Sonntag 20.11.11, 12:50 Uhr
Drei Tage Filmfestival im Bahnhof Langendreer:

Nächstes Wochenende: die 19. blicke

Das Programm für das 19. blicke – filmfestival des ruhrgebiets vom 24.–27. November im Bahnhof Langendreer steht nun fest: Es wird 27 Filme im Wettbewerb zeigen. Erstmalig dabei außerdem ein Filmprogramm, das Studierende der Fachhochschule Dortmund selbst zusammengestellt haben. Die ausgewählten 13 kurzen Seminararbeiten sind am Samstag  um 15 Uhr zu sehen. In einer ausführlichen Pressemitteilung wird auch das Rahmenprogramm des Festivals beschrieben:
»Doppelbödig: Ein Experimentalfilm seziert per Filmschnitt den Arbeitsplatz einer Textilarbeiterin. Zweigesichtig: Eine Kosmetikerin überlegt, wie sie sich wohl nach außen präsentiert. Durchsichtig: Wenn Fenster zerbrechen, fallen Scherben und entstehen tolle Bilder. Wie stets spannende Perspektiven: Das Programm für blicke – filmfestival des ruhrgebiets steht nun fest (24.–27. November 2011). Die Arbeit von Werner Nekes, weltbekannter Experimentalfilmer und Sammler von optischen Apparaten und Medien, rückt in den Fokus des Dokumentarfilms „Ach wie gut, dass niemand weiß: Zur Filmsprache von Werner Nekes“. Während der Basketballverein Hagen in „Phönix in der Asche“ gegen den Abstieg in die zweite Liga kämpft. Für Klein und Groß gleichermaßen spannend: Teil 1 der Neuverfilmung der Vorstadtkrokodile im Werkstattgespräch.

Zu den Themen in diesem Jahr gehört die Wurstverkäuferin am neuen Phoenixsee in Dortmund-Hörde genauso wie die lyrische Betrachtung von Duisburg-Bruckhausen, der Spielfilm über den seltsamen kleinen G. in Georgien genauso wie die Dokumentation über die Freundschaft eines islamischen Geistlichen in Damaskus mit dem christlichen Klosterbruder in der syrischen Wüste. Es gibt Dokumentationen, Animationen, experimentelle und fiktionale Streifen: spannend, überraschend, provokant und unterhaltsam.

Die FilmemacherInnen kommen in diesem Jahr aus allen Richtungen: München, Köln, Hamburg und Berlin – um nur einige zu nennen. So kommt blicke an vier Tagen auf 27 Filme im Wettbewerb, fünf im Spektrum Deutschland und – erstmalig – 13 Kurzfilme, die die Fachhochschule Dortmund selbst ausgewählt hat und vorstellen wird: sensibel, verzweifelt, komisch poetisch. Der kürzeste Film dauert 51 Sekunden, der längste Film im Wettbewerb 88 Minuten.

 

Weitere Programmhighlights:

Medien- und Videokunst in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang in Essen

Samstag, 26. November 2011, ab 10 Uhr Besuch des Museums (Start am Kino Endstation), 17 Uhr Videopräsentation „Das im Entschwinden Erfasste“.

Aernout Mik (geboren 1962 in Groningen) ist einer der wichtigsten Künstler der Niederlande. Mit seinen Raum- und Videoinstallationen hat er den künstlerischen Umgang mit dem bewegten Bild grundlegend weiterentwickelt. Seine Werke zeigen zahlreiche Schnittstellen zwischen Film, Video, Performance, Skulptur und Architektur und schaffen es, auf sehr eigene Weise, die psychosoziale Verfassung unserer Gesellschaften und Zeit aufzuzeigen.

Das Museum Folkwang zeigt aktuell eine große Retrospektive des Künstlers. Sie fokussiert auf die Arbeiten der vergangenen zehn Jahre, v.a. auf die jüngeren Film- und Videoproduktionen und die in Deutschland bis dato noch nicht ausgestellten Werke. blicke lädt alle Interessierten ein, sich Samstagmorgen von Kuratorin Dr. Sabine Maria Schmidt, durch die Ausstellung führen zu lassen.

Nachmittags ist das Museum Folkwang bei blicke zu Gast und zeigt ab 17 Uhr ausgewählte Videokunst aus dem Archiv des Museums – „Das im Entschwinden Erfasste – eine kurze Geschichte der Videokunst am Museum Folkwang“. Sabine Maria Schmidt wird anhand ausgewählter Beispiele der Videokunst, darunter eigene Produktionen des Folkwang Videostudios der 70er Jahre, die langsame Annäherung von Museum und bewegtem Bild präsentieren.

