Montag 02.12.13, 16:43 Uhr

Neonazi-Kader an der Uni Bochum geoutet

Eine Gruppe von AntifaschistInnen hat heute den stellvertretenden Landesvorsitzenden der Nazipartei “Die Rechten”, Michael Brück, an der Ruhr Uni geoutet und folgende Erklärung veröffentlicht: »Während das NRW-Innenministerium ein Verbot der Neonazi-Partei “Die Rechte” noch prüft, schreiten Antifaschist_innen zur Tat. Heute wurde der Dortmunder Landesvizevorsitzende eben dieser Partei an der Ruhr-Uni Bochum von zwei Dutzend Antifaschist_innen im Hörsaal während seiner Einführungsveranstaltung in das Fachgebiet der Rechtswissenschaft und auf dem Campus “geoutet”.
Seit Oktober 2013 studiert Michael Brück an der RUB Rechtswissenschaft. Heute informierten Antifaschist_innen seine Kommiliton_innen über das Treiben des Neonazi-Kaders. Zu diesem Zweck wurde die Grundlagenvorlesung im “Juristensaal” in der Bochumer Innenstadt, an der neben Michael Brück etwa 300 weitere Studierende teilnehmen, besucht. Hier wurden Flugblätter verteilt in denen Brück’s Mitstudierende über seine menschenverachtenden Aktivitäten informiert wurden.
Tumult im Hörsaal
Ein antifaschistischer Redebeitrag wurde nach kurzer Zeit durch den handgreiflich werdenden Dozenten der Vorlesung unterbrochen. Michael Brück und einige seiner Kommilitonen standen auf wurden ebenfalls handgreiflich, wodurch es zu einem Tumult kam. “Mit diesem Verlauf der Ereignisse hatten wir nicht gerechnet.” so die Antifaschistin Sarah Milsani. “Um die Situation nicht weiter zu eskalieren verließen wir dem Raum.”
Parallel wurden auf dem Uni-Campus mehrere hundert Plakate geklebt und mehre tausend Flyer in Mensa und Cafeten sowie an der juristischen Fakultät verteilt.
“Wir erhoffen uns durch die heutige Aufklärungsarbeit eine Diskussion über die Ausbildung von Neonazi-Kadern an Universitäten anzustoßen”, erläutert Sarah.«

6 LeserInnenbriefe zu "Neonazi-Kader an der Uni Bochum geoutet" vorhanden:

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3. Dez. 2013, 01:09 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Ab 1934 gab es keinen Chef einer lokalen Gestapo mehr, der nicht Dr. Jur gewesen wäre.
Wer sich DEN Nazi im Jahre 1930 vorstellen will, sollte ihn sich als Jura-Student vorstellten.
Zwischen Studium und Gestapo-Leitung verbrennt er 1933 Bücher- sei es im Braunhemd oder mit Band und Mütze einer Studentenverbindung.

2013 können wir ihn uns als Doktorvater eines Bochumer Jura-Profs vorstellen. Dem dieser seine Professur zu verdanken hat.

Willkommen Zuhause, Nazi-Schläger, an der Jura-Fakultät, wo gesundes Volksempfinden und Einigkeit und Recht und Freiheit schon immer auf das Gleiche hinausliefen.

Zu weiteren Informatione fragen Sie ihre Geschichtsfakultät, die jüdische Gemeinde oder die Antifa.

Den Antifaschist_innen sei in bester, Witwenversorgungsrechtlich abgesicheter rechtsstaatlicher Tradition zugerufen: Moooorde? Sie sind ja ein schäbiger Lump!


 

3. Dez. 2013, 02:03 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Nahchtrag zum Thema Einigkeit und Recht und Hymnen und Volksgempfinden und so:

http://www.youtube.com/watch?v=1H0RqzfRCd4


 

3. Dez. 2013, 09:59 Uhr

LeserInnenbrief von Christian Luhmer:

Hallo,

eine Frage an die Antifa….
Wird es weitere Informationen über diesen Mensch geben? Welche Rolle spielte seine inzwischen verbotene Kameradschaft bei den NSU-Morden? Gab es Verbindungen usw…!?


 

3. Dez. 2013, 14:48 Uhr

LeserInnenbrief von Paul:

Grundsätzlich: Outing gut und sinnvoll. Nun findet offenbar eine Solidarisierung des Semesters mit dem Typen statt, weil die offenbar auch weiterhin keine Ahnung haben wollen, wer das ist. Wäre es vielleicht besser gewesen, vor und nach dieser Veranstaltung entsprechende Flugblätter zu verteilen und die Vorlesung nicht zu stürmen?


 

3. Dez. 2013, 17:00 Uhr

LeserInnenbrief von Willy:

Da kann ich Paul nur zustimmen. Man hätte Michael Brück und seine Juristenkarriere in vielen Internetforen, mit Flugblättern, Plakaten und Artikeln bekannt machen sollen. All seine neonazistischen Aktionen, seine Kontakte zu Golden Dawn, seine volksverhetzenden Reden auf Demonstrationen, seine antisemitische Internetseite, usw.
Eine (vielleicht zwingend, da skandalisiernde) Begehung eines Universitätsseminars nach all diesen investigativen und demokratischen Publikationen hätte vermutlich mehr Solidarisierungseffekte mit den AntifaschistInnen, als mit dem Volksverhetzer ergeben.
Demnächst sollte man solche wichtigen und richtigen Outing- Aktionen lieber anders machen.

Das der Jura-Professor Borges sich so energisch und körperlich übergriffig gegen eine im studentischen und universitären Milieu übliche Protestform wendet erscheint mir sehr merkwürdig.
Kann jemand etwas zum politischen Hintergrund dieses Professors sagen? Gehört er zur Partei “Alternative für Deutschland”? Ist er Mitglied in einer Burschenschaft?

Das der WAZ-Reporter Michael Weeke Lechts von Rinks nicht unterscheiden kann ist Nichts Neues. Seine Provinzschreibe beweist die Tendenz der WAZ-Gruppe, bei ihrem Schrumpfungsprozess auch nur die angepasstesten, konfromistischen und untalentiertesten ihrer Journalisten in Lohn und Brot zu halten.
Erinnert werden soll hier nur an seinen Bericht 2006 über den Thor Steinar-Laden des neonazistischen Hooliganchefs der Dortmunder Northside. So geht Hofberichterstattung für Rechts.


 

3. Dez. 2013, 23:53 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Gewiss. Vielleicht hätte es sich schlauer bewerkstelligen lassen, diesem Nazi auf dem Weg vom rassistischen Schläger zum juristischen Schlagenlasser ein paar Hürden in den Weg zu legen.

Allein, anders als bei Polizei und Bundeswehr hat es bei der Rechtswissenschaft nie einen unter dem Stichwort “Professionalisierung” vorgenommenen Bruch nach 1945 gegeben.

Die Reaktion des Prof, zeugend von keinerlei Bewusstsein der braunen Vergangenheit der eigenen Disziplin, ist wichtiger als der Typ mit dem grekisierten Hakenkreuz an der Mütze.


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