Samstag 23.06.18, 19:34 Uhr

100 Jahre Abschiebungshaft und Abschiebungen in Deutschland sind genug

Am Freitag, den 29. 6. um 19:00 Uhr findet im Bahnhof Langendreer ein Informationsabend statt mit dem Titel “100 Jahre Abschiebungen/Abschiebungshaft in Deutschland sind genug!” Hierzu laden die Initiativen „Treffpunkt Asyl Bochum“, „Flüchtlingspaten Dortmund e.V.“ und „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.“ ein, die gemeinsam in der AG „NRW gegen Abschiebung!“aktiv sind. Kooperationspartner sind der Bahnhof Langendreer und geflüchtete ZeitzeugInnen. Referenten sind u.a. Frank Gockel vom Verein „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.“ sowie Zeitzeugen, die einen authentischen Einblick in das Thema Abschiebungspraxis und -haft geben. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.
Die Zeitzeugen / Protagonisten kommen aus Guinea (Conakry), ein Land, das seit seiner Unabhängigkeit vom Französischen Kolonialismus im Jahr 1958 immer wieder von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Ethnien sowie der Zivilbevölkerung mit dem Militär und der Polizei heimgesucht wurde. Guinea ist reich an Bodenschätzen, aber gehört zu einem der ärmsten und korruptesten Länder der Welt.  Asylgesuche – auch die unserer Zeitzeugen – werden vom Bundesamt abgelehnt mit der Begründung, dass Guinea ein sicheres demokratisches Land sei. Geflüchtete aus Guinea leben daher mit einer unsicheren Bleibeperspektive und der Angst, abgeschoben zu werden, und sie erleben regelmäßig in ihren Camps / Lagern unerwartete Abschiebungen von anderen Geflüchteten durch die Ausländerbehörden.
Hintergrund:
2019 wird ein Jahr, in dem viele traurige Jubiläen anfallen: Im Januar wird die Abschiebehaftanstalt in Büren 25 Jahre alt, im März gibt es seit 100 Jahren Abschiebungshaft in Deutschland, und im Mai vor 100 Jahren wurde in Ingolstadt die erste Abschiebungshaftanstalt eröffnet.
Zu diesem Anlass wurde gemeinsam die Kampagne „100 Jahre Abschiebungshaft sind genug!“ gegründet, die sich klar gegen Abschiebungen und Abschiebungshaft positioniert und auf die menschenunwürdige Abschiebepraxis der Bundesrepublik aufmerksam macht. Erklärtes Ziel ist die Abschaffung von Abschiebungen und .Abschiebungshaft und die Beendigung der Unterbringung von geflüchteten Menschen in Lagern. Die Initiative setzt sich für das Recht ein, dass jeder Mensch dort leben darf, wo er/sie möchte.

 
 
 
 


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