Veranstaltungsreihe Krise und Kämpfe in Europa
Weniger ist nicht immer mehr: Die Folgen des kommunalen Sparens

27. Februar 2015 um 19.30 Uhr im Sozialen Zentrum Bochum

Wenn die Ressourcen knapp sind, ist ihre Verwendung umso umkämpfter. Entweder öffnet das Freibad nicht mehr oder die kaputte Schultoilette wird nicht repariert. Aber muss das so sein? Und wie kann es dazu kommen? Dass die Kommunen – insbesondere im Ruhrgebiet – klamm sind, ist zu einem medialen Allgemeinplatz geworden. Der als Sachzwang präsentierten Sparpolitik wird kaum widersprochen. Dabei hat sie massive Auswirkungen auf viele Lebensbereiche der Bochumer_innen und betrifft gerade ärmere Bevölkerungsschichten. Wenn öffentliche Gelder ins Ruhrgebiet fließen, sollten sie in erster Linie für den Ausbau der sozialen Infrastruktur und für Gemeinwesenarbeit verwendet werden. Niemand soll im Schatten der Leuchttürme die Mülltonnen nach Brauchbarem durchsuchen müssen, fordert das Bündnis “Recht auf Stadt Ruhr”. Entstehende Leerstände können sozial und kulturell genutzt werden, so kann die Schrumpfung auch eine Chance sein. Mit dem Bochumer Ratsmitglied Horst Hohmeier und einer Aktivistin des Bündnisses „Recht auf Stadt Ruhr“ wollen wir die Hintergründe und Auswirkungen dieser Sparpolitik beleuchten und mögliche Alternativen und Handlungsstrategien diskutieren.

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Veranstaltungsreihe Krise und Kämpfe in Europa
Sparpolitik: Hintergründe, Akteure und Alternativen. Ein Intro…

23. Januar 2015 um 19:30 Uhr im Sozialen Zentrum Bochum

Im Laufe der „Krise“ entwickelte sich aus der Europäischen Union mehr und mehr ein repressives System. Die Troika, bestehend aus der Europäischen Zentralbank, der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfond, zwang die von der Krise betroffenen Ländern zu massiven Sparmaßnahmen. Diese Austeritätspoltik zeigt drastische Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben. Güter und Dienstleistungen, die bisher den meisten Menschen zur Verfügung standen, fallen dieser Politik zum Opfer; die Folgen sind Verarmung und Verelendung. Menschen sterben an längst heilbaren Krankheiten und die Versorgung mit alltäglichen Gütern ist nicht mehr gewährleistet.

Dies ist nicht das Ergebnis einer naturgesetzlichen Notwendigkeit, sondern folgt einem ideologischen Muster mit klar benennbaren Akteuren. In der meist undurchschaubaren medialen Vermittlung sind diese Akteure und Ideologien oft intransparent. Dies führt dazu, dass kaum jemand die komplexen Verhältnisse durchblicken kann.

In unserer Einführungsveranstaltung wollen wir Licht auf die Verhältnisse werfen und der dahinter stehenden neoliberalen Ideologie nachspüren. Anschließend werden Alternativen und soziale Kämpfe zur herrschenden Ideologie vorgestellt.

Ismail Küpeli ist Politikwissenschaftler, Aktivist und freier Autor. Er betreibt das Blog kupeli.blogsport.eu.

Mag Wompel ist freie Journalistin und Industriesoziologin. Sie ist verantwortliche Redakteurin des LabourNet Germany.

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Der notstand e.V. und das Soziale Zentrum präsentieren: Berufsverbot (k)ein Schnee von Gestern

Am 24.10. um 19:30 im Sozialen Zentrum

Mit dem Berufsverbot wird in der Regel der sogenannte Radikalenerlass, der vor über 40 Jahren von der Ministerpräsidentenkonferenz unter dem Vorsitz von Willi Brand erlassen wurde, in Verbindung gebracht. Er ermöglichte es, „Personen, die nicht die Gewähr bieten, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten“, die Einstellung zu verweigern.

Er hat Tausenden von Menschen die berufliche Perspektive genommen. Die gesetzlichen Grundlagen bestehen jedoch weiter und die Betroffenen warten immer noch auf Entschädigung und Rehabilitierung. Auch nach der Aufhebung dieses Erlasses gibt es Möglichkeiten, vermeintliche Verfassungsfeinde zu enttarnen und Berufsverbote aus zu sprechen.

