Dienstag 16.09.25, 14:49 Uhr
10 Jahre Netzwerk Flüchtlinge Langendreer

Grußwort der Nordhilfe Nordsyrien


Renas (32) ist seit 2015 in Bochum. Er stammt aus Hasaka (Syrien), ein Ort, der von Krieg, Gewalt und Armut geprägt ist. Es gibt keine offizielle Strom- und Wasserversorgung. Der Kampf ums tägliche Brot prägt das Leben der Menschen dort.

Renas hat in Bochum Fuß gefasst, seine Ausbildung zum Kinderpfleger und Erzieher gemacht und inzwischen eine feste Stelle. Seine Heimat hat er aber nicht vergessen. Im Mai 2025 kam er aus seinem mehrwöchigen Aufenthalt in Nordsyrien zurück. Die dort herrschende Armut und Verzweiflung hat ihn wieder stark erschüttert. Mit Spenden seiner Freunde und Freundinnen in Bochum hat er schon zum dritten Mal über 100 vor Ort (Al Hasaka und Qamischli) ausgewählte Familien mit großzügigen Lebensmittelpaketen versorgt. Renas kaufte für die Familien zu Großhandelspreisen haltbare Lebensmittel (Reis, Bohnen, Zucker, Käse, Bulgur, Öl, Tee) und packte die Lebensmittel zu Paketen zusammen. Anschließend lieh er sich ein Auto und brachte die Pakete zu den Familien, um sich von der Lage jeder einzelnen Spendenempfänger*in zu überzeugen. Das hat zwar viel Arbeit gemacht, aber auch Geld gespart, was sonst für Helfer*innen und Mietwagen hätte ausgegeben werden müssen.

Die Auswahl der Familien, um die sich Renas gekümmert hat, war nicht leicht. Erst nach zahlreichen Hausbesuchen hat er sie ausgewählt. Dabei war ihm wichtig, nicht Familien aus seiner eigenen Verwandtschaft zu bedenken, obwohl es auch die nötig hätten. „Ich will vermeiden, dass der Eindruck von Vetternwirtschaft entsteht“, meint Renas.

Renas und sein Freundeskreis möchten die Hilfsaktionen fortsetzen. Im Herbst 2025 fliegt Renas wieder nach Nordsyrien. Das Alleinstellungsmerkmal der Aktion fasst Renas so zusammen: „Bei uns kommt jeder Cent bei den Familien an. Wir haben keine Verwaltungskosten.“ Klar ist, dass Renas seine Flugkosten selbst tragen wird – wie in den letzten Jahren auch.