immer noch nicht gebaut. Im Februar 2022 startete FuF die Petition ‚Rettet das Hallen- und Freibad Höntrop!‘

Schon im März hatte der Verein 5000 Unterschriften gesammelt, im November war das Engagement der BI Thema im WDR „Wir sind jetzt 8.000, wann werden wir gehört?“

Juni 2023: 10.000 Unterschriften und jede Menge gute Ideen zur Rettung des Bades, aber ernsthafte Gespräche wurden FuF verweigert.

Das Ende

2024 wurde klar: der Aufsichtsrat der Wasserwelten (mit OB Eiskirch als Vorsitzendem) will das gesamte Freibad plattmachen – Bochums einziger ikonischer 10-m-Sprungturm soll eine ‚Zukunft‘ als Rutschenturm bekommen – mit Sand drunter.

Bis die Bagger rollten, hat sich die BI mit kreativen Aktionen, enorm viel Expertise und großem Engagement mit starkem Rückhalt in der Bürgerschaft über 10 Jahre für den Erhalt des Hallen-Freibads Höntrop eingesetzt – doch alle Vorschläge wurden von Rot-Grün abgelehnt.

Trotz dieses ausgesprochen frustrierenden Ergebnisses haben sich die ‚Freundinnen und Freunde des Hallenfreibads Höntrop‘ FuF einstimmig für den Fortbestand des Vereins und die Weiterverfolgung des Vereinszwecks entschieden. „Schließlich wollen wir es noch erleben, dass in Höntrop wieder geschwommen werden kann, und zwar in dem versprochenen, zukunftsfähigen Parkhallenschwimmbad. Aber auch die von uns aufgebauten Strukturen, untereinander wie nach außen, sind uns einfach zu wertvoll, als dass wir sie im zehnten Vereinsjahr hätten aufgeben wollen.“ so FuF.

Wer mehr Infos haben oder mitmachen möchte, wird fündig unter https://schwimmeninhoentrop.de/

Die Serie „Das war Rot-Grün in Bochum“ wird hier dokumentiert