Michael Csaszkóczy war in den Jahren 2004-2007 wegen seines Engagements in antifaschistischen Gruppen nicht als Lehrer eingestellt worden. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim (VGH) hatte dieses Berufsverbot letztinstanzlich gekippt. Er wurde also als Lehrer angestellt und zwischenzeitlich auch verbeamtet, weil „keine Zweifel an seiner Verfassungstreue mehr” beständen. Aktuell verhindern allerdings immer noch Bundesinnenministerium und Innenministerium Baden-Württemberg die gerichtliche Aufklärung der Überwachung des Heidelberger des Heidelberger Lehrers.

An diesem Abend wollen wir gemeinsam mit Michael über seine Erfahrungen und den Umgang mit der daraus stehenden Repression diskutieren.

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Vortrag am 3. Oktober im Sozialen Zentrum: 10 Jahre wilder Streik bei Opel

6 Tage wilder Streik bei Opel-Bochum im Oktober 2004… Seine lange Vor- und kurze Nachgeschichte (Bude zu Ende 2014) und die radikale Linke… Dazu werden wir zunächst den Opel-Streik-Film (28 Min) sehen, anschließend einen inhaltlichen Aufschlag mit anschließender gemeinsamer Diskussion

Viele radikale Linke, die also den Kapitalismus für eine abzuschaffende und abschaffbare Produktionsweise halten, haben sich in die Auseinandersetzungen bei Opel-Bochum eingemischt. Deutlich wird, dass wir dabei sehr widersprüchliche Einschätzungen und Schlussfolgerungen vertreten haben, sowohl was die Kapitalstrategie betrifft, als auch die Analyse der offiziellen Gewerkschafts- und Betriebsratspolitik, und insbesondere was die Einschätzung des Alltagsbewusstseins und der Möglichkeiten der großen Mehrheit der KollegInnen betrifft… Insgesamt haben wir eher ein Bild abgegeben von theoretischer wie praktischer Schwäche und Zersplittertheit.

Gemeinsam sollen in dieser Veranstaltung einige Diskussionspunkte angesteuert werden, wie Erfahrungen der Opel-Arbeiter-Gruppe “Gegenwehr ohne Grenzen” GOG (gegr.1972)… Wildcat und andere zum Opel-Streik und möglichen Konsequenzen… Kommentare, Forderungen etc der Partei Die Linke … Position der organisierten “Gewerkschaftslinken” …

(Wolfgang Schaumberg arbeitete 30 Jahre lang bei Opel in Bochum, 25 Jahre Betriebsratsmitglied, weiterhin aktiv in der Opel-Arbeitergruppe GoG (Gegenwehr ohne Grenzen), in der Gewerkschafts- und Sozialforenbewegung und in Vernetzungsprojekten mit Menschen in China.)

Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 19 Uhr!

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freiheit und glück für sonja und christian

Freitag 30.11 – 19:30 SZ Bochum

der_notstand präsentiert:

Sonja Suder und Christian Gauger sind im September 2011 nach 33 Jahren im Exil von Frankreich an die deutsche Justiz ausgeliefert worden. In diesem Jahr wird ihnen der Prozess vor dem Landgericht Frankfurt gemacht wegen Aktionen der Revolutionären Zellen RZ von 1977 gegen Atomkonzerne, Apartheid in Südafrika und Stadtsanierungs- und Vertreibungspolitik heute Gentrifizierung genannt. Ein weiterer Vorwurf behauptet aufgrund einer Kronzeugenaussage, Sonja hätte den Überfall auf die Opec- Konferenz 1975 logistisch unterstützt. Sonja ist 79 Jahre alt und sitzt in Frankfurt Preungesheim im Knast, Christian ist 70 und unter Auflagen frei. Beide lehnen jegliche Zusammenarbeit mit dem Staatsschutz ab.

Wir wollen an diesem Abend über die politischen Hintergründe der 70er Jahre berichten, über die Gründe ihres Exils, über die Aktualität der Themen und Politiken, über ihre persönliche Haltung gegenüber den Verfolgungsbehörden, über den juristischen Stand des Verfahrens, zum Prozess nach Frankfurt mobilisieren und gerne viel diskutieren.

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Critical Whiteness

Freitag, 23.11 – 19:30 Uhr SZ Bochum

der_notstand präsentiert:

Nach den Ereignissen auf dem No-Border-Camp in Köln und anderen Vorfällen im Vorfeld, befindet sich die Linke hierzulande in einer Debatte um die Konzepte “Critical Whiteness” und “Definitionsmacht”. Der notstand möchte dies zum Anlass nehmen, sich kritisch mit der Debatte auseinander zusetzen. Zum einen soll der theoretische Hintergrund erläutert werden, um sich später mit der Frage auseinander zu setzen, wie eine praktische Umgehensweise einer linken Bewegung damit aussehen kann.

