Donnerstag 30.05.13, 14:24 Uhr

Anarchistische Uni-Gruppe gründet sich

Am Freitag den 14. Juni gründet sich um 14.00 Uhr in die Cafeteria im Gebäude GC eine anarchistischen Gruppe an der RUB. Der Gründungsaufruf: »Hochschulen werden als „Ort des freien Lernens und der freien Wissenschaft“ dargestellt. Das dies eine Lüge ist entlarven Bachelor und Master. Die Studierenden* stehen unter massiven Zeitdruck ihr Studium in drei bzw. zwei Jahren abzuschließen. Wer länger studiert als die „Regelstudienzeit“ vorschreibt, bekommt Problem falls er_sie Bafög bezieht, vorausgesetzt mensch bekommt überhaupt Bafög. Alle, die kein BAföG erhalten und nicht das Glück haben, dass ihre Eltern das Studium finanzieren können, müssen neben dem Studium arbeiten. Für viele bleibt kaum Zeit für anderen Interessen, ganz zu schweigen von Zeit für politisches/ gesellschaftliche Engagement. Gleichzeitig werden die Studienbedingungen immer schlechter, das sieht mensch an den heruntergekommen Hörsälen, an den kaputten Gebäuden oder auch daran, dass die Studienordnungen immer mehr zu Ungunsten der Studierenden* verändert werden.
Und wie sollen wir die Lage unserer Welt verstehen wenn wir zum Beispiel in Ökonomie nur kapitalistische Wirtschaftstheorie gelehrt wird? Wenn niemand den Mut sich in einer Vorlesung auch mal kritisch über Staat, Herrschaft und Kapitalismus zu äußern? Immer weiteres Wachstum in einem begrenzten System ist menschenverachtender Schwachsinn, aber warum wird er dann noch weiter gelehrt?!
Aber nicht nur die Studierenden* leiden unter der Situation an den Hochschulen. Wissenschaftlich Mitarbeiter/innen werden oft nur befristet eingestellt und schlecht bezahlt. Lehrbeauftragte erhalten für ihre Arbeit überhaupt kein Geld. Das ist Ausbeutung! Und auch alle die forschen und lehren einschließlich der Professoren/innen sind betroffen davon dass die Uni abhängig ist von Staat und Wirtschaft. Forschung, die den Interessen der bestehenden Herrschaftsstrukturen widerspricht, ist aus finanziellen Gründen und der Entscheidungsstruktur der Hochschulen kaum möglich.
Die Zustände, die wir an der RUB und den anderen Hochschulen erleben , sind Ausdruck eines zerstörerischen Wirtschaft – und Gesellschaftsystems, das auf der Ausbeutung und Unterdrückung der Menschen, Tiere und Natur basiert.
Wir sind in dieser Gesellschaft nicht frei, wir unterliegen der Herrschaft von Kapital und Staat. Wir können nicht frei leben, weil wir gezwungen werden miteinander zu konkurrieren und wenn wir uns dagegen wehren Gewalt erfahren. Der Kapitalismus zerstört nicht nur unsere Gegenwart beutet uns und nimmt uns die Zeit für die Dinge, die uns wichtig sind, er vernichtet auch unsere Zukunft, er vernichtet die Zukunft aller Menschen, weil die Umwelt, unsere sozialen Beziehungen und unsere Freiheit immer weiter kaputt macht. Es ist an der Zeit sich das nicht länger gefallen zulassen!
Es ist an der Zeit sich gemeinsam für ein freies Lernen, eine freie Wissenschaft und ein freies Leben zu engagieren!
Setzen wir uns, die Menschen an der Ruhr Uni Bochum, also für eine Gesellschaft ein in der es keine Herrscher /innen mehr gibt, in der die Menschen sich gemäß ihrer Interessen in freien Gemeinschaften zusammenfinden und in der wir im Einklang mit der Natur und unseren Lebensgrundlagen leben! Kurz gesagt: Setzen wir uns ein für Anarchie!
Auf den Weg hin zu einer befreiten Gesellschaft können wir gemeinsam unsere Situation verbessern und uns durch gemeinsame Aktionen und Projekte immer ein Stück weiter befreien. Wenn es dir auch reicht und du etwas verändern willst, dann komme am Freitag den 14. Juni um 14.00 Uhr in die Cafeteria von GC zum Gründungtreffen der anarchistischen Gruppe an der RUB.
Weitere Infos über Anarchismus/ Anarchie:
www.de.anarchopedia.org
www.fau.org
www.a-netz.org
Es lebe die Freiheit! Es lebe die Anarchie
*Menschen, die studieren, unabhängig vom Geschlecht«

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30. Mai. 2013, 15:52 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

Dolle Sache ! 1970 gewann das Anarcho-Syndikat bei den Wahlen zum 4.Studentenparlament 1 Sitz – wenn ich mich richtig entsinne mit der Schnapszahl von 111 Stimmen. Das Anarcho-Syndikat war der legendäre Hajo Mulsow. Um sich aber an der Wahl als Liste beteiligen zu können, brauchte es damals insgesamt 5 Kandidaten, wozu Hajo in der Mensa und den Cafeten rekrutierte, unter anderem mich. So kam ich sogar ins SP, als ich Hajo vertreten musste. Inzwischen behaupten Spökenkiekers, dass das Gespenst der RUB niemand anderes sei als der ewige Student Hajo Mulsow.


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