Mittwoch 10.10.18, 16:50 Uhr

Gedenken an die Reichspogromnacht

Die traditionelle jüdische Sabbatfeier beginnt am Freitagabend. Die alljährlich am 9. November stattfindende Gedenkveranstaltung an die Reichspogromnacht findet deshalb in diesem Jahr deshalb bereits am Freitagnachmittag um 15 Uhr statt. Ort ist der Dr.-Ruer-Platz in der Nähe der Steelen, die an die zerstörte Bochumer Synagoge erinnern. Der Kinder- und Jugendring, der die Gedenkveranstaltung federführend organisiert, schreibt: »Die Erinnerung an die Zerstörungen vom 09. November 1938 an der Bochumer Synagoge, an jüdischen Läden im gesamten Bochumer Stadtgebiet und an jüdischen Wohnungen bleibt verzerrt, weil fast ausschließlich SA-Männer mit den Verbrechen in Verbindung gebracht werden.

Zwar berichteten damals Bochumer Zeitungen von „empörten Volksgenossen“ oder „Volkszorn“, der in der Nacht vom 09. auf den 10. November entbrannt war, aber inwiefern tatsächlich auch Teile der Bevölkerung an den Zerstörungen beteiligt waren, erfährt man erst genauer aus den Erfahrungsberichten der Opfer.
In Bochum gab es einen Gymnasiallehrer, der über seinen Dienstauftrag hinaus mit seiner Klasse seine Überzeugung in Taten umsetzte und die Wohnung der Schoenewalds zerstörte. Auch Else Hirsch – Lehrerin an der jüdischen Schule – engagierte sich über ihren Dienstauftrag hinaus und organisierte mit der Gemeindesekretärin Erna Philipp mehrere Kindertransporte, um jüdische Kinder in Sicherheit zu bringen.
Schüler_innen der Erich Kästner-Schule erinnern an das Geschehen am 09. November 1938 in Bochum und begleiten die Gedenkveranstaltung musikalisch.«  Der Einladungsflyer.

 
 
 
 


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