Gut zwei Jahre ist es her, dass VVN-BdA und Bündnis gegen Rechts eine Anregung. wie sie in der Gemeindeordnung vorgesehen ist, an den Kulturausschuss der Stadt Bochum gerichtet haben. Die Anregung, endlich an der Stelle der ehemaligen Pluto-Garagen am Nordring eine Erinnerungstafel anzubringen, wurde fünf Monate später bis auf eine Gegenstimme abgelehnt. In den Gebäude befand sich die Zentrale der Bochumer SS. Hierher wurden widerständische Menschen verschleppt, gefoltert und ermordet. Begründet wurde die Ablehnung der Gedenktafel „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ mit dem Verweis auf die Bochum Strategie 2030, in der die Kernaktivität „Erinnern statt Vergessen“ einen Platz zumindest als Absichtserklärung gefunden hat.
Schaut man auf der Webseite der Stadt Bochum nach dem Stand der Dinge in der Bochum-Strategie, findet man diese „Kernaktivität“ im Abschnitt „Hotspot der Livekultur“, neben u.a. „Kulturraum für Kreative“, „Starke freie Kultur“, „Wortfestival“ etc. an 12. Stelle und nicht behandelt, geschweige denn abgeschlossen. Passt da die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Faschismus wirklich hin? Ob an der richtigen Stelle angesiedelt oder irgendwo reingequetscht, weil Erinnerungen und Gedenkorte auch irgendwie dazu gehören, ist egal. Fest steht, dass bis 2030 noch 5 Jahre vergehen. Vielleicht gibt es im jetzt neu zu wählendem Stadtrat ja eine Mehrheit, die das Erinnern an den Folterort nicht in den 2030 zu wählenden übernächsten Rat verschieben wird.
Textvorschlag für eine Tafel
Beschlussvorlage der Verwaltung
Am Nordring haben Nazis gefoltert
Rede von Uli Borchers
Die Serie „Das war Rot-Grün in Bochum“ wird hier dokumentiert
In der Bochum Strategie 2030 gibt es mehrere Dutzend Kernaktivitäten. Eine davon ist „Erinnerungskultur und Stadtgeschichte“. Sie taucht als Punkt 12 unter den Hotspots der Live-Kultur auf.
