Ein feministisches Hauptquartier


Am Sonntag, den 16. Juni findet ein „Stadtrundgang durch ein feministisches Hauptquartier in Bochum“. Treffpunkt ist um 16 Uhr im atelier automatique, Rottstraße 14. Im Fokus der aktuellen Ausstellung »Emanzenexpress – gemeinsam sind wir gemeiner« im atelier automatique stehen Beispiele feministischen Widerstands der 1980er und 90er Jahre in Bochum. Begleitend dazu bieten die Initiator*innen Eva Busch und Julia Nitschke darum Führungen durch das in der Nachbarschaft des atelier automatique liegende Rottstraßen-Viertel in Bochum an, da sich dort viele wichtige Orte der damals feministischen Bewegung befinden. U.a. war dort der ehemalige Frauenbuchladen Amazonas über viele Jahre hinweg ein wichtiges Zentrum der autonomen FrauenLesbenbewegung. Das regelmäßig vom Frauenbuchladen herausgegebene Programmheft namens Fraueninfo wurde neben zahlreichen Flyern und Postern auch in der Druckerei Versalis gedruckt, deren ehemalige Räumlichkeiten heute die Werkstatt des atelier automatique beherbergen.

Es gab im Viertel eine Hausbesetzung von und für Frauen, und nicht weit entfernt die internationale Frauenkontakt- und Beratungsstelle »Mona«. Durch das wiederholte Aufsuchen und Erinnern an diese Orte und ihre Geschichte soll den feministischen Kämpfen in Bochum ein Denkmal gesetzt werden, ein Oral Memorial. Eine Reflexion immaterieller widerständiger Erinnerungskultur, die auch deutlich macht, dass viele der Orte und Kämpfe auch mit heutigen Herausforderungen mithalten.