Dienstag 09.04.19, 10:41 Uhr

Die Stadt duldet weiter ein Fest der Grauen Wölfe in Dahlhausen

Zwischen den Anmelder*innen des „Frühlingsfestes“ in Bochum-Dahlhausen und der rechtsradikalen türkischen Organisation Türk Federasyon besteht eine „enge Verbindung“. Das erklärt die Stadtverwaltung auf Anfrage der Bochumer Linksfraktion und bestätigt damit die Vorwürfe des Bochumer Bündnisses gegen Rechts. Die Linke im Rat kritisiert, dass das nationalistische Fest am 27. und 28. April 2019 trotzdem wieder auf dem Dahlhausener Bahnhofsvorplatz stattfinden soll. „Die Verwaltung kündigt auf unsere Anfrage immerhin an, die Veranstaltung genauer als in der Vergangenheit zu kontrollieren“, sagt Horst Hohmeier, Mitglied der Linksfraktion im Rat. „Das ist ein erster kleiner Erfolg. Wir begrüßen auch, dass sich der Stadtsportbund distanziert und zukünftig kein Veranstaltungsmaterial mehr zur Verfügung stellen wird. Aber die Stadt kann mehr tun. Wenn ein Kulturverein eine Sondernutzungserlaubnis für ein Gemeindefest beantragt, und dann ein rechtsradikaler Verband ein nationalistisches Propaganda-Event durchführt, muss die Verwaltung das nicht dulden.“
Auch für dieses Jahr hat der „Türkisch-Islamische Soziale und Kulturelle Pflegschaftsverein Bochum“ eine Sondernutzungserlaubnis beantragt, um ein „Gemeindefest“ auf dem Bahnhofsvorplatz in Dahlhausen durchzuführen. Auf den Plakaten für das Fest trat im vergangenen Jahr die rechtsradikale Organisation Türk Federasyon offen als Veranstalter auf. Der Verband ist seit etwa zehn Jahren in Bochum-Dahlhausen aktiv. Er gilt als Dachverband der faschistischen „Grauen Wölfe“ in Deutschland und ist eng mit der rechtsradikalen türkischen Partei MHP verbunden. Das Bochumer Bündnis gegen Rechts protestiert seit Jahren dagegen, dass die ultrarechte Vereinigung das jährliche Frühlingsfest unter falscher Flagge anmelden kann.

5 LeserInnenbriefe zu "Die Stadt duldet weiter ein Fest der Grauen Wölfe in Dahlhausen" vorhanden:

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9. Apr. 2019, 11:49 Uhr

LeserInnenbrief von Rene:

Reicht eine Pressemitteilung den Faschismus zu stoppen?

Wenn die NPD eine öffentliche Veranstaltung machen würde. Was würdet Ihr tun? Dagegen demonstrieren?
Vermutlich ja.
Wenn es sogar ein Straßenfest zur Etablierung rechter Strukturen im Stadtteil, somit eine Normalisierung faschistischer und rassistischer Einflussnahme im Quartier wäre. Würdet Ihr etwas unternehmen? Das wäre zu hoffen.

Warum passiert Nichts bei den Grauen Wölfen?


 

9. Apr. 2019, 12:21 Uhr

LeserInnenbrief von Maria:

@ Rene: Du bist nirgends aktiv, wo Du etwas anleiern könntest? Du nörgelst nur rum? Hast Du so etwas wirklich nötig?


 

9. Apr. 2019, 14:35 Uhr

LeserInnenbrief von Rene:

Liebe Maria

Seit mehr als drei Jahrzehnte gibt es in Bochum-Dahlhausen Probleme mit den Grauen Wölfen. Und genau so lange kam es immer wieder zu kleineren Konflikten und Auseinandersetzungen mit den türkischen Nazis in ganz Bochum.
Mitte der 90er Jahre machte unsere Combo im Bahnhof Langendreer die erste Veranstaltung zu den Grauen Wölfen, wir verteilten Flugblätter, machten Aufkleber, recherchierten, schrieben Artikel, usw. usf.. Ende der 90er hatten wir in einer anderen Combo einen Beef mit diesen Grauen Wölfen in Dahlhausen, usw. usf..
Seit Jahren machen viele Linke im Stadtteil Dahlhausen die Auseinandersetzung mit den Grauen Wölfen zu einer Nachbarschaftsangelegenheit – zu “ihrem persönlichen Ding” – das per definitionem nur sie anginge. Einen Informationsfluss aus den Stadtteil heraus gab es kaum und jedes Engagement von Antifaschist*innen, die nicht aus Dahlhausen kamen, wurde als “interne Einmischung” in den Stadtteil angesehen und abgeblockt. Von den eingeschlagenen „Dahlhausener Strategien“ bekam man lediglich mit, dass in letzten Jahren Kicker aufgestellt wurden, die die türkischen Kids von den Grauen Wölfen fern halten sollten. Ansonsten war aus dem Stadtteil, von der Partei „Die Linke“, dem BgR und sonst niemanden etwas zu dem Konflikt zu hören.
Jetzt gibt es wieder einmal ein Fest mit Graue Wölfe Beteiligung und es gibt wieder eine Erregungs-PR. Motto “Warum tut dieser Staat bloss Nichts?” Diesmal von der Partei “Die Linke”. Es hätte aber auch das BgR sein können. Die Methode ist die Gleiche. Man kümmert sich das ganze Jahr nicht, dann kommt der jährliche Termin und man setzt eine PR ab.

Die Frage, warum die Herrschaften, diese Auseinandersetzung als Privatangelegenheit und Dahlhausen wie eine Patronage behandelt sehen wollen und trotz all ihrer Kompetenz keine Erfolge aufzuweisen haben, sollte man stellen dürfen. Ebenso die Frage warum Parteien und Bündnisse, die nicht anders funktionieren, solche Pressemitteilungen heraushauen. Liegt es am anstehenden Wahlkampf?
Diese Fragen darf man unabhängig vom Grad des eigenen Engagements stellen.
Aber, und da sei Dir Maria versichert, unser Engagement in Sachen Antifaschismus ist nicht unerheblich. Aber auch das macht unsere Fragen nicht wichtiger als sie es ehedem sind.

Statt hier Fragen mit Gegenfragen zu beantworten, wäre es doch wohl zielführender über Strategien nachzudenken. Auch öffentlich, auch außerhalb Dahlhausens, auch jenseits des Verfassens von Pressemitteilungen.


 

9. Apr. 2019, 20:30 Uhr

LeserInnenbrief von Hanno Küchenkraft:

Hahahaha, ich habe ein Bier gewonnen!!! :D

Als ich heute Vormittag diese Nachricht zu den Grauen Wölfen auf bo-alternativ gelesen habe, habe ich noch am Frühstückstisch mit meiner Mitbewohnerin gewettet, wie lange es dauert, bis Rene/Silberrücken/Theo/Leo/Lilu usw. seinen obligatorischen “Alle-doof-außer-ich”-Beitrag geschrieben hat. Ich habe gesagt, es dauert weniger als zwei Stunden, bis er gegen das Bündnis gegen Rechts rumpöbelt. Meine Mitbewohnerin setzte auf über zwei Stunden.

Schade nur, dass Rene/Silberrücken/Theo/Leo/Lilu usw. ein wenig nachgelassen hat: Jeweils einen Kurzen hätte ich zusätzlich bekommen für:

- Pöbeleien gegen die Mobilen Beratungen
- Abwertungen von Hausbesetzer*inneen zu “Bengalo-Babys”
- Beschimpfungen selbstorganisierter Zentren
- Abwertungen gegen wohnungspolitisch aktive Gruppen

Einen Cocktail hätte ich bekommen, wenn Rene/Silberrücken/Theo/Leo/Lilu es geschafft hätte, einen antifeministischen Rant in sein Posting unter zu bringen.

Hätte also ein wirklich lustiger Abend werden können, aber ein Bier ist besser als nichts.

Aber auch so ist der Beitrag von Rene/Silberrücken/Theo/Leo/Lilu etc. eine kleine Freude. Schreibt er doch jetzt, dass noch nicht mal mehr diese ominösen Dahlhausener Antifaschist*innen was mit ihm zu tun haben wollen, deren Positionen er in Vergangenheit vorgab zu vertreten.

Wer so neben der Spur ist, dass es wirklich in der gesamten Stadt niemanden mehr gibt, der mit einem zusammenarbeiten will, dem bleibt natürlich nur das Rumzicken gegen alles und jeden.

Mit seinem Geschreibsel gegen so ziemlich alle Aktiven erinnert Rene/Silberrücken/Theo/Leo/Lilu fatal an den Geisterfahrer auf der Autobahn, der im Radio die Nachricht über einen Geisterfahrer hört und empört aufschreit: “Einer? Von wegen, Hunderte!” :-D

Egal wie: Ich geh jetzt mein gewonnenes Bier abholen! :)


 

9. Apr. 2019, 22:23 Uhr

LeserInnenbrief von Erika:

Ich kann verstehen, dass die grandios narzisstischen Beiträge des Menschen mit den viele Pseudonymen nerven. Ich finde es sehr interessant, wie sich so ein wahrscheinlich tief gekränkter Mensch sein Weltbild zurecht bastelt, wie er alles ausblenden kann, was nicht in sein Weltbild passt. Ich finde, wir sollte immer nach dem Körnchen Wahreit suchen, dass auch in solchen abstrusen Beiträgen steckt. In der Tat ist in den letzten Jahren viel zu wenig gegen die Grauen Wölfe unternommen worden.
Die Sichtweise von Rene ist schon sehr speziell. Er liest ja offensichtlich schon sehr lange diese Seite und muss mitbekommen haben, dass die einzige eingermaßen erfolgreiche Aktion gegen die Grauen Wölfe in den letzten Jahrzehnten vom Bündnis gegen Rechts organisiert wurde. Es war eine gut gemachte Zeitung gegen die Grauen Wölfe, die an alle Haushalte verteilt wurde. Das rüttelte vor ca. 7 Jahren Dahlhausen mal etwas auf und eine Offensive der Grauen wölfe wurde gestoppt. Sie verschwanden aus dem öffentlichen Erscheinungsbild. Es wäre an der Zeit, so eine Aktion zu wiederholen.


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