Montag 08.09.25, 11:32 Uhr
Radwende Demo „Fair mobil in Bochum“ am 6. September 2025 Rede 2 Stadtpark

Rede von Karl-Heinz Hüsing


Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten, liebe Zuschauer und Interessierte

Schön, dass ihr so zahlreich dabei seid!

Wir haben jetzt ungefähr die Hälfte unserer Fahrraddemonstration erreicht und schon einige Stellen gesehen, auf denen das Fahrradfahren gefährlich ist.
Vor allem weil die Infrastruktur für Radfahrende lückenhaft ist.
Hier ein paar Beispiele:

  • Gleich am Anfang unserer Demo sind wir auf der Hattinger Straße gefahren. Hier hat die Stadt beim Umbau der Straße einen Radweg angelegt. In Richtung Linden wurden Trennelemente eingebaut, die parkenden Autos die Möglichkeit geben über den Radweg zu fahren um die Parkplätze zu erreichen oder illegal auf dem Radweg zu parken. Dies wurde dann als Protected Bikelane verkauft, war aber in Wahrheit eine gefährliche Semi-Protected-Bikelane.
    Erst nach mehreren Unfällen und massivem Protest unter anderem von der Radwende sind die gefährlichen Trennsteine dann entfernt worden.
  • Am Ende der Umbaumaßnahme hört der Radweg dann einfach auf.
    Wir haben selbst erfahren, wie gefährlich das Abbiegen von der Hattinger Straße auf die Friederikastraße ist. Straßenbahnschienen stellen eine große Gefahr für Radfahrende dar, wenn man sie nicht in einem steilen Winkel überfahren kann.
  • Die Königsallee hat jetzt endlich Radwege bekommen. Aber wieso enden sie schon wieder hinter dem Park?
    Zwischen Innenstadtring und Arnikastraße finden wir nur fehlende oder vollkommen unzureichende Radwege vor.
  • Mit großem TamTam wurde das Radkreuz durch die Bochumer Innenstadt vorgestellt. Jetzt wird eine der wichtigsten Radialen durch die Innenstadt mit dem Husemannplatz unterbrochen.
    Wie hier RadfahrerInnen den Husemannplatz mit wahrscheinlich viel Fußgängerverkehr kreuzen sollen wurde wohl nicht bedacht und ist bis heute nicht klar.
  • Wir sind über den Nordring gefahren. Nachher werden wir den Ring komplett fahren. Die Stadt Bochum weigert sich über einen Fahrradweg auf dem Ring nachzudenken. Auch ein Bürgerantrag für Tempo 30 wegen zu hoher Lärmemissionen wurde abgelehnt.
    Hier soll also weiterhin Freie Fahrt mit 4 Spuren für den Autoverkehr gelten.
    Ist das fair?
    Ein gutes Beispiel aus unserer Nachbarstadt Dortmund: Hier wird der Ring, der hier Wall heißt, komplett beidseitige Radwege bekommen. Dortmund hat auch auf fast allen lärmkritischen Hauptverkehrsstraßen Tempo 30 angeordnet.
  • Wir sind hier an der Bergstraße. Hier ist der viel zu schmale Schutzstreifen für den Radverkehr vollkommen unzureichend.
    Bereits in 2020 hat die Radwende einen Bürgerantrag für Tempo 30 auf der gesamten Bergstraße gestellt. Der Antrag wurde natürlich abgelehnt.
  • Auf die schlechte Fahrradinfrastruktur auf der Herner und Dorstener Straße haben wir auf unserer Demonstration im Mai hingewiesen. Die Radwege sind hier zu schmal und es fehlen Sicherheitstrennstreifen zu parkenden Autos.
    An 2 Stellen gab es hier im letzten Jahr Dooring-Unfälle, auf die wir mit einer Aktion aufmerksam gemacht haben.

So jetzt aber Schluss mit den schlechten Nachrichten. Wir machen uns jetzt wieder auf den Weg und fahren über die Freiligrathstraße auf die Herner Straße.
Dabei kreuzen wir am Bergbaumuseum die geplante Veloroute 1.
Dann geht es über die Herner Straße auf den Ring, den wir komplett fahren und dann geht es zum Rathaus. Hier endet unsere Demonstration.

Ich möchte noch auf zwei Gefahrenpunkte auf unserer Demonstration hinweisen:
Wenn wir vom Ring in die Dorstener Straße fahren, ist es hier teilweise eng bis zu den Straßenbahnschienen.
Noch enger wird es auf dem letzten Stück zum Rathaus auf der Hans-Böckler-Straße. Hier können wir die Schienen dann in einem guten Winkel queren. Es sind hier aber 2 enge Kurven zu fahren.
Passt auf euch auf!!

Ich wünsche euch weiterhin eine gute Demonstration