Montag 29.06.09, 18:03 Uhr
"Literatur und Erwerbswelt" - Traumberufe

»Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit.«

Eindrucksvolle Projektpräsentation
Trauer - Armut - Angst

Trauer - Armut - Angst

Am letzten Freitag präsentierten die TeilnehmerInnen des Lehrgangs zum Erwerb der Fachoberschulreife (FOR) an der VHS (Schulabschluss PLUS) mit einem Festakt eindrucksvoll ihr Abschlussprojekt in einer Ausstellung. “Eine Verbindung herzustellen zwischen Literatur und Erwerbswelt – dieses Ziel hat sich die FOR im zu Ende gehenden Schuljahr gesetzt und, wie wir glauben, auch mit Erfolg erreicht,” so Gunnar Schmitt, Projektleitung und Deutschlehrer an der VHS. In einem Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit der Bochumer Künstlerin Frau Gödecke-Behncke wurden vorbereitend Texte von Kurt Tucholsky gelesen, um auf dieser Basis anschließend kreativ tätig zu werden. Angesichts der aktuellen Weltwirtschaftskrise wirken die Arbeiten der SchülerInnen sehr ernst und intensiv. In den minimalistischen bis farbkräftigen Bildern, die das Thema Inflation variieren, werden zugleich die Sorgen der eigenen Zukunft reflektiert. Gleich zwei Fotoprojekte begleitete der Bochumer Fotograph Arnd Becker. In dem ersten Projekt werden unterschiedliche Fotos aus der Industrie- und Erwerbswelt zusammengefügt mit Zitaten aus der Literatur. Die digital bearbeiteten Fotos mit ihren teils verfremdeten Objekten einer fast vergangenen Industriekultur verlieren durch die Zitate ihre ursprüngliche Bedeutung, um zugleich eine neue Aussage zu gewinnen. Die Montagen drücken eine große Sehnsucht nach persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung aus: “Warum reisen wir? – Damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich ist.” (Max Frisch) Das dritte Projekt “Mein Traumberuf” sind kraftvolle Selbstinszenierungen der SchülerInnen, die Arnd Becker sensibel in großformatigen Portraits festhält. Anschließend wurden die Portraits von den Teilnehmerinnen digital nachbearbeitet und ergänzt. Auch hier werden Lebensentwürfe und Utopien spürbar, die weit über einen Berufswunsch hinausreichen. Nicht zuletzt sollten diese Bilder Anlaß geben, die gesamte Ausstellung auch an anderen Orten in Bochum zu zeigen. [Fotos von der Projektpräsentation und »Mein Traumberuf«]

 
 
 
 


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