Mittwoch 20.01.21, 15:53 Uhr

Taxi zum ÖPNV-Preis


In einer Mitteilung der Fraktion „Die Partei & Stadtgestalter“ von heute wird gefordert, älteren Menschen und Vorerkrankten die Möglichkeit zu geben, sich besser gegen eine Corona-Infektion schützen zu können. Dazu sollen für Risikogruppen die Taxifahrten zum ÖPNV-Preis ermöglicht werden, um überfüllte Busse und Bahnen meiden zu können. Konkret heißt es, dass die Differenz zwischen regulärem Taxipreis und dem Kostenbeitrag in Höhe einer Einzelfahrt der Preisstufe A von der Stadt übernommen werden soll, so wie es auch in Tübingen und Konstanz gemacht wird. Die Fraktion will in der Ratssitzung am 4.2.2021 einen entsprechenden Antrag einbringen.

Als Begründung wird ausgeführt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Corona-Infektion einen schweren bis tödlichen Verlauf nimmt bereits ab dem 50. Lebensjahr steigt. Laut RKI sind 86% der an Covid-19 Verstorbenen 70 oder älter. Die Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weisen daher darauf hin, dass besonders ältere Menschen die Abstandsregeln einhalten sollen. Für Menschen, die aus ökonomischen oder gesundheitlichen Gründen weder mit dem Rad noch mit dem Auto fahren können, bleiben für wichtige Wege nur Busse und Bahnen. Diese stellen mit ihren geschlossenen Räumen aber ein besonderes Infektionsrisiko dar. Auch die Abstandsregeln können im ÖPNV oftmals nicht sicher eingehalten werden.

Es wird verwiesen auf Städte wie Tübingen und Konstanz, die ein solches Angebot bereits eingerichtet haben: “Die Differenz zwischen Taxipreis und Kostenbeitrag trägt die Stadtkasse. In Konstanz, wo Senioren dieses Angebot nutzen können, werden dazu 1.000 Euro pro Tag angesetzt. Davon ausgehend wäre für eine Stadt wie Bochum, die vier Mal so viele Einwohner hat, pro Monat in etwa 135.000 EUR Zuschuss notwendig, um ältere Menschen ein Corona-Taxi anbieten zu können. In so eine Maßnahme wäre Geld auf jeden Fall besser investiert, als in Werbeplakate der WIR-Kampagne oder für Subvention von Parktickets.