Critical whiteness ist eine relativ junge Forschungsrichtung, die sich kritisch mit dem „weißsein“ auseinandersetzt. In der bisherigen Rassismusforschung lag das Augenmerk primär auf der deprivilegierten Gruppe und weniger auf der privilegierten Gruppe, die einen (un-)bewussten Rassismus (re-)produziert. Somit schien Rassismus ausschließlich als „Problem“ derer, die davon betroffen sind. Jedoch implizierte diese Sichtweise, dass sich weiße wenig mit ihrer Privilegierung in einer rassistisch geprägten Gesellschaft auseinandergesetzt haben. So fordert Toni Morrison, eine bedeutende Vertreterin der afroamerikanischen Literatur, anfang der 1990er Jahre einen Blickwechsel in der Erforschung des Rassismus. Nicht die Objekte des Rassismus sollen analysiert werden, sondern die Subjekte des Rassismus. Critical whiteness Studies möchten whiteness als unsichtbare Norm in einer rassistisch geprägten Gesellschaft sichtbar machen.

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Über Sarrazin hinaus – Der Rassismus in der ‘Leistungsgesellschaft’

Freitag, 27.4.
19.30 uhr
SZ Bochum

der_notstand präsentiert:

Über Sarrazin hinaus – Der Rassismus in der ‘Leistungsgesellschaft’
Das mediale Ereignis der ‘Sarrazindebatte’ führte zu einer breiten
gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches
Denken und verband in besonderer Weise Rassismus mit Elite- und
Nützlichkeitsdenken. Der Ende August erschienene Sammelband ‘Rassismus in
der Leistungsgesellschaft’ analysiert und kritisiert in Beiträgen
unterschiedlicher Autor_innen diese wichtige politische Debatte. Die
Beiträge geben Anstöße für den Alltag, die politische Praxis und die
kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung.

Zunächst zeichnet Sebastian Friedrich die Debatte nach und zeigt auf, wie
“Unterschicht” ethnisiert wird. Das Zusammenspiel von Ökonomie und
Einwanderung zeigt sich deutlich an den Bildern von Migrant_innen, die die
“Sarrazindebatte” bestimmten, was anschließend Hannah Schultes
darstellen wird. Schließlich widmet sich Regina Wamper der Berufung
Sarrazins auf die Meinungsfreiheit. Statt sich auf diesen
Legitimationsdiskurs einzulassen, empfehlen die Referent_innen sich besser
mit den inhaltlichen Aussagen und ihrer Verknüpfung mit
Herrschaftsverhältnissen und Machtwirkungen auseinanderzusetzen.

Hannah Schultes ist Redakteurin von kritisch-lesen.de und Mitglied der
Diskurswerkstatt des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung
(DISS). Regina Wamper ist Mitarbeiterin des Duisburger Instituts für
Sprach- und Sozialforschung (DISS). Sie arbeitet diskursanalytisch zu den
Themen extreme Rechte in Deutschland, Antisemitismus, völkische
Kapitalismuskritik und Geschlechterkonstruktionen der extremen Rechten.
Sebastian Friedrich lebt in Berlin, ist Redakteur von kritisch-lesen.de,
aktiv bei KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) und
Mitglied
des AK Rechts und der Diskurswerkstatt des Duisburger Instituts für
Sprach- und Sozialforschung (DISS).

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neue Bücher am notstand / 15.01.2012

Anzahl Autor Titel Verlag ISBN
1 Emme, Barbara; Nowak, Jörg; Zattler, Gregor Gestreikt. Gekündigt. Gekämpft. Gewonnen: Die Erfahrungen der “Emmely”-Kampagne Ag Spak 3-940865-27-3
1 Giovinazzo, Buddy Cracktown Pulp Master 3-927734-12-8
1 Trondheim, Lewis Ralph Azham: Trondheim, Lewis, Bd.2 : Und Am Anfang Wartet der Tod Reprodukt 3-943143-20-1
1 Linera, Álvaro García Vom Rand Ins Zentrum: Die Neugestaltung von Staat Und Gesellschaft in Bolivien Rotpunktverlag, Zürich 3-85869-445-2
1 Karrass, Anne; Stierle, Steffen EuropaKrise: Wege Hinein Und Mögliche Wege Hinaus Vsa 3-89965-480-3
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22.3.2012: Buchvorstellung Antifa – Geschichte und Organisierung

