Mittwoch 26.01.22, 08:58 Uhr

Dokumentarfilme: Stranger Than Ficton


Am Freitag, den 28.01. startet im endstation.kino die 24. Ausgabe des Stranger Than Ficton Dokumentarfilmfest. In Langendreer ist eine Auswahl an internationalen Dokumentarfilmen zu sehen. Im Anschluss an die Vorstellungen sind täglich, außer Freitag, die Filmemacher:innen für ein Gespräch im Kino zu Gast.
Das Programm:

Monobloc

Ab Donnerstag, 27.01. auch im regulären Programm des endstation.kinos zu sehen. Der Monobloc ist das meistverkaufte Möbelstück aller Zeiten. Weltweit soll es eine Milliarde Exemplare des stapelbaren, in Deutschland oft weißen Plastikstuhls geben. Für viele ist er der Sündenfall eines Möbelstücks und dennoch hat er Designgeschichte geschrieben. Er ist der weltweit meistverkaufte Einrichtungsgegenstand, leicht, stapelbar und billig. Auf den Spuren des Monobloc ist das Team um Regisseur Hauke Wendler um die halbe Welt gereist – von von Europa über Nordamerika und die Slums in Brasilien bis in die Megastädte Indiens und die Savanne Ugandas. Wendler hat erstaunliche Geschichten entdeckt und bemerkenswerte Menschen getroffen. Was auf der Strecke geblieben ist, ist ein eurozentrisches Denken zugunsten eines Blicks, der durch eine überraschend vielfältig eingesetzte Sitzgelegenheit die Welt mit anderen Augen sieht. Ein spannend und unterhaltsam umgesetzter Beitrag zum Thema Globalisierung.

We Are All Detroit

Samstag, 29.01., 17.00 Uhr, mit Filmgespräch Ulrike Franke und Michael Loeken werfen immer wieder genaue und emphatische Blicke auf ihre Protagonisten. In ihrem neuesten Film beleuchten sie die Parallelen zwischen zwei Städten auf verschiedenen Kontinenten: Bochum im Ruhrgebiet und Detroit im Rust Belt der USA. Beide Städte wurden von der Autoindustrie geprägt. Und sowohl der Beginn als auch das Ende der Autoindustrie in Bochum wurden in Detroit besiegelt. Hier wie da sind die Menschen nach dem Ende des Industriezeitalters auf der Suche nach einer neuen Identität. Die Zuschauer lernen sowohl die Bewohner der beiden Städte kennen, deren Lebensrealität von den Entwicklungen bestimmt wird, als auch die Planer, Wissenschaftler und Politiker, die alle große Versprechungen für eine mehr als ungewisse Zukunft verkünden. Trotz aller Unterschiede verbindet die Menschen in Bochum wie in Detroit das Verlangen nach einem würdevollen und glücklichen Leben, und die filmische Reise durch die beiden Städte wird zu einer Reise in die Herzen ihrer Menschen.

La Cen

Sonntag, 30.01., 17.00 Uhr, mit Filmgespräch

La Cenist ein Porträt einer kleinen Stadt in Kuba, die einst errichtet wurde zum Bau des wohl größten Projektes in der Ära von Fidel Castro – „das Bauwerk des Jahrhunderts“, der erste Atomreaktor in der Karibik. Vier Protagonisten geben einen Einblick in ihren Alltag in der „Nuklearstadt“, zwischen den verstaubten Träumen des technischen Fortschritts und den Sehnsüchten der Gegenwart. Eine bitter-süße kubanische Geschichte. The Good Soldier

Dienstag, 01.02., 20.00 Uhr, mit Filmgespräch

Die NGO „Breaking the Silence” – kurz BtS – besteht aus ehemaligen israelischen Soldaten und Soldatinnen, die durch das Sammeln persönlicher Erinnerungsberichte auf den militärischen Alltag und den Umgang mit der Bevölkerung in den besetzten Gebieten aufmerksam machen wollen. Die Regisseurin Silvina Landsmann ermöglicht mit ihrem Film einen Blick hinter die Kulissen einer umstrittenen Gruppierung mit einem kontrovers diskutierten Ansatz inmitten eines über 70 Jahre schwelenden Konflikts.

Lo que queda en el camino

Mittwoch, 02.02., 20.00 Uhr, mit Filmgespräch

2018 machten sich Tausende Menschen aus Lateinamerika auf den Weg. Gemeinsam flohen sie vor Perspektivlosigkeit, Armut und Gewalt Richtung USA. Auch die alleinerziehende Mutter Lilian aus Guatemala wagte es, ihren gewalttätigen Ehemann zu verlassen. Die Karawane war ihre einzige Chance, den Kraftakt zu schaffen. Dennoch: 4.000 Kilometer mit vier kleinen Kindern zu Fuß, per Anhalter und auf „La Bestia“, dem Güterzug gen Norden, bleiben lebensgefährlich.