Sonntag 08.04.18, 07:43 Uhr

Dokumentation “Identitäre in Bochum”

Eine neue Dokumentationsseite “Identitäre in Bochum – Dokumentation extrem rechter Strukturen” ist unter der Adresse identitaere-in-bochum.net online. Die AutorInnen der Seite schreiben: »Die Identitäre Bewegung ist ein Sammelbecken für extrem rechte AktivistInnen und in vielen europäischen Ländern aktiv. Seit 2013 ist die vom Verfassungsschutz beobachtete extrem rechte Gruppierung mit Unterbrechungen in Bochum aktiv. 2017 intensivierten die Identitären ihre Aktivitäten in Bochum, über die medial berichtet und diskutiert wurde. Für 2018 kündigte der Bochumer IB-Ortsgruppenführer Marco M. an, rechte Aktivitäten zu intensivieren.

Da die Identitäre Bewegung eine relativ neue Struktur am rechten Rand ist, haben sich die AutorInnen des Blogs dazu entschieden, die Identitäre Bewegung zu beobachten und über diese aufzuklären. Die Autor*innen fokussieren sich jedoch nicht nur auf Bochum, sondern streben an, über bundesweite Strukturen, Netzwerke und ideologische Hintergründe der Identitären Bewegung im Allgemeinen zu informieren. Insbesondere die Überschneidungen zum klassischen extrem rechten Milieu sollen dabei ersichtlich werden. Im Fokus der Indetitären liegen größtenteils Schüler*innen und Studierende. Im Rahmen der Aufklärungsarbeit sind in naher Zukunft Informationsveranstaltungen mit renommierten ReferentInnen und WissenschaftlerInnen im Bochumer Stadtgebiet geplant.
Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Einrichtungen wird dabei angestrebt.Bei Fragen, Hinweisen oder Interesse an Zusammenarbeit kann Kontakt mit uns aufgenommen werden.
identitaere-in-bochum.net
E-Mail: info-ib@riseup.net«

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11. Apr. 2018, 10:07 Uhr

LeserInnenbrief von Computer-Logbuch:

Rechtsextremismus – unendliche Weiten

Rechtsextremismus – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2018. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs RUB, dass mit seiner Besatzung unterwegs ist um neue Welten zu erforschen, neue Lebensformen und Zivilisationen. Die Akademiker dringen in Galaxien vor, die nie zuvor ein Student gesehen hat.

Kapitän Kirk: Computerlogbuch – Sternzeit 11042018, Sektor Bochum, alle Sensoren an die Computerbank, ich möchte das diese Daten gespeichert werden. Mister Spock haben wir Daten zu diesem Sektor?

Mr. Spock: Nein Kapitän, dieser Sektor ist so gut wie unerforscht. Es gibt gewisse Gerüchte über rechte Signale, aber sie wurden niemals aufgezeichnet.

Kapitän Kirk: Irgendetwas über rechte Lebensformen?

Mr. Spock: Nichts Spezifisches Kapitän, nur unwissenschaftliche Gerüchte. Mehr so etwas wie eine Raumlegende. Es soll sich dort eine Lebensform namens „Identitäre“ aufhalten. Ein amorphes Zwischenstadium rechter Gesinnungsformen. Wie gesagt unwissenschaftliche Gerüchte.

Kapitän Kirk: Das lass ich nicht gelten Mr. Spock. Das Oberkommando wünscht Ergebnisse. Die haben wir zu liefern. Denken Sie an unsere Einschaltquoten.

Mr. Spock: Ay, ay, Kapitän. Was soll ich tun? Wir haben keine Rechercheteams, unsere Sonden sind kaputt, die Aufzeichnungen sind unbeglaubigte Narrative einiger Eingeborener, alles Nicht-Akademiker – primitive Lebensformen wenn Sie mich fragen. Das Entsenden von Forschungsteams wäre zu aufwendig. Die sitzen gerade im Seminar und schrauben an Ihrer Karriere. Außerdem kennen sie Feldforschung nicht. Sie wissen die Mittelvergabe. …

Kapitän Kirk: Egal, unternehmen Sie etwas.

Scotty: Maschinenraum an Brücke. Hier Scotty. Ich habe soeben ein rechtes Exemplar dieser „Identitären“ hochgebeamt.

Kapitän Kirk: Gut