Freitag 10.08.12, 16:30 Uhr

Heureka!

Volker Steude vom Bürgerbegehren „Musikzentrum“ schreibt: »Nach dem gescheiterten Versuch für Bochum ein Zentrum für Subkultur zu spenden, greift der griechische Multimillionär mit amerikanischen Wurzeln nun auf Seiten der Demokratie in das Geschehen ein. „Mit dem Bürgerbegehren „Musikzentrum“ setzen die Bochumer Bürger ein Zeichen für Demokratie und Bürgerbeteiligung, das muss ich als Grieche unterstützen, so Papadopoulos. „Wir in Griechenland haben schließlich die Demokratie erfunden, ich bringe sie nach Bochum“ erklärt der stolze Papadopoulos weiter. Die Bürger in dieser Stadt müssen bei wichtigen Dingen selbst entscheiden. „Es kann doch nicht sein, dass in Hinterzimmern Projekte wie das Musikzentrum ausgekungelt werden und dann mit völlig falschen Zahlen zu den Folgekosten, die Bürger von solchen Projekten überzeugt werden sollen.“
„Die Schulen in Bochum sehen ja zum großen Teil schlimmer aus als die in Thessaloniki“, ereifert sich der Grieche weiter. „Bevor wir ein akustisch erstklassiges Konzerthaus bauen, brauchen wir doch erstklassig ausgestattete Schulgebäude in einwandfreiem baulichen Zustand! „Meinen Rolls habe ich gegen einen Landrover getauscht. Bei dem Straßenzustand in Bochum hatte ich Angst um meinen Lack.“ Und bei diesen bürgerfeindlichen Schwimmbadöffnungszeiten, habe ich mich entschlossen, mir jetzt ein eigenes Schwimmbad zu bauen,“ verkündet Papadopoulos. „Wie viele andere Dinge lehnt die Stadt die Bepflanzung der Blumenbeete in der Wattescheider Innenstadt mit der Begründung ab: „Leider haben wir kein Geld!“, aber für die Unterhaltung und den Erhalt eines Konzerthauses mit  Musikschulalibi, will die Stadt plötzlich jedes Jahr Millionen aufwenden. Das verstehe nicht nur ich nicht.“
„Demokratie und Bürgerbeteiligung liegen mir am Herzen, daher habe ich dem Bürgerbegehren eine Halle der Demokratie nach dem Vorbild der Akropolis gesponsort.“ Trotzdem soll die Halle Bescheidenheit ausstrahlen. „Ich wollte kein Prestigeprojekte wie das Musikzentrum sponsorn,“ angesichts der schlechten Finanzen müssen wir bescheiden sein. An der Halle können die Bürger ihre Unterschrift zum Bürgerbegehren abgeben und damit gegen Filz und Klüngel in dieser Stadt ein Zeichen setzen.
Das Bürgerbegehren dankt für die großzügige Spende. Papadopoulos wird am Samstag um 18:00 Uhr im Rahmen eines kleinen Festaktes, am Husemannplatz die Halle einweihen und dem Bürger, der die tausendste Unterschrift für das Begehren leistet, mit einem kleinen Präsent ehren. Außerdem wird wegen des großen Erfolges bei dem Festakt erneut das Possenspiel „Denn sie wissen, was sie tun“ von Ch. Nitsch in einer Lesung aufgeführt.
Papadopoulos hat übrigens auch schon eine Idee, was aus Marienkirche und Parkplatz werden soll, wenn die Bürger den Bau des „Musikzentrums“ ablehnen: Ein Park, mit einem schönen Gastrobetrieb in der Marienkirche, Cafe mit schöner Terrasse unter den mächtigen Platanen. An die Südseite sollten noch ein paar nette Kneipen mit Freisitz. Die Humboldstraße wird verkehrsberuhigt, damit die Seniorenheime direkt am Park liegen. Als Highlight eine Lichtskulptur, damit auch Abends der Park am Bermudadreieck belebt ist. „Da würde ich ein paar Bänke spenden, damit die Bürger unter den12 Platanen, sich besinnlich zurück lehnen können, um von Bochum oder ihrem letzten Urlaub zu träumen, vielleicht in meiner Heimat, im schönen Griechenland…. So ein Platz fehlt wirklich in der Innenstadt. Ein fünftes Konzerthaus im Ruhrgebiet dagegen ist einfach überflüssig… .“«

 
 
 
 


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