Freitag 19.05.17, 21:07 Uhr

Leerstehendes Haus in der
Herner Straße besetzt

Kombination aus Wohnraum und sozialem Zentrum beabsichtigt

Am Freitagabend haben AktivistInnen ein leerstehendes Haus in der Herner Straße 131 besetzt. Damit protestieren sie einerseits gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und unkommerziellen Kulturangeboten und wollen andererseits konkret eine Alternative schaffen. In dem Haus, das aus Ladenlokalräumen im Erdgeschoss sowie Wohnungen in den Obergeschossen besteht, wollen sie Raum für soziale und politische Projekte schaffen. Die Obergeschosse könnten zudem als Wohnraum genutzt werden, so die AktivistInnen – etwa für Geflüchtete und andere Wohnungssuchende. Mit einem Flyer richteten sich die AktivistInnen an die Nachbarschaft und luden diese dazu ein, den Ort mitzugestalten.
Die Besetzung fand parallel zur Tanzdemo „Reclaim the City“ des Bochumer Netzwerkes „Stadt für Alle“ statt, bei der es ebenfalls um die Themen Wohnraum und Leerstand ging. Im Anschluss an die Demo machten sich einige Demonstrierende auf den Weg zur neuen Hausbesetzung, um ihre Unterstützung auszudrücken.

2 LeserInnenbriefe zu "Leerstehendes Haus in der
Herner Straße besetzt" vorhanden:

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Herner Straße besetzt" als RSS


 

20. Mai. 2017, 13:01 Uhr

LeserInnenbrief von Andre Kasper:

An der Hernerstr 131 wurde ein Haus besetzt. Ich finde die Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum und Raum für Bürger gut und kann sie nur unterstreichen. Statt Leuchtturmpolitik sollten wir den Bürgern einfach Räume zur Verfügung stellen, die sie für ihr Engagement nutzen können. Wer das Unperfekthaus in Essen kennt weiß wie sinnvoll solche Räume sind und wieviel Potential mit vergleichsweise geringem Mittelaufwand genutzt werden kann um Lebensqualität, Bildung, Kultur, Wirtschaft und Sozialleben zu fördern. Ich stehe inhaltlich voll hinter der Aktion.
Nun das Aber:
Das Haus steht zur Zwangsversteigerung. Der Eigentümer kann also scheinbar nicht zahlen… Das Haus steht unter Denkmalschutz, was ihm das Leben nicht einfacher macht. Es ist also keinesfalls ein Stillstand oder ein Miethai Objekt. Ich sehe die Aktion deshalb, auch wenn im Anliegen berechtigt, kritisch. In meinen Augen sind Besetzungen nur in sehr eingegrenzten Fällen angemessen:
1. Das Gebäude befindet sich im Besitz der Stadt oder einer städtischen Tochter
2. Das Gebäude muss leer stehen und es darf auch keine Bewegung in der Sache sein.

Also wenn es von Bürgern finanzierte Gebäude sind die nicht genutzt werden halte ich es für legitim wenn sie diese demonstrativ nutzen bis wer ein Konzept für eine andere Nutzung vorlegt.

In Ausnahmefällen kann man auch Gebäude von finanzstarken Unternehmen besetzen wenn diese sich langfristig falsch verhalten oder z.B. gezielt Wohnraum verfallen lassen um sich zu bereichern. Aber da muss es halt gute Gründe geben.

Im konkreten Fall finde ich das Anliegen richtig,die Besetzung aber falsch. Es trifft einen nicht solventen Besitzer, der Verkaufswert wird sicher nicht gesteigert wenn das Haus gerade besetzt ist. Ich finde die Besetzung eines Hauses dessen Besitzer seine Rechnungen bereits nicht bezahlen kann unanständig und falsch.


 

21. Mai. 2017, 15:49 Uhr

LeserInnenbrief von Rene:

Ich finde es unanständig (was hat hier Anstand zu suchen? bürgerliche Anstands-vorstellungen?) und falsch Wohnraum leer stehen zu lassen, weil man angeblich seine Rechnung nicht bezahlen kann, während andere keinen bis sehr schlechten Wohnraum haben.
Der “arme” Besitzer der ach so frei mit “seinem” Kapital tun und lassen kann was er will – was für ein neoliberaler Dünnschiss.
Eigentum (wenn überhaupt) verpflichtet. Nicht nur zum eigenen Wohl, sondern zum Gemeinwohl.
Piraten – gut das ihr nicht mehr gewählt werdet!!!


 

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