Freitag 18.09.20, 13:30 Uhr

Klares Nein zu verkaufsoffenen Sonntagen


Der Fachbereich Handel im ver.di Bezirk Mittleres Ruhrgebiet schreibt: »Die Krise der Innenstädte hat viele Ursachen: Expansion der Handelsflächen, Onlinehandel, hohe Mieten und ein massiver Verdrängungswettbewerb durch Tarifflucht in Verbindung mit der Zunahme prekärer Beschäftigung und einer massiven Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Die Corona-Pandemie hat die Situation sicherlich erschwert, sie ist aber nicht ursächlich für die Probleme der Innenstädte.

Vielfach glaubt man die Probleme der Innenstädte durch verkaufsoffene Sonntage lösen zu können. Die Mitglieder des ver.di Fachbereichsvorstands Handel im Bezirk Mittleres Ruhrgebiet sprechen sich jedoch klar gegen verkaufsoffene Sonntage aus. Verkaufsoffene Sonntage lösen die Probleme des Einzelhandels nicht. Die Einzelhandelsbeschäftigten sind an 6 Tagen in der Woche für uns da. Sie arbeiten durchgehend mit Maske, das ist extrem anstrengend und belastend. Sie haben jeden Tag Angst sich selbst anzustecken. Verkaufsoffene Sonntage sind eine zusätzliche Belastung für die Beschäftigten.

Natürlich ist den Mitgliedern des Fachbereichsvorstands Handel die Sicherung der Arbeitsplätze im Handel wichtig, schließlich arbeiten sie selbst in der Branche. Daher haben sie in ihrer letzten Sitzung erste Ideen gesammelt, wie der stationäre Handel in der Innenstadt gesichert und unterstützt werden kann. Dabei ging es natürlich in erster Linie um gute und tariflich abgesicherte Arbeit in der Innenstadt. Durch Tarifflucht vieler Händler haben nur noch 28 % der Einzelhandelsbeschäftigten den Schutz eines Tarifvertrages. Darüber hinaus ging es um die Themen bezahlbarer Wohnraum in der Innenstadt, Mobilität und der Umgang mit Digitalisierung und Onlinehandel.

Das Ganze ist Teil eines Diskussionsprozesses im ver.di Fachbereich Handel, an deren Ende ein Gesamtkonzept für eine lebenswerte Innenstadt stehen soll.

„Während viele Einzelhändler und Kommunalpolitiker krampfhaft versuchen verkaufsoffene Sonntage durchzudrücken und damit auf das Mittel der Ausweitung von Öffnungszeiten setzen, das bisher schon nicht geholfen hat, machen sich unsere Ehrenamtlichen auf den Weg nachhaltige Ideen für eine lebenswerte Innenstadt mit sicheren Arbeitsplätzen zu entwickeln.“ erklärt Gewerkschaftssekretär Michael Sievers.«