Mittwoch 12.09.18, 21:02 Uhr

Erinnerung an Bochumer KZ-Außenlager

Gemeinsam mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) sowie weiteren Unterstützer*innen ermöglicht die Bochumer Linksfraktion die Verlegung der ersten Stolperschwelle in Bochum und erklärt dazu: »Es gibt Orte, an denen eigentlich hunderte oder tausende Stolpersteine verlegt werden müssten, um an das Schicksal der Menschen zu erinnern, die in der NS-Zeit dort verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Ein solcher Ort ist der Kreisverkehr an der heutigen Kohlenstraße (früher Brüllstraße) in Bochum-Stahlhausen. Hier existierte in den Jahren 1944/45 ein Außenlager des KZ Buchenwald. Bis zu 2.000 Häftlinge wurden dort von der SS bewacht und mussten Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion des Bochumer Vereins leisten. Viele fanden den Tod.

Um daran zu erinnern, verlegt der Künstler Gunter Demnig am Freitag, den 14. September gegen 11:40 an dem Kreisverkehr (Ecke Obere Stahlindustrie/Fahrradweg) eine Stolperschwelle. „Erinnerung ist eine gemeinsame Aufgabe, deshalb beteiligen wir uns gerne an der Finanzierung“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Bochumer Linken Ralf-D. Lange. „Ganz besonders danken wir den Mitgliedern der Bochumer VVN-BdA für die Recherche und die Dokumentation, die diese Verlegung überhaupt erst möglich gemacht haben.“«

Am Mittwoch, 19. September, findet im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, die Präsentation der Rechercheergebnisse statt. Los geht es um 17.30 Uhr. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.
Insgesamt gab es in diesem Jahr acht Stolperstein-Projekte.

„Stolpersteine“ sind kleine Erinnerungszeichen, die zusammengenommen ein außergewöhnliches Denkmal bilden. Sie erinnern an die Opfer der NS-Zeit und sind überall dort zu finden, wo die Menschen ihren letzten selbstgewählten Wohnsitz hatten. Dieses Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig wird seit 14 Jahren durch das Stadtarchiv – Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte in Bochum koordiniert. Gunter Demnig hat bisher 239 Stolpersteine an 124 verschiedenen Stellen in Bochum verlegt.

Die Verlegung findet am Freitah an folgenden Orten statt:
Südring 21: drei Steine – Karl und Ehefrau Rosa geb. Kaufmann mit Sohn Kurt
Franzstraße 11: ein Stein – Rosa Kahn
Kohlenstraße/Am Umweltpark: eine Stolperschwelle – KZ-Außenlager Buchenwald
Voedestraße 19: zwei Steine – Julie und Röse Oppenheim
Hüller Straße 10: ein Stein – Max Rosenthal
Lange Straße 5: ein Stein – Franz Brand


 

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