Sonntag 02.02.20, 21:38 Uhr

Künstliche Intelligenz in Waffensystemen – Wettrüsten und Destabilisierung vorprogrammiert

Das Bochumer Friedensplenum, die DFG-VK und die Volkshochschule (VHS)  laden am 12. Februar um 18.30 Uhr in der VHS zu einen Vortrag von Dr. Jürgen Altmann über Künstliche Intelligenz in Waffensystemen ein: „Künstliche Intelligenz“ (KI) gilt als nächste große technische Innovation, sie wird von vielen Staaten intensiv gefördert. Sie kann das Leben angenehmer machen, aber auch Überwachung und Manipulation erleichtern. Erheblich gefährlicher wäre KI im Krieg. Viele Streitkräfte setzen auf KI, in Waffensystemen sowie der allgemeinen Gefechtsführung. KI soll im Kampf Überlegenheit bringen. Autonome Waffensysteme würden nicht mehr Befehle eines relativ langsamen Menschen brauchen, sondern mittels Sensoren Computer-schnell Ziele auswählen und angreifen. KI würde die Situation auf dem Gefechtsfeld beurteilen, die Aktionen des Gegners analysieren und den Befehlshaber*innen Operationen vorschlagen, sie perspektivisch sogar selbst durchführen. Man kann befürchten, dass Menschen Mühe haben würden, dem Geschehen zu folgen, geschweige denn es zu steuern.

Der Vortrag erläutert wichtige Prinzipien der KI, aber auch Fehlermöglichkeiten. Wenn autonome Waffensysteme nicht bald international verboten werden, ist intensives Wettrüsten – nicht nur zwischen den Nuklear-Hauptmächten USA, Russland, China – zu erwarten sowie Weiterverbreitung an viele Staaten, möglicherweise auch an Terroristen. Wenn Flotten autonomer Waffensysteme sich in einer Krise auf kurze Entfernung gegenseitig bedrohen, könnten Fehlalarme in einen Krieg führen. Hier müsste in Sekunden entschieden werden, während bei Meldung von Nuklearangriff immerhin noch zehn bis dreißig Minuten Zeit ist zu entscheiden, ob ein Fehlalarm vorliegt – oder ob man den eigenen Gegenschlag startet. Die Lage bei Cyberangriffen wäre ähnlich. Diese Destabilisierung zu verhindern, braucht die Rückkehr zu Abrüstung mittels internationaler Verträge.

Jürgen Altmann, Dr., Privatdozent, ist Physiker und Friedensforscher an der Technischen Universität Dortmund. Seit 1985 bearbeitet er wissenschaftlich-technische Probleme der Abrüstung. Größere Studien befassten sich mit Laserwaffen, Raketenabwehr, Mikrosystemtechnik, Nanotechnik, nicht-tödlichen Waffen und bewaffneten unbemannten Fahrzeugen. Er ist ein stellvertretender Sprecher des International Committee for Robot Arms Control.
Die Veranstaltung findet im Raum 1012 der VHS statt.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldungen unter: 02 34 / 910 – 15 55 oder im Internet unter www.vhs-bochum.de
Kursnummer: A13016