Sonntag 25.11.18, 16:20 Uhr

Mahnwache für die Toten



Etwa hundert Menschen sind am Samstag dem Aufruf der Seebrücke Bochum gefolgt, öffentlich auf dem Kurt-Schumacher-Platz der Opfer der europäischen Abschottungspolitik zu gedenken. Die Initiative schreibt dazu: „Wir sind traurig. Wir sind wütend. Am 24.11. haben wir in Bochum öffentlich der Toten an den europäischen Außengrenzen und auch der anderen Opfer der Abschottungspolitik gedacht. Wir laden alle dazu ein: Nehmt euch die Zeit, um dieses Video anzusehen. Teilt es gerne und verbreitet es weiter, damit wir gemeinsam ein starkes Zeichen senden: Schluss mit dieser mörderischen Politik – das Sterben muss aufhören!
Die Mahnwache in Bochum steht nicht alleine. Wie bei uns gab es an diesem Wochenende ähnliche Kundgebungen mindestens in: Berlin, Bremen, Erfurt, Esslingen, Freiburg, Gießen, Göttingen, Graz, Hamburg, Hannover, Hildesheim, Kassel, Kiel, Lübeck, Lüneburg, Mannheim, München, Münster, Oberhausen, Oldenburg, Plauen, Pinneberg, Reutlingen, Salzkotten, Wildeshausen.
Die Menschen, um die wir trauern, haben Sicherheit und ein besseres Leben in Europa gesucht, doch sie fanden den Tod. Die größte Gruppe unter ihnen sind die Ertrunkenen im Mittelmeer. Und das Sterben geht weiter: Durch die Verweigerung sicherer Fluchtwege und durch die Behinderung der freiwilligen Seenotrettung. Die Tode dieser Menschen auf der Flucht wiegen besonders schwer, denn sie waren vermeidbar. Ihr Sterben ist kein Unglück. Menschen, denen Hilfe bewusst verweigert wird, sterben nicht einfach, sondern sie werden getötet.
Wir gedenken dieser Menschen, die unsere Freund*innen und Nachbar*innen sein könnten, aber den Weg zu uns nicht überlebt haben. Wir sind zugleich unfassbar wütend über die tödliche Abschreckungpolitik an den europäischen Grenzen.
Vom 28. bis 30. November findet in Magdeburg die Innenministerkonferenz statt. Hier kommen die Verantwortlichen für die Grenz- und Migrationspolitik Deutschlands zusammen: Der Bundesinnenminister und seine 16 Kollegen aus den Bundesländern. Die Teilnehmer*innen haben ihnen zum Ende der Mahnwache eine gemeinsam gesprochene Botschaft gesendet.“