Donnerstag 17.04.08, 15:24 Uhr
Die Linke im Rat besorgt:

Bochumer Sozialbericht 2008: »Arme werden ärmer, Reiche werden reicher.«

Durchschnittseinkommen in den Bochumer Ortsteilen»Der gerade vorgelegte Sozialbericht für Bochum zeigt: Was in Deutschland gilt, gilt auch in Bochum. Die Schere zwischen reich und arm geht weiter auseinander. Das ist ein allgemeines Ergebnis des gerade vorgelegten Sozialbericht Bochum 2008,« bewertet Die Linke im Rat den aktuell veröffentlichten Sozialbericht: »Vor allem analysiert der Bochumer Sozialbericht aber die Entwicklung von Bildung, Arbeit und Armut für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in den einzelnen Ortsteilen.
Zu den besonders benachteiligten Ortsteilen gehören die Innenstadt (Gleisdreieck), Goldhamme und Stahlhausen (Kruppwerke), Hamme, Wattenscheid-Mitte und Querenburg, am anderen Ende stehen die privilegierten Ortsteile Eppendorf, Wiemelhausen-Brenschede, Stiepel, Weitmar-Mark und Linden im Bochumer Süden.
„Der neue Sozialbericht macht die Unterschiede in Bochum sehr deutlich“, so Uwe Vorberg von der Linken im Rat. „Das Schlimme ist, dass die Schere immer weiter auseinander geht“. Das nehme den Armen auch ein Stück Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebenslage und dass senke auch die Motivation zur politischen Teilhabe. „Wenn in Stiepel die Wahlbeteiligung bei 78,2 % liegt und in Goldhamme/Stahlhausen nur bei 58,6 %, dann heißt das auch, dass Reiche mehr mitbestimmen, mehr politischen Einfluss haben. Umgekehrt sehen wir als Linke die geringe Wahlbeteiligung als Ausdruck von Resignation. Viele Menschen haben das Vertrauen in die gewählten PolitikerInnen verloren, Wahlen machen für sie keinen Sinn mehr. Dieses Vertrauen müssen wir zurück gewinnen“, mahnt Vorberg.
Armut ist in Bochum höchst ungleich verteilt: Beziehen im Durchschnitt 13,7 % aller BochumerInnen Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, so sind es in kinderreichen Haushalten 32,3 %, unter den Alleinerziehenden sogar 38,3 %. Kinder stellen auch in Bochum ein wesentliches Armutsrisiko dar. Geradezu dramatisch stellt sich die Situation ausländischer Kinder und Jugendlicher dar: Mehr als die Hälfte ist von Armut betroffen.«
Umgekehrt hat das Lebensumfeld einen wesentlichen Einfluss auf die Bildungschancen von Kindern. So wechseln ca. 40 % der Bochumer GrundschülerInnen aufs Gymnasium, in dem besonders benachteiligten Ortsteil Goldhamme/Stahlhausen sind es weniger als 12 %, im reichen Stiepel mehr als 65 %.« Die Pressemitteilung im Wortlaut. [Der 300seitige Sozialbericht als PDF-Datei]

 
 
 
 


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