Freitag, 27.4.
19.30 uhr
SZ Bochum
der_notstand präsentiert:
Über Sarrazin hinaus – Der Rassismus in der ‘Leistungsgesellschaft’
Das mediale Ereignis der ‘Sarrazindebatte’ führte zu einer breiten
gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches
Denken und verband in besonderer Weise Rassismus mit Elite- und
Nützlichkeitsdenken. Der Ende August erschienene Sammelband ‘Rassismus in
der Leistungsgesellschaft’ analysiert und kritisiert in Beiträgen
unterschiedlicher Autor_innen diese wichtige politische Debatte. Die
Beiträge geben Anstöße für den Alltag, die politische Praxis und die
kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung.
Zunächst zeichnet Sebastian Friedrich die Debatte nach und zeigt auf, wie
“Unterschicht” ethnisiert wird. Das Zusammenspiel von Ökonomie und
Einwanderung zeigt sich deutlich an den Bildern von Migrant_innen, die die
“Sarrazindebatte” bestimmten, was anschließend Hannah Schultes
darstellen wird. Schließlich widmet sich Regina Wamper der Berufung
Sarrazins auf die Meinungsfreiheit. Statt sich auf diesen
Legitimationsdiskurs einzulassen, empfehlen die Referent_innen sich besser
mit den inhaltlichen Aussagen und ihrer Verknüpfung mit
Herrschaftsverhältnissen und Machtwirkungen auseinanderzusetzen.
Hannah Schultes ist Redakteurin von kritisch-lesen.de und Mitglied der
Diskurswerkstatt des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung
(DISS). Regina Wamper ist Mitarbeiterin des Duisburger Instituts für
Sprach- und Sozialforschung (DISS). Sie arbeitet diskursanalytisch zu den
Themen extreme Rechte in Deutschland, Antisemitismus, völkische
Kapitalismuskritik und Geschlechterkonstruktionen der extremen Rechten.
Sebastian Friedrich lebt in Berlin, ist Redakteur von kritisch-lesen.de,
aktiv bei KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) und
Mitglied
des AK Rechts und der Diskurswerkstatt des Duisburger Instituts für
Sprach- und Sozialforschung (DISS).