Freitag 20.11.20, 11:52 Uhr

DGB Bochum: Solidarität statt Verschwörung! 1


Am Samstag, 21. November hat die Gruppierung „querdenken 234“ eine Kundgebung auf dem Kirmesplatz in Bochum angemeldet. Der DGB Bochum und das Bochumer Bündnis gegen Rechts haben eine Veranstaltung als Gegenprotest angemeldet: »Aufgrund der Corona-Situation ist es nicht unser Anliegen, möglichst viele Menschen zu mobilisieren, sondern eine deutliche Ablehnung der querdenken-Kundgebung zu zeigen. „Unsere Position ist, dass auch für Protestaktionen gelten sollte, unnötige soziale Kontakte zu vermeiden. Deshalb mobilisieren wir keinen individuellen Protest, sondern bitten viele Initiativen und Organisationen mit Transparenten deutlich zu machen, wie breit der Protest ist. Dies ist für uns eine schmerzliche Beschränkung. Sie soll aber deutlich machen, dass wir die Gefährdung durch die Pandemie ernst nehmen“, stellt Stefan Marx, der Geschäftsführer des DGB Ruhr-Mark, klar.

„Keine Frage: Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut – auch und gerade für uns Gewerkschaften. Denn es ist elementare Voraussetzung für gewerkschaftliche Politik“, erklärt Bettina Gantenberg, Vorsitzende DGB Bochum. „Aber: Wer bewusst ohne Schutzmaske demonstriert, das Virus leugnet oder dicht an dicht steht, wird dazu beitragen, dass die Pandemie nicht verschwindet. Das ist in im höchsten Maße respektloses Verhalten den Menschen gegenüber, die uns tagtäglich – mit hohem Risiko für die eigene Gesundheit – vor dem Virus schützen, unsere Versorgung gewährleisten und die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten. Wir müssen sie unterstützen, wo immer möglich! Ob Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, die Kassiererinnen und Kassierer im Supermarkt, die Einsatzkräfte bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, die Beschäftigten bei Ver- und Entsorgungsdiensten, LKW- und Bus-Fahrerinnen und -Fahrer oder das Zugpersonal – sie alle verdienen unseren Respekt und unsere Solidarität!“

„Hinzu kommt, dass die Demonstrierenden Felder besetzen, an die Rechtsextreme anknüpfen können. Oftmals sind die Themen ohnehin schon zentrale Bestandteile eines rechtsextremen Diskurses: So tauchen bei den Demonstrationen zahlreiche antisemitische Anspielungen auf“, so Marx. „Hier gilt es, deutlich Flagge zu zeigen gegen Hass und Hetze. Aber in diesen Zeiten bitte verantwortungsvoll und entsprechend der aktuellen Pandemiesituation, um uns alle und insbesondere die Schwächsten in unserer Gesellschaft zu schützen.“

Unser Konzept sieht vor, dass 1-2 Vertreter*innen von Organisationen, Gruppen, Vereine, etc. mit sichtbaren Transparenten teilnehmen. Die aktuelle Auflistung der unterstützenden Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge):

attac/occupy Bochum
AWO Kreisverband Bochum
Bahnhof Langendreer
Bochumer Friedenplenum
Bochumer Klimaschutzbündnis
Bochumer Forum für Antirassismus und Kultur
Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit
Bündnis gegen Rechts
Bündnis Herne
Bündnis 90/Die Grünen
DFG-VK
DGB Bochum
DGB Herne
DGB Ruhr-Mark
DIDF
Die Linke
Essen stellt sich quer
Fraktion Die Linke
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Grüne Jugend Bochum
Internationaler Frauenverband/DIDF
Kinder- und Jugendring Bochum
Kuratorium Stelen der Erinnerung
Langendreer und Werne gegen Nazis
Medizinische Flüchtlingshilfe
Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e. V.
Omas gegen Rechts
Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung
Seebrücke
Treffpunkt Asyl
ver.di Mittleres Ruhrgebiet
VVN-BdA


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Ein Gedanke zu “DGB Bochum: Solidarität statt Verschwörung!

  • Carsten Krinke

    Wer bewusst COVID-19 ignoriert, ohne Schutzmaske demonstriert, wird unverantwortlich und egoistisch dazu beitragen, dass die Pandemie sich ausbreitet! Das ist in im höchsten Maße respektloses Verhalten gegenüber allen Mitbürgerinnen und vor allem den Menschen, die gegen die Pandemie tagtäglich ankämpfen. Wer sich mit Rechten vereint, steht am Rande der Demokratie. Danke, dass hier viele deutlich Flagge zu zeigen!