Donnerstag 01.03.12, 10:50 Uhr
Greenpeace-Aktion am Samstag in der Innenstadt

„Die Lehren aus Fukushima“

Am Samstag, den 3. März wird die Bochumer Greenpeace-Gruppe von 12-17 Uhr auf der Kortumstraße (vor C & A)  über den Greenpeace-Bericht: „Die Lehren aus Fukushima“ informieren. In der Ankündigung heißt es: »Systematisches Versagen von Politik und Industrie in Japan waren verantwortlich für den mehrfachen Super-Gau in Fukushima im März 2011. Dies belegt eine aktuelle Studie, die Greenpeace heute in Tokio vorstellt. Auch ein Jahr nach der vom Menschen verursachten Atomkatastrophe hat sich an den grundsätzlich fehlerhaften Gesetzen und Vorgaben für die Industrie wenig geändert. Noch immer gefährdet die systematische Unterschätzung der Risiken durch Atomenergie weltweit viele Millionen Menschen. “Die Tsunami-Gefahr war schon lange bekannt. Behörden und Institutionen haben aber nicht die richtigen Schlüsse daraus gezogen, haben also nicht die entsprechenden Sicherheitsstandards festgelegt”, sagt Björn Ahaus, Energieexperte bei Greenpeace Ruhrgebiet.
Viele Entscheidungsträger und Aufsichtsbehörden stellen sich nun hauptsächlich die Frage, wie das öffentliche Vertrauen in die Atomkraft wieder hergestellt werden kann, anstatt die gefährlichsten Reaktoren stillzulegen. Die Greenpeace-Studie belegt zudem, dass das Versagen der Institutionen nicht auf Japan beschränkt ist. Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) rühmte bei einer Überprüfung in den Jahren 2007 und 2008 die vorbildliche Organisation der japanischen Atomaufsicht. 2011 wurde das Gegenteil bewiesen. “Sichere Atomkraft ist ein Mythos. In jedem Atomkraftwerk kann es zu einem Super-Gau kommen”, sagt Björn Ahaus. “Die Menschen dürfen nicht länger der unterschätzten Gefahr durch Atomkraft ausgesetzt werden.”
Staatliche Notfallstrukturen unzureichend
Auch die Notfallplanung und die fehlende Haftung der Kraftwerkbetreiber kritisiert der Bericht der unabhängigen Umweltschutzorganisation. Japan ist das vielleicht am besten gerüstete Land für Katastrophen. Dennoch sind die Hilfskräfte auf solche Ereignisse nicht eingestellt. Die kreisförmig angelegten Sperrzonen werden den tatsächlichen Erfordernissen nicht gerecht.
Am 3. März werden Aktivisten von Greenpeace Ruhrgebiet in Essen, Bochum, Dortmund, Wesel und Oberhausen über die Lage in Japan Bürger auf der Straße informieren und der Forderung Nachdruck verleihen, im Ausland keine Atomprojekte mit deutschen Steuergeldern zu fördern, wie es derzeit noch von der Bundesregierung geplant wird.«

 
 
 
 


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