Zu den Videoinstallationen im Museum Folkwang gehören z.B. Communitas, die jüngst auf Einladung des Teatr Dramatyczny im Kulturpalast in Warschau entstand und auf der Sao Paulo Biennale im September 2010 Premiere hatte.

Abfahrt: 10.00 Endstation Kino

Ankunft: ca. 13.00 Endstation Kino

Anmeldungen für die Bustour bitte unter

info@blicke.org oder unter

Telefon: +49 (0)234 26616

 

„Rote Couch“ – Werkstattgespräch

Sonntag 27. November, 14–17 Uhr

FilmemacherInnen und Filmen im Ruhrgebiet – dies steht im Focus dieser Gesprächsreihe bei blicke. Gezeigt wird in diesem Jahr die Neuverfilmung von „Vorstadtkrokodile“ nach dem Jugendbuch von Max von der Grün. Birgit Theis, Medienpädagogin aus Gevelsberg (sie hat die schauspielenden Kinder betreut) und Peter Schiller, Produktionsleiter der Neuverfilmung aller drei Teile, sitzen auf dem Sofa und werden über den Film und das Leben plaudern.

Zum Film: Alles ist auch ungefähr wie in 1977 im Fernsehen – Dortmund steht wieder am Niederrhein. Alles sieht so aus, als sei die Zeit stehengeblieben. Irgendwo liegt sogar noch ein Bonanzarad herum. Und wieder sind die Jungs und ein Mädchen einer Einbrecherbande auf der Spur. Temporeich und vielleicht ein schönes Gedenken an den nicht vorhandenen Sommer in diesem Jahr. Ein nostalgischer Ausblick für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die auch nicht immer so alt sind, wie der Kalender es ihnen sagt.

 

Kinder- und Jugend-blicke

Während der Festivalwoche lädt blicke in Kooperation mit doxs! Schulklassen dazu ein, Dokumentarfilme für Kinder oder Jugendliche zu schauen, zu hinterfragen und zu diskutieren. Die Vorführungen werden medienpädagogisch betreut und dauern inklusive Diskussion zwischen 60 und 90 Minuten. Die Anfangszeiten (ca. 9 Uhr) sind individuell variierbar.

Die lange Super-8-Nacht oder 8mm sind genug

Mit Super-8 durch die Nacht. Samstag ab 23 Uhr heißt es: Spulen ab! Die Projektoren surren und auf drei Leinwänden wird ein Feuerwerk der Bilder laufen. Nach der Show klingt der Abend bei Getränk und Gespräch aus.

 

Film- und Videoinstallationen

Wie in jedem Jahr zeigt blicke auch wieder interessante Installationen. Dazu gehören:

A glimpse of Silence 2010, 5 Loops je 8‘‘, stumm von Daniela Risch, Essen/Berlin. Fünf bewegliche Stillleben. Ein Leben zwischen Fotografie und Film.

The great Escape 2011, 4‘15‘‘, PAL von Sven Piayda, Essen. Super8 Found Footage der 60er auf Video transferiert und schließlich digitalisiert. Neu arrangiert und zu einer minimalen Erzählung komponiert. Das Medium als Portal zu vergangenen Ereignissen.

Erich, lass mal laufen! 24‘, DVD, s/w, Farbe, Ton.

Die Filme der Elisabeth Wilms

Kompilation: Claus Bredenbrock, Bochum

Elisabet Wilms (1906–1981) beginnt, angeregt durch Super8, mitten im Zweiten Weltkrieg in Dortmund zu filmen. Insgesamt realisiert die Filmpionierin mehr als 150 Filme. Wilms filmt nicht nur den Alltag ihrer Umgebung, sondern auch Bombenangriffe auf Münster und Dortmund, das Leben in den zerstörten Städten und später auch Deutschlands Wiederaufbau u.v.m. Dem Kompilationsfilm liegt das Interview zugrunde, das Michael Lentz und Jürgen Klauß 1980 für die WDR-Dokumentation „Brot und Filme“ mit Elisabeth Wilms geführt haben.

Auf dem Tresenmonitor wird laufen:

Trinkhallen 2010,12‘13‘‘, 16mm, stumm von Marion Kellmann, Nicole Meyer, Köln. Momentaufnahmen aus dem Ruhrgebiet: 31 Trinkhallen. Bilder im Zeitintervall des Federwerks der Bolexkamera. Eine stille Beobachtung.«

 
 
 
 


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