Dienstag 23.05.17, 20:25 Uhr

Ein detektivisches Dokumentarprojekt


Am Montag, dem 29. Mai 2017 lädt die Paritätische Akademie NRW in Kooperation mit der Rosa Strippe um 19.00 Uhr zu einem Filmabend in das Haus des Vereins in der Kortumstraße 143 ein. Im Mittelpunkt des Abends steht der Lebensweg von Willi Heckmann, dessen Geschichte sein Neffe Klaus Stanjek rekonstruiert und in einem filmischen Dokumentarprojekt festgehalten hat. Willi Heckmann, fröhlicher Unterhaltungsmusiker, der über fünf Jahrzehnte lang in ganz Deutschland auftrat, sei das “schwarze Schaf” der Familie gewesen, “erst als ich 40 war, erfuhr ich fast zufällig, dass er schwul war und wegen seiner sexuellen Orientierung acht Jahre in Konzentrationslagern verbracht hatte”, so der Autor des Films in einem Interview. Und er fragte sich, wieso sein Onkel überlebt hatte und wieso ihm dessen Schicksal so lange verheimlicht wurde.
Entstanden ist ein tief berührender wie preisgekrönter Dokumentarfilm über die Verfolgung und Ächtung von Homosexuellen in Nazi-Deutschland und der Nachkriegszeit, der die Dynamiken des Verdrehens und Verdrängens der Wahrheit in deutschen Familien sichtbar macht. Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit zum Gespräch über die Verfolgung schwuler Männer in der jungen Bundesrepublik, in der der berüchtigte § 175 StGB weiter in der Nazi-Fassung galt.
Die Abendveranstaltung ist Teil Begleitprogramms zur Ausstellung “Liberales Hamburg? – Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945 ergänzt mit Beispielen aus dem Ruhrgebiet”, die noch bis zum 2. Juni im BVZ der Stadt Bochum in Kooperation der Volkshochschule mit der Rosa Strippe zu sehen ist. Weitere Informationen unter www.rosastrippe.de/verfolgung

 
 
 
 


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