Guten Abend, ich freue mich, dass sich heute Abend so viele Menschen für bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Der Wohnungsmarkt in Bochum ist immer enger. Dies betrifft nicht nur die Villa und 100 Studierende, die ihre Wohnungen im Studierendenwohnheim letzten Woche vorerst verloren haben. Wir sind beim Mieterverein täglich Mieterproblemen wie Wuchermietangeboten, exorbitanten Nebenkostenabrechnungen und Sanierungsstau konfrontiert.
Die Mängel an der Villa sind im Grundsatz seit 2011 bekannt und hätten eigentlich von der Stadt als Eigentümerin selbst beseitigt werden müssen. Der Mieterverein befürchtet den Verlust von bezahlbaren Wohnungen für 17 Menschen und erhofft pragmatische Maßnahmen, die die Bewohnerschaft schützen, ihr aber die Möglichkeit gibt, im Haus wohnen zu bleiben. Daher braucht es eine direkte Kommunikation aller Beteiligten, um zu einer solchen Lösung zu kommen.
Ein weiterer Verlust gerade von bezahlbarem Wohnraum in Bochum wäre angesichts der Enge auf dem Wohnungsmarkt, der zu weiter steigenden Mieten beiträgt, fatal. Wie sehr der Sanierungsstau zur Wohnungsnot beiträgt, hat nicht nur das Handlungskonzept Wohnen der Stadt im letzten Jahr gezeigt. Dieses hält einen großen Teil der Leerstände für nicht mehr vermietbar. Auch weitere Studien haben gerade den Mangel beim energetischen Zustands angezeigt. Diese Wohnungen dürften vor allem in Händen von Privatvermietern liegen.
Der Fall der Villa in Langendreer sowie die Räumungen des Akafö Studierendenwohnheims in der Laerholzstraße zeigen aber, selbst bei professionellen Vermietern gibt es Probleme mit Sanierungsstau. Um bezahlbaren Wohnraum in Bochum zu erhalten braucht es eine Sanierungsoffensive. Dazu sollte die Stadt Leerstand und Sanierungsstau stärker in den Blick nehmen und ahnden. Eine erste Aufgabe wäre die Sanierung der stadteigenen Villa in Langendreer.