Sonntag 19.02.12, 22:21 Uhr

Infomeeting der Anonymen Alkoholiker

Am Dienstag, 21. Februar findet von 19.30 – 21.30 Uhr im Hans-Ehrenberg- Haus in der Dibergstraße 46 in Bochum ein offener Informationsabend der Anonymen Alkoholiker (AA) statt. Bei diesem offenen Meeting will die AA Gruppe, die sich dienstags in diesen Räumlichkeiten trifft, über die Arbeit der Anonymen Alkoholiker informieren. Die Gruppenmitglieder beantworten auch die Fragen, was Alkoholismus ist und wo Alkoholismus beginnt. Individuell aus ihren eigenen Erfahrungen mit sich selbst. Dabei wird die endgültige Antwort – alkoholgefährdet oder nicht – jedem selbst überlassen. Die Anonymen Alkoholiker können und wollen nur Hilfestellung dabei geben, sich diese Frage selbst zu beantworten. Denn das ist die Voraussetzung für die Befreiung aus der Sucht. Um sich selbst als Alkoholiker zu erkennen, bedarf es keines äußeren Zusammenbruchs. Allein die Tatsache, dass man ohne Alkohol nicht mehr leben kann, genügt. Wenn jemand diesen Punkt erreicht hat, sollte er sich Hilfe holen. Herzlich eingeladen sind alle Fachleute, die mit trinkenden Menschen zu tun haben, Betroffene, Angehörige, Freunde und Freundinnen von Betroffenen, sowie alle Menschen, die sich für die Arbeit der Anonymen Alkoholiker interessieren. Regelmäßig treffen sich in Bochum und Wattenscheid 12 Gruppen der AA und vier Al-Anon.Gruppen von Angehörigen. Informationen über die Anonymen Alkoholiker gibt es unter Tel:0178/2830723, bei der Kontaktstelle Gelsenkirchen unter 0209/19295 oder im Internet unter www.anonyme-alkoholiker.de.

3 LeserInnenbriefe zu "Infomeeting der Anonymen Alkoholiker" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "Infomeeting der Anonymen Alkoholiker" als RSS


 

20. Feb. 2012, 18:42 Uhr

LeserInnenbrief von rike:

Ich will die Arbeit, die die AA leisten gar nicht schlecht reden. Trotzdem sollte man dazu sagen, dass es sich bei den Anonymen Alkoholikern nach eigenen Aussagen um ein “spirituelles”, also explizit religiöses Programm handelt.

Sechs der “zwölf Schritte”, die die AA-Gruppen Betroffenen empfehlen, könnten von Interessierten auch als der Versuch verstanden werden, sie in einer schwierigen persönlichen Lage zu Gottesglauben zu missonieren.

Konkret sind folgende Punkte Teil des 12-Schritte-Programms, auf das sich jede AA-Gruppe beruft:

- Zum Glauben kommen, dass nur eine Macht, die größer als man selbst ist, die eigene geistige Gesundheit wiederherstellen kann

- Den Entschluss fassen, seinen Willen und sein Leben der Sorge Gottes, wie ihn jeder für sich versteht, anzuvertrauen

- Die Bereitschaft, Verhaltensweisen, die das Leben behindern, von Gott entfernen zu lassen

- Demütig darum bitten, dass Gott sämtliche persönliche „chronische das Leben behindernde Verhaltensweisen“ beseitigt

- Durch „Gebet und Besinnung“ versuchen (bzw. die Verbindung suchen), eine tiefe bewusste Beziehung zu Gott, wie ihn jeder für sich selbst versteht, zu verbessern und um die Erkenntnis beten, seinen Willen zu sehen und die Kraft, das umzusetzen

- Nach der nun erfahrenen „spirituellen Erweckung“ versuchen, die Botschaft an andere Betroffene weiterzugeben und seinen Alltag nach den Grundsätzen der jeweiligen Zwölf-Schritte-Gruppe auszurichten.

Es muss jede und jeder selbst entscheiden, ob er oder sie solch ein religiöses Programm für sinnvoll hält. Aber man sollte auf jeden Fall nicht so tun, als sei der religiöse Ansatz der AA nun DIE Methode, mit Suchtproblematiken umzugehen. Das kann schnell zu Frustrationen führen, wenn jemand nämlich nicht religiös ist und fortan nicht nur das Gerede über Gott, sondern auch selbstorganisierte Hilfsangebote für Unsinn hält – weil eben alle immer so tun, als seien die Anonymen Alkoholiker der Prototyp von Selbsthilfegruppen bei Suchtproblematiken.


 

22. Feb. 2012, 11:38 Uhr

LeserInnenbrief von Bob und Bill:

Ach, Rike,
genau darüber haben wir vor ca. einem Jahr ca. 10 Leserbriefe hier ausgetauscht.
Vielleicht kann Martin das hier noch mal verlinken mit der letzten Diskussion!
Ich bin ein AA, der überzeugter Atheist ist – im Fall des AA-Programms darf frau/man nicht alles wortwörtlich nehmen, aber gucke mal vor einem Jahr das alles nach….


 

6. Mrz. 2012, 14:08 Uhr

LeserInnenbrief von Frank Lavario:

Rike, ja das mit Gott kann man erstmals als religioes empfinden. Es geht dabei aber um Gott oder eine hoehere Macht, so wie sich das jeder fuer sich definiert. Es geht mehr darum, zu erkennen, dass die Sucht staerker ist als man selbst. Man muss nicht an Gott glauben, um bei den AA Hilfe zu finden und keiner wird dich schief angucken, wenn du nicht an Gott glaubst. Die AA sind ein Spiegel der Gesellschaft, da findest du alle Schichten, alle Lebensphilosophien und Glaeubige und Nicht-Glaeubige. Meine bloede Tastatur hier hat keine Umlaute :(


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