Samstag 17.06.17, 23:45 Uhr
Aufruf zur Kundgebung am Dienstag, 20. 6., 15 Uhr am Rathaus

Solidarität mit der Herner Straße 131!

Die Mietpreisbremse kann nur von unten betätigt werden!

»Seit dem 19. Mai wird ein leerstehendes Wohn- und Geschäftshaus an der Herner Straße besetzt. Diese Aktion wurde begonnen, um die widersprüchliche Situation in Bochum zu kritisieren, die wir wie folgt zusammenfassen: Einerseits haben wir mit zirka 7500 Wohnungen eine übermäßig hohe Leerstandsquote, andererseits wird für bestimmte Gruppen von Bürger*innen die Wohnungssuche zunehmend schwieriger. Seien es Betroffene von Erwerbslosigkeit, Geflüchtete oder Studierende. Gleichzeitig besteht die Gefahr von Verdrängung durch „Aufwertung“ von Quartieren und repressiver „Sozialpolitik“, z.B. durch Zwangsräumungen.
Die Aktivist*innen der Herner Straße, ein bunt zusammengewürfelter Haufen, haben 1 gemeinsam: Sie bemühen sich seit vier Wochen darum, unter dem Druck der Räumung, ein Konzept zu erarbeiten, zu diskutieren und umzusetzen, das der Idee eines solidarischen Wohnens nahe kommt. Der Wohnraum soll diskriminierungsfrei und für alle zugänglich sein, heißt: hier wird nicht nach dem Nachnamen gefragt oder ob du eine Arbeit hast.
Am 22. Juni findet die Zwangsversteigerung statt, bei der die Stadt als Gläubigerin auftritt. Eine erfolgreiche Versteigerung an eine*n Dritte*n würde wahrscheinlich das Ende dieser Aktion und des angestrebten Projekts bedeuten.
Bevor das passiert, wollen wir, dass die Stadtverwaltung und die Öffentlichkeit verstehen, dass es den Besetzer*innen nicht (nur) um dieses Haus geht, sondern um viel mehr! Das Haus ist nur ein Beispiel, das die Aktivist*innen für ein auf Solidarität und Teilhabe begründetes (Zusammen-)Wohnen vorführen! Das Haus ist ihr Faustpfand für eine seit langer Zeit überfällige Debatte in unserer Stadt, was das Wohnen sozial und politisch kosten soll, und was es für das urbane Zusammenleben bedeutet, wenn Verdrängung und Entmischung stattfinden.

Die Herner Straße 131 bietet ein Beispiel dafür, wie soziale (Um-)Nutzung und Instandsetzung von unten aussehen kann. Prinzipiell sind die Ideen auf fast alle Häuser, gerade auch in den stark entmischten Stadtteilen, wie z.B. Stiepel, anwendbar!

Eiskirch hat bei einer öffentlichen Veranstaltung in der vergangenen Woche angekündigt, sich am 21. Juni – nur einen Tag vor der Versteigerung – öffentlich zu äußern, wie er mit dieser Situation öffentlich umgehen wolle. Wir fordern daher Thomas Eiskirch, Oberbürgermeister der Stadt Bochum, dazu auf, die Zwangsversteigerung auszusetzen, um den Besetzer*innen Zeit für ihre Suche zu geben, nach einer im allseitigen Interesse liegenden Lösung für die rechtliche Situation zu finden. Das „bestechend“ nette Angebot durch eine Bank, das Haus zu kaufen, kann Eiskirch nicht von seiner Pflicht entbinden!

Um diesen und weitergehenden Forderungen Nachdruck zu verleihen, rufen wir euch dazu auf, euch am Dienstag, den 20. Juni, ab 15 Uhr mit uns zu versammeln.«

 
 
 
 


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