Montag 01.03.10, 20:00 Uhr
Afghanistan-Werkstatt-Treff am Samstag, 6. März

No War As Usual!


Ein Kommentar von Prof. Jürgen Link
Der Bundestag hat abgestimmt: mit überwältigender Mehrheit. Margot Käßmann hat es geschafft, sich selbst „aus dem Verkehr zu ziehen“. Guttenberg hat übernommen: Er verkauft Eskalation als Deeskalation: „Ausbildung“ (hört sich an wie Azubi!) bedeutet: gemeinsame Militäroffensiven von Bundeswehr und Karzai-Truppen nach der Eskalationsstrategie „Clear and Hold“, die in den südlichen Provinzen schon läuft und bald im Norden gestartet werden soll. Natürlich mit „Luftunterstützung anfordern“, d.h. weiteren Massakern aus der Luft.
War as usual. Das bedeutet an der „Heimatfront“: möglichst wenig öffentliche Aufmerksamkeit, so wie üblich in Neokolonialkriegen und so wie seit 8 Jahren praktiziert. Genau das zu verhindern, ist das Ziel des Appells „Heraus aus der Sackgasse in Afghanistan“, der „unser“ Afghanistan-Engagement unter anderem auch in den Kontext einer neuerlichen deutschen weltweiten geopolitischen und geostrategischen „Verantwortung“ stellt. Sind „wir“ wirklich bloß eine „größere Mittelmacht mit zweifelhafter Vergangenheit“, wie WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz meinte, also eine Art Holland? (Holland zieht vielleicht bald ab!)
Vergleicht man mit der Zeit des Vietnamkriegs, so zeigt sich bei Afghanistan (wo es immerhin eine deutsche Besatzungszone gibt!) ein deutliches Defizit an Analysen und Konzepten auf Seiten des Widerstands hierzulande gegen diesen Krieg. Natürlich ist Afghanistan nicht Vietnam (schon weil Afghanistan Teil eines „rot-grünen Projekts“ ist!!) – aber das erhöht bloß den analytischen Bedarf. In diesem Sinne soll der Werkstatt-Treff im Bahnhof Langendreer eine Art brain storming der wichtigsten Aspekte liefern und Anstöße für eine kontinuierliche engagiert-analytische Arbeit liefern. Ziel: NO MORE WAR AS USUAL! Wir können das nicht allein leisten und wollen auch nicht das Rad neu erfinden: Deshalb sind nicht nur alle Interessierten herzlich eingeladen, sondern ganz besonders alle, die bereits in der hier angedeuteten Richtung gearbeitet und Beiträge geleistet haben.

Infos zur Tagung am 6. März.