Donnerstag, 22.3
19.30 Uhr
Bhf Langendreer

Buchvorstellung: Antifa – Geschichte und Organisierung mit Moritz Krawinkel

Antifaschismus ist eines der zentralen Aktionsfelder der radikalen Linken in Deutschland: In fast jeder Klein- und Großstadt existierten Antifa-Gruppen, viele Jugendliche finden über die Jugendantifa zu linksradikaler Politik und immer wieder machen militante Aktionen gegen Nazis und ihre Aufmärsche von sich reden. Doch was zeichnet diesen autonomen Antifaschismus aus? Wo liegen seine historischen Wurzeln und theoretischen Bezugspunkte?

Die Endphase der Weimarer Republik, in der die historische Antifaschistische Aktion entstand, ist kaum mit den heutigen Bedingungen der autonomen Antifa zu vergleichen. Dazwischen lag nicht nur der Bruch, den Nationalsozialismus und Shoah für jedes linksradikale Engagement in Deutschland bedeuteten; auch die Entwicklungen in der BRD und dem wiedervereinigten Deutschland schufen jeweils neue historische Bedingungen, denen sich revolutionäre AntifaschistInnen stellen mussten. Ihnen allen gemeinsam ist jedoch die, in Max Horkheimers Diktum «Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen» formulierte Position gegen die kapitalistische Gesellschaft und eine Perspektive auf Überwindung aller Herrschaftsverhältnisse.

Gegenstand dieser Veranstaltugnen sind also die Entwicklungen und Brüche in Theorie, Organisierung und Praxis jenes Verständnisses von Antifaschismus, das Ende der 1980er Jahre in der Formel des «revolutionären Antifaschismus» auf den Punkt gebracht wurde und bis heute in zahlreichen Antifa-Gruppen bundesweit in weiterentwickelter Form Ausdruck findet.

Moritz Krawinkel veröffentlichte 2011 gemeinsam mit Mirja Keller, Lena Kögler und Jan Schlemermeyer “Antifa – Geschichte und Organisierung2 in der Reige theorie.org im Schmetterling-Verlag

Eine Veranstaltung von Bhf Langendreer, Dortmunder Antifabündnis (dab) & der_notstand

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27.1.2012: Lesung mit Jan Ole Arps zu seinem Buch “Frühschicht.Linke Interventionen…”

der_notstand präsentiert:

Freitag, 27.1.
19.30 Uhr
Soziales Zentrum Bochum

Buchvorstellung und Diskussion mit Jan Ole Arps zu seinem Buch “Frühschicht.Linke Interventionen…”
- ergänzt von Wolfgang Schaumberg (GoG) aus seinen konkreten Erfahrungen linker Praxis bei Opel Bochum -

„Ich wusste nicht, was auf mich zukam. Aber ohne die Arbeiterklasse hatten wir keine Chance, die Welt zu verändern, so viel war klar.“ Das schrieb Harry Oberländer 1977, Jahre nachdem er als revolutionärer Aktivist bei Opel in Rüsselsheim angeheuert hatte. Vom Studenten zum Arbeiter.

Was heute kaum vorstellbar klingt, war Anfang der 1970er Jahre weit verbreitet. Einige tausend junge Linke tauschten den Seminarstuhl gegen die Werkbank, um sich mit den Arbeitern am Fließband zu vereinen. In seinem Buch „Frühschicht“ geht Jan Ole Arps der Geschichte dieses vergessenen politischen Experiments nach. Er beschäftigt sich mit den K-Gruppen, die sich an Lenins Modell der Kaderpartei orientierten, und den Spontis, die die These von der Autonomie der Arbeiterkämpfe in der Fabrik erprobten, schildert die Kluft zwischen revolutionärer Hoffnung und betrieblichem Alltag und forscht nach den Strategien der Beteiligten, mit diesem Widerspruch umzugehen. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen der Protagonisten, die mal nur einige Monate, manchmal ein ganzes Leben in der Fabrik geblieben sind.

Das Buch bietet Anlass zur Auseinandersetzung mit der Geschichte betrieblicher Kämpfe in der Bundesrepublik, es wirft aber auch Fragen auf, die heute noch aktuell sind: Wie kann eine Verbindung von Radikalität und Alltag aussehen? Wo liegen die Grenzen des politischen Aktivismus?

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