Mittwoch 19.11.14, 15:01 Uhr
Ruhr-Uni bildet Neonazi-Kader zu Juristen aus

Erneutes Outing von Michael Brück

Einige Antifas haben eine Outing-Aktion an der Uni veranstaltet und schreiben: »Während der NRW-Innenminister heute einen Vortrag zu “Strategien gegen Rechtsextremismus” hält und ein Verbot der Neonazi-Partei “Die Rechte” immer noch prüft, schreiten Antifaschist_innen zur Tat. Heute wurde an der Ruhr-Uni Bochum (RUB) erneut mit Plakaten und Flugblättern auf den Jura-Studenten und NRW-Landesvizevorsitzenden der Nazi-Partei aufmerksam gemacht. Seit Oktober 2013 studiert Michael Brück an der RUB Rechtswissenschaft. Bereits im Dezember 2013 informierten Antifaschist_innen seine Kommiliton_innen in einer Jura-Vorlesung über das Treiben des Neonazi-Kaders. Hierbei kam es zu tumultartigen Szenen, als der Professor gegenüber einem als Weihnachtsmann verkleideten Aktivisten handgreiflich wurde. Die RUB versuchte daraufhin, Antifaschist*innen mit einer eigenen Kampagne unter dem Motto “RUB bekennt Farbe” von weiteren Aktionen abzubringen. Diese PR-Kampagne ist jedoch nach wenigen Monaten im Sande verlaufen. In den an der RUB verteilten Flugblättern wird die Teilnahme Brücks an den HoGeSa-Krawallen am 26. Oktober in Köln thematisiert. Außerdem soll dieser damit begonnen haben, gezielt Listen linker Studierender anfertigen.
Solange die RUB nicht endlich Konsequenzen aus ihrem Naziproblem zieht, sehen auch wir uns gezwungen weitermachen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die RUB weiterhin einen Neonazi-Kader ausbildet und damit aktive Schützenhilfe für Vorantreiben der nationalsozialistischen Ideologie leistet.
Weitere Informationen
Das verteilt Flugblatt im Wortlaut:
»RUB bildet Neonazi-Kader weiter zu Juristen aus!
Seit WiSe 2013/14 studiert Michael Brück, ein aktiver Neonazi-Kader, Rechtswissenschaften an der RUB. Der 24-Jährige ist kein Mitläufer, sondern gehört seit Jahren zum harten Kern der extrem rechten Szene. Er war einer der führenden Köpfe der Kameradschaft „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO), die sich für zahlreiche Aufmärsche und Übergriffe verantwortlich zeichnet. Seit dem Verbot des „NWDO“ durch das Innenministerium 2012 treibt er maßgeblich den Aufbau der Nachfolgeorganisation, der Partei „Die RECHTE“ voran, in der er den Posten des NRW-Vizevorsitzenden inne hat und für die er zur Bundestagswahl kandidierte.
RUB bekennt Farbe: braun
Nachdem Antifaschist*innen im Dezember 2013 auf die rechten Umtriebe des Jura-Studenten aufmerksam gemacht hatten, kündigte die RUB eine groß angelegte Kampagne an. „RUB bekennt Farbe“ verpuffte wie zu erwarten war, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema blieb aus. Letztlich war es wohl eher Ziel der Kampagne, das Image der RUB rein zu waschen oder gar von der realen Bedrohung durch einen gewaltbereiten Neonazi auf dem Campus abzulenken. Die Hoffnung der Uni, Michael Brück würde sich mäßigen, etwa durch Bildung, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Es ist eingetreten, wovor antifaschistische Gruppen stets gewarnt hatten: Brück nutzt das hier erworbene Wissen maßgeblich für das Vorantreiben seiner menschenverachtenden Ideologie, indem er z.B. straffällig gewordene Kamerad*innen berät. Als Versammlungsleiter eines Naziaufmarschs am 23. August 2014 in Dortmund gegen das Verbot des „NWDO“ kündigte Brück an, juristisch mit „Strafanzeigen gegen Blockierer und Verwaltungsklagen [gegen die Polizei]“ vorzugehen.
Aktiv an Übergriffen beteiligt
Neben der Juristerei für die „nationale Sache“ und dem Betrieb eines Internet-Versandhandels mit dem eindeutigen Namen „antisem.it“, beteiligt sich Michael Brück weiterhin regelmäßig an gewalttätigen Auseinandersetzungen. So führte er am 25. Mai zusammen mit dem Landesvorsitzenden von „Die RECHTE“, Dennis Giemsch und dem berüchtigten Nazi-Hooligan Siegfried Borchardt, genannt „SS-Siggi“, einen Mob von rund 30 Neonazis an, die versuchten die Wahlauszählung im Dortmunder Rathaus zu stürmen. Die Nazis griffen die Menschen vor dem Rathaus an, bewarfen sie mit Flaschen und sprühten mit Pfefferspray, während sie die Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ skandierten.
Auch bei den Krawallen von Hooligans und Neonazis am 26. Oktober in Köln, sowie der „HoGeSa“-Kundgebung am 15. November in Hannover war Michael Brück beteiligt. In Köln versuchte er zur antifaschistischen Gegenkundgebung durchzubrechen. Im Rahmen der Ausschreitungen griff der rechte Mob einen asiatischen Imbiss, ein Wohnhaus, Journalist*innen und Passant*innen massiv an und verletzen 50 Polizist*innen.
Listen “linker” Studierender angefertigt?
Im Rat der Stadt Dortmund beantragte „Die RECHTE“ erst vor wenigen Tagen eine Auflistung der in Dortmund lebenden Juden. Auch an der RUB setzt sie die Linie, der Lokalisierung potentieller „Feinde“ fort: Ein Eintrag im u.A. von Brück betrieben, neonazistisches Online-Portal „DortmundEcho“, lässt darauf schließen, dass dieser begonnen hat, gezielt Listen „linker“ Studierender an der RUB anzulegen. Michael Brück ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren haben mehrere Kader von “Die RECHTE” an verschiedenen Hochschulen in NRW ein Studium aufgenommen. Es besteht die Gefahr, dass die Nazis langfristig versuchen werden, auch in der Hochschulpolitik Fuß zu fassen. Bei eventuellen Erfolgen sind dann wohl auf den Campus ähnliche Ausschreitungen wie im Mai auf dem Dortmunder Rathausplatz zu erwarten.
Es ist nicht hinnehmbar, dass die RUB weiterhin einen Neonazi-Kader ausbildet und damit aktive Schützenhilfe für Vorantreiben der nationalsozialistischen Ideologie leistet. «

1 LeserInnenbrief zu "Erneutes Outing von Michael Brück" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "Erneutes Outing von Michael Brück" als RSS


 

24. Nov. 2014, 02:01 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Ja, hat denn die Ruhr-Uni den Professor, der gegenüber den Student_innen, welche nur mal eben kurz eine der RUB-üblichen “Stadiondurchsagen” machen wollten übergriffig geworden ist gemaßregelt? Wurde er zeitweilig suspendiert, seine Verantaltung in den Breich blended learning verschoben, musste er sich entschuldigen?
Wenn nicht, musste ein Herr Brück doch davon ausghen, im Recht zu sein, wenn er in Köln randaliert… Wenn ein Jura-Professor sich für seine Ansichten prügelt, warum sollte er eine Bereitschaftspolizistin, die ihm im Weg steht unbehelligt lassen?
Der Papst bestimmt, was katholisch ist. Ein Jura-Professor bestimmt, für was man oder frau Gewalt anwenden darf…


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de