Mittwoch 22.09.10, 22:15 Uhr
Bochumer Verwaltung konkretisiert Vorschläge

Schulschließungen in Bo und Wat

“Kurze Beine – kurze Wege”, dieser Grundsatz scheint keine “Maxime” gewesen sein bei der Beratung über Schulschließungen – von den Verantwortlichen euphemistisch “Schulentwicklungsplanung” genannt. Die Pläne der Stadt Bochum zu den bevorstehenden Schulschließungen nehmen immer konkretere Formen an. Eine Beschlussvorlage der Verwaltung sieht neben einer Reihe von Zusammenlegungen von Schulen die endgültige Schließung von insgesamt vier Grundschulen vor: die Schule am Tippelsberg, die Carl-Arnold-Kortum-Schule und die Rüsingschule (Teilstandort der Von-Waldthausen-Schule) in Bochum sowie in Wattenscheid die Swidbertschule.  In einer aktuellen Pressemitteilung lässt die Stadt verlautbaren: “Im Mai hatte die Schulverwaltung den vom Ausschuss für Bildung und Wissenschaften zur Begleitung der Schulentwicklungsplanung eingesetzten Arbeitsgruppen ein “Denkmodell” über die möglichen Veränderungen der Schulstruktur in Bochum vorgelegt. (…) Dass die Überlegungen gleichzeitig auch allen betroffenen Schulen übersandt worden waren, sollte eine transparente und offene Diskussion über die ersten Pläne der Schulverwaltung ermöglichen.

Maximen
Inzwischen haben die beiden Arbeitsgruppen für die Schulentwicklungsplanung der Grund- und Förderschulen jeweils dreimal getagt und sich u.a. auf Maximen, die der Schulentwicklungsplanung bis zum Jahre 2015 zu Grunde liegen sollen, festgelegt.
- Grundschulen in Bochum sollen zukünftig grundsätzlich zweizügig geführt werden und mind. 180 Schülerinnen und Schüler unterrichten.
- Auch Förderschulen sollen bestimmte Mindestgrößen haben.
Alle Schulformen bedürfen bestimmter Größen, damit über eine ausreichende Lehrerversorgung die Qualität des Unterrichts auf dem heute erwarteten Standard (individuelle Förderung, Differenzierung, Integration, Fächerangebot) möglich bleibt bzw. wird. Unabhängig davon sollte eine gute Erreichbarkeit der Primarschul-Angebote in der Fläche gesichert werden, um den Schulkindern auch zukünftig akzeptable Schulwege zu garantieren.
Neue Vorschläge
Vor diesem Hintergrund sind im Verlauf der Beratungen weitere Grundschulen, die die Mindestgröße von 180 Kindern unterschritten haben, in die Überlegung über schulorganisatorische Maßnahmen einbezogen werden. Anschließend wurde – für alle betroffenen Schulen – geprüft, ob in dem betreffenden Stadtteil bei Wegfall eines Schulgebäudes auch zukünftig alle dort lebenden Schülerinnen und Schüler im Sinne der o.g. pädagogischen Qualitäten angemessen unterrichtet werden können. Außerdem ist die Verwaltung auch der Frage einer ausreichenden Bedarfsdeckung im Bereich der offenen Ganztagsbebetreuung nachgegangen. Der jetzt nach diesen Kriterien optimierte und dem Schulausschuss zugeleitete Verwaltungsvorschlag zur Schulentwicklungsplanung sieht im Einzelnen folgende schulorganisatorische Maßnahmen vor:
1. Grundschulentwicklungplanung
Folgende Schulen sollen – wie auch bisher beabsichtigt – auslaufend geschlossen werden:
Schule am Tippelsberg
Carl-Arnold-Kortum-Schule und
Rüsingschule (Teilstandort der Von-Waldthausen-Schule)
In Wattenscheid schlägt die Verwaltung vor, die
Swidbertschule auslaufend zu schließen und die
Grundschulen Leithe und die Grundschule Wattenscheid-West zu einem Grundschulverbund mit dem Hauptstandort Leithe und dem Nebenstandort Schulstraße zusammen zu legen.
Die ursprünglich zur auslaufenden Schließung vorgeschlagenen Grundschulen Graf-von-der-Recke, Mühlenbach-, Borgholz- und Brantropschule sollen erhalten bleiben, allerdings als Teilstandorte der Feldsieper Schule (Graf-von-der-Recke-Schule) Hans-Christian-Andersen-Schule (Mühlenbachschule) Brenscheder Schule (Borgholzschule) Sonnenschule (Brantropschule). Ebenso verfahren werden soll nach dem Vorschlag der Verwaltung mit der Grundschule Hordel, die als Teilstandort des Schulverbundes mit der Grundschule Hofstede und der Grundschule Eppendorf, die als Teilstandort im Schulverbund mit der Dietrich-Bonhoeffer-Schule weitergeführt werden sollen. Außerdem schlägt die Schulverwaltung nicht länger vor, die Teilstandorte Max-Greve-Schule des Schulverbundes mit der Grundschule In der Vöde sowie Somborner Straße des Schulverbundes mit der Michael-Ende-Schule (GGS Oberstraße) auslaufend zu schließen.
2. Schulentwicklungsplanung Förderschulen I
n dieser Schulform sind die ursprünglichen Vorschläge der Schulverwaltung nur geringfügig modifiziert worden:
- Die Alleeschule und die Cruismannschule (Förderschulen “Lernen”) sollen am neuen Standort Fahrendeller Straße (die dortige Hauptschule wird auslaufend geschlossen) zu einer neuen Förderschule Mitte zusammengelegt und zur Ganztags-Förderschule weiter entwickelt werden.
- Die Lewacker-Schule – ebenfalls Förderschule “Lernen” – soll auslaufend geschlossen werden – allerdings möglichst lange im derzeitigen Gebäude (einen Umzug zur Brantropschule soll es nicht geben).
- Die Hollandschule (Teilstandort der Hilda-Heinemann-Schule) Förderschule “Geistige Entwicklung”, wird am Standort Fröbelstraße in Wattenscheid aufgegeben und auf die Förderschulen Janusz-Korczak-Schule an der Alleestraße und Hilda-Heinemann-Schule an der Eifelstraße aufgeteilt.
- Daneben wird vorgeschlagen, beide Standorte der Paul-Dohrmann-Schule, Förderschule “Emotionale und soziale Entwicklung” (Wasserstraße in Altenbochum und Schulstraße in Wattenscheid) in der Stadtmitte zusammen zu legen und mittelfristig auch die Dependance der Brüder-Grimm-Schule, Förderschule “Sprache” am Standort Ruhrstraße 150 aufzugeben.
Diese Eckpunkte der zukünftigen Schulentwicklungsplanung für die Schulformen Grund- und Förderschulen werden dem Ausschuss für Bildung und Wissenschaften am Dienstag, 28.09.2010 in einer Beschluss-Vorlage der Verwaltung vorgelegt, jedoch dort – noch nicht – inhaltlich beraten. Inhaltlich wird sich der ABW mit der zukünftigen Schulentwicklungsplanung für die Primar- und Förderschulen voraussichtlich zum Jahreswechsel befassen.”

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25. Sep. 2010, 23:13 Uhr

LeserInnenbrief von lahmer:

liebe stadtverwaltung
ich finde es garnicht gut was sie davor haben sie denken garnicht an familien mit mehreren kindern
wo es garnicht möglich wäre erst den weiten weg zur schule in kauf zu nehmen und dann von der schule aus weitere kinder in den kindergarten zu bringen! sie wissen garnicht was sie damit den familien an tun es sind nicht nur kinder die in der nähe von der schulstrasse wohnen nein wir wohnen weiter weg und sie verlangen von mir das ich mein kind zur schulstrasse bringe obwohl mein sohn die schule direkt um die ecke hat! das finde ich nicht richti1 denken sie auch ein mal über familien nach die es zur zeit nicht
gerade leicht haben die auf sich allein gestellt sind weil aus krankheits gründen oder ect…
es kann nicht sein das immer nur immer nach ihrer nase gehen soll fragen sie doch vorher mal die bürger bervor sie handeln die bürger haben auch ein mit sprache recht! den schließlich geht es um ihre kinder nicht um eure


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