Mittwoch 24.08.16, 21:33 Uhr

Donnerstagvormittag: Protest gegen die Vertreibung aus Bochum durch das „Integrationsgesetz“

Eine Gruppe von Geflüchteten ruft für den morgigen Donnerstagvormittag (25. 8.) von 8.00 Uhr bis 12.00  zu einer Protestdemonstration vor dem Rathaus auf. Die Aktion wird vom Refugee Strike Bochum unterstützt. Der Aufruf: »Bundestag und Bundesrat haben ein neues, rückschrittliches Gesetz verabschiedet, durch das wir jetzt aus Bochum vertrieben werden sollen. Es nennt sich „Integrationsgesetz“, ist aber das genaue Gegenteil – ein Gesetz zur Verhinderung von Integration. Es soll uns zwingen, in Gebiete in Deutschland zu ziehen, in denen wir keine Zukunft haben. Wir haben damit begonnen, uns in Bochum ein Leben aufzubauen. Jetzt sollen wir gezwungen werden aus Bochum weg zu ziehen…
- nach den vielen Monaten und der verlorenen Zeit, die wir verzweifelt auf die Bearbeitung unseres Asylantrags gewartet haben
- nachdem wir ein Bleiberecht erhalten haben, und die Genehmigung hatten, innerhalb Deutschlands umzuziehen
- nach der sehr schwierigen Suche nach einer Wohnung, die wir jetzt endlich hier gefunden haben
- nach den hohen Kosten für unseren Umzug und das Verfahren zur Genehmigung des Umzugs (inklusive Dolmetscher etc.)
- nachdem das Jobcenter unserem Umzug zugstimmt hat
- nachdem wir uns ordnungsgemäß in Bochum angemeldet haben
- nachdem wir hier mit unserem Integrationskurs begonnen haben, den wir jetzt abbrechen sollen
Das Gesetz bringt uns keine Integration, Hilfe oder Sicherheit, die die Regierung den Flüchtlingen versprochen hat. Stattdessen sollen wir aus Bochum vertrieben werden. Ist das eine neue Sorte von der humanitären Hilfe?!
Wir sind hierhin wegen vielen Ursachen umgezogen:
- Weil wir an diesen entlegenen Orten von Rassisten bedroht, beschimpft und misshandelt worden sind, und man uns dort vor Übergriffen nicht geschützt hat.
- Weil es dort keine Arbeit für uns gibt.
- Weil wir uns in eine Gesellschaft integrieren wollen, die uns akzeptieren will.
- Weil es hier Universitäten und Schulen gibt, die wir und unsere Kinder brauchen.
Wir sind vor einem blutigen Krieg geflohen, damit wir in Sicherheit leben können! Für die Menschlichkeit! Wir fordern die Stadt Bochum auf, sich dafür einzusetzen, dass wir Bürger dieser Stadt bleiben können. Wir bitten alle Deutschen, sich für eine Änderung dieses Gesetzes einzusetzen! «

 
 
 
 


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