Mittwoch 15.05.19, 14:59 Uhr
Radwende Bochum gegründet

Initiative stellt erste Forderungen

Am vergangenen Dienstag fand die erste Vollversammlung der Radwende Bochum statt, einer Vereinigung verschiedener alternativer Verkehrs- und Umweltschutzinitiativen und interessierter Einzelpersonen. Die Initiative möchte den Wandel Bochums zu einer lebenswerten, umwelt- und klimagerechten Stadt vorantreiben und schreibt: »Die dazu wirksamsten Maßnahmen stellten die Teilnehmer*innen gleich in der ersten Konferenz fest. Bis fast auf den letzten Platz besetzt war in der vergangenen Woche das botopia an der Alleestraße. Über 40 Teilnehmer*innen diskutierten in der ersten Vollversammlung am 7. Mai die Radwende Bochum. Unter diesem Namen haben sich Aktive von verschiedenen verkehrs- und umweltpolitischen Gruppen zusammengeschlossen und nach einigen Wochen Vorbereitung ins Botopia eingeladen. Die Liste reicht von ADFC und attac über BUND, Greenpeace, Nabu, Naturfreunde, Stadt für alle bis zu urbanRadeling (Critical Mass), VCD und velotopia.

Schon im Vorfeld hatten die Organisator*innen einen Katalog aufgestellt, der mehr Platz fürs Radfahren, sichere Radwege und Kreuzungen sowie genügend Stellplätze fordert. Für diese Ziele brauche die Stadt mehrere Radverkehrsbeauftragte mit Vetorecht bei allen diesbezüglichen Planungen – auch in den Bezirken.
Die Teilnehmer*innen verglichen dazu ihre Wahrnehmungen: Sie beklagten fehlende Radwege auf den Hauptstraßen in die Innenstadt und dem Ring, die zahllosen Mängel auf Radwegen und den andauernden Unwillen der Kommunalpolitik, eine wirkliche Verkehrswende einzuleiten. Deutlich kritisierten sie die zu gering veranschlagten Gelder des Kommunalhaushalts fürs Radfahren – in Bochum ist das ein Euro pro Kopf, angemessen wäre wie in fortschrittlichen Städten mindestens 16 Euro.
Einig waren sich alle Anwesenden, dass sie als Radfahrer*innen mehr öffentlichen Druck entwickeln müssen, damit die Stadt lokale Stadt- und Klimapolitik zusammenbringt. Drei zentrale Forderungen schätzten die Versammelten dafür als besonders verkehrs- und klimawirksam für den urbanen Wandel ein: Der Innenstadtring solle für den Autoverkehr nur noch in eine Richtung befahrbar sein, die zwei inneren Spuren zur Fahrradstraße werden; die radial abzweigenden Ausfall- und Zufahrtstraßen sollen breite Radwegsstreifen erhalten, der Autoverkehr müsse Raum abgeben; der Radschnellweg RS1 soll zentral und nicht nur am Rand an die Stadt angebunden werden.
Als schnellste und günstigste Maßnahme schlagen die Radwender*innen die Einführung von Tempo 30 auf Ring und Radialen vor. Mit diesen Maßnahmen könnten die Klimaschutzziele in der Stadt schnellstens erreicht werden, waren die Teilnehmer*innen überzeugt. Auch die Schadstoffbelastungen würden damit deutlich reduziert. Die Innenstadt würde erheblich an Attraktivität und Lebenswert gewinnen, das zeigten die Erfahrungen in anderen Städten.
Die Aktiven hoffen, mit diesen Forderungen auch den eingeladenen Bürger*innen bei der Bürgerkonferenz der Stadt am 18. Mai Diskussionsvorschläge zu machen. Mit einer für den 15. Juni geplanten Demonstration wollen sie weiter Druck und Öffentlichkeit erzeugen.«


 

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