Dienstag 03.05.11, 18:27 Uhr

Erklärung des Islamischen Kulturvereins

Am 14. Januar 2008 hieß es in einer Meldung auf bo-alternativ.de u. a.: “Am 16.4.2004 hatte es eine groß angelegte Polizeiaktion gegen die Khaled-Moschee im Uni Center in Bochum gegeben. Insgesamt 190 Polizeibeamte haben die 227 Besucher des Freitagsgebetes z.T. länger als 7 Stunden festgehalten. Der Islamische Kulturverein e.V., der die Moschee im Uni – Center Bochum betreibt, hat gegen den Polizeipräsidenten Bochum beim Verwaltungsgericht eine Feststellungsklage erhoben (17 K 524/05). Durch Urteil vom 22.11.07 hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen nun entschieden, dass die polizeilichen Maßnahmen rechtswidrig gewesen sind.” Heute schreibt der Islamische Kulturverein zum Artikel „Boxen, Beten, Bomben basteln” der Bildzeitung vom 02. Mai 2011:»Der Versuch einer Terrortat hier in Deutschland erfüllt uns mit Abscheu für solche Terrorakte und zugleich mit großer Sorge um den Frieden in unserem Land. Wir nehmen dies zum Anlass, unsere grundsätzliche Haltung gegen Terror und Gewalt ein weiteres Mal in aller Deutlichkeit kundzutun. Wir verurteilen jede Art von Terrorismus und sehen darin sowohl einen abgrundtiefen Verfall aller Maßstäbe der Menschlichkeit und der Vernunft als auch einen Widerspruch zu den Lehren aller Offenbarungsreligionen.
Dass auch Muslime hinter terroristischen Gräueltaten stecken und sich dabei auf den Islam berufen, macht uns mehrfach betroffen. Ihr Verbrechen an Unschuldigen versetzt die Muslime – wie alle anderen Menschen auch – in Schock und Trauer. Genauso wehren wir uns gegen den Generalverdacht unserer Gemeinde, die sich als Teil dieser Gesellschaft versteht. Wir beteiligen uns seit mehr als 13 Jahren aktiv am interreligiösen und gesellschaftlichen Dialog in Trägerschaft mit den Kirchengemeinden in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde. Wir fördern damit die Völkerverständigung und den sozialen Frieden in der Gesellschaft. Wir kooperieren mit den Schulen und dem Jugendring Bochum e.V. Zudem organisieren wir regelmäßig Veranstaltungen mit Vertretern der fünf großen demokratischen Parteien anlässlich bevorstehender Wahlen. In unserem Verein findet Sprachförderung für Kinder sowie Nachhilfeunterricht in Deutsch, Mathe und weitere Fächern statt. Über Jahrzehnte hinweg leisten wir bereits aktive Sozial-, Dialog- und Integrationsarbeit. Wer immer solche blutigen Taten plant bzw. verübt, findet im Islam keine Rechtfertigung.
Der Islam verbietet Mord, Geiselnahme, Anarchie und Terror. Der festgenommene Amid C. ist und war weder Mitglied in unserem Verein noch hat er aktiv bei der Vereinsarbeit mitgewirkt. Wer solche Verbrechen duldet, gutheißt oder gar deckt, macht sich der Mittäterschaft schuldig. Für solche Täter oder Mittäter wird es in unserer Gemeinde kein Verständnis, keinen Platz und keine Unterstützung geben. Gegen den Missbrauch unserer Religion lehnen wir uns auf und distanzieren uns von den Verbrechern.«

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3. Mai. 2011, 21:05 Uhr

LeserInnenbrief von Rolf Geers:

Ich finde es gut und richtig, dass die Erklärung des Islamischen Kulturvereins veröffentlicht und damit der billigen Bildzeitungshetze etwas entgegen gestellt wird. Vielen Dank dafür!

Die Jugend des Vereins leistet gute und engagierte Kinder- und Jugendarbeit mit einer Zielgruppe, die eindeutig benachteiligt ist und nicht von vielen anderen Trägern erreicht wird. Der Verein ist offen und an Kooperation und Dialog interessiert.


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