Freitag 15.08.25, 21:19 Uhr
Das war Rot-Grün in Bochum (11)

Verweigerte Erinnerungsarbeit


Ein besonders peinliches Kapitel rot-grüner Politik in Bochum ist die Form, wie sich die Stadt der Verantwortung für eine würdige Erinnerungsarbeit verweigert, bzw gezwungen werden muss, das Thema ernst zu nehmen. Selbst als sich die prominentesten Bochumer SPD-Historiker:innen unter Führung von Bernd Faulenbach dafür einsetzten, dass das Gebäude des ehemaligen Bochumer Nordbahnhofs, von dem die jüdischen Bochumer Bürger:innen in den Tod geschickt wurden, zum Gedenkort wird, ist das gescheitert. In einem winzigen Raum in dem Gebäude erinnert die Initiative Nordbahnhof an die Geschichte des Ortes. Ebenso unwürdig ist, wie die Stadt in den letzten Jahrzehnten mit dem ehemaligen Zwangsarbeiterlager an der Bergener Straße umgegangen ist.

Auf der Webseite der Stadt steht immerhin inzwischen: „Das ehemalige Lager Bergener Straße ist mit seinen bis heute erhaltenen Gebäuden ein seltenes Zeugnis der NS-Zwangsarbeit im Ruhrbergbau“. Es wurde zwar vor 22 Jahren unter Denkmalschutz gestellt, aber seitdem verfallen gelassen.

Erst als unübersehrbar war, dass die Stadt als Besitzerin der Gebäude gegen alle Vorschriften des Denkmalschutzes verstößt, gab es Überlegungen das Projekt zu sanieren. Aber die Bereitschaft aus diesem „seltenen Zeugnis“ einen Gedenkort zu machen, war gering.

Die vom Bochumer Bündnis gegen Rechts angeregte Initiative „Gedenkort Bochum-Bergen“ hat in den letzten fünf Jahren mit einer beeindruckenden Arbeit maßgeblich so viel öffentlichen Druck erzeugt, dass jetzt beschlossen wurde, doch eine ernsthafte Gedenkstätte aus dem Ort zu machen.
In dieser Serie, die kritisch rot-grüne Politik betrachtet, muss anerkennend berichtet werden, dass es neben dem Linken Bezirksvertreter wichtige SPD-Politiker:innen im Bochumer Norden gibt, die sich sehr überzeugend für eine würdige Gedenkstätte einsetzen.

Die Reihe „Das war Rot-Grün in Bochum“ wird hier dokumentiert.