Montag 21.01.19, 09:03 Uhr

Holocaust-Gedenktag – Kein Vergessen

Holocaust-Gedenktag 2018 am Husemannplatz

Am Vortag des internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust findet am Samstag, den 26. 1.  um 15 Uhr auf der Kortumstraße in Höhe des Husemannplatzes eine Mahnwache statt. Auf großen Transparenten werden Namen derjenigen BochumerInnen gezeigt, die in Konzentrationslagern ermordet worden sind. Auf einem weiteren Transparent wird während der Mahnwache die Anzahl der Namen vervollständigt. Außerdem werden die Namen der Ermordeten verlesen: Insgesamt sind es mehr als  700 BochumerInnen gewesen, die verschleppt, elendig gequält und schließlich ermordet worden sind.

Im Aufruf zu der Mahnwache heißt es:
»Vierundsiebzig Jahre nach der Befreiung der letzten Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gedenken wir an dieser Stelle der Opfern des Faschismus: Menschen, die aufgrund ihrer Religion, ihrer Abstammung oder ihrer Rasse qualvoll misshandelt und getötet wurden. Auch an jene, die eine andere Art zu leben hatten und als “Asoziale” diffamiert wurden uııd an jene, die wegen ihrer politischen Meinung, ihrer sexueller Orientierung oder ihrer körperlichen oder mentalen Fähigkeiten verfolgt, deportiert, ermordet wurden, erinnern wir.
Unser Gedenken müssen wir dazu nutzen, dass sich solche menschenverachtendeıı Szenarien nie wieder wiederholen. Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass wir niemals vergessen werden, was war. Deshalb wollen wir mit diesem Gedenken mitten in der Stadt, die Erinnerung an den Terror der Nazis und an die, die ihm zum Opfer fielen, wachrufen.
Auch heute noch, vierundsiebzig Jahre später, wird von Menschen mit rechter Gesinnung Stimmung gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen und/ oder Religionen gemacht. Gleichzeitig werden Roma, die auch im Faschismus verfolgt und getötet wurden, auch heute noch von der deutschen Politik als Geflüchtete nicht anerkannt. Obwohl ihnen bitterste Armut, Diskriminierung und rassistische Angriffe drohen, werden sie in angeblich sichere Herkunftsländer abgeschoben.
In der Ukraine wurden in 2018 einige Roma bei einer Reihe von rechtsradikalen Angriffen verletzt, einer starb. Deutschland weit kam es alleine bis zum dritten Quartal 2018 zu 583 politisch motivierten antisemitischen Straftaten. Bis zum Jahreswechsel wurden 150 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Viele rechte Gewalttaten werden nicht ausreichend aufgeklärt, wie die Anschläge des NSU. Dazu kommt die alltägliche Diskriminierung von Menschen durch Rassismus, Sexismus, und andere Formen.
Wir dürfen und können nicht zusehen, wie menschenfeindliches Denken oder Verhalten mehr und mehr Akzeptanz finden und sich immer weiter verbreiten. Es ist Zeit zu handeln. Überlassen wir rechten Meinungen nicht das Feld, sondern treten wir offen für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung ein.
Lassen wir es niemals zu, dass sich die Geschichte wiederholt und dass die Opfer von damals vergessen werden!
Nie wieder!
Kein Vergeben, kein Vergessen!
26. 01. 2019, Kortumstraße/Husemannplatz, Boclum
Antifaschistische Aktion Bochum
Bündnis gegen Rechts
VVN – BdA«

 
 
 
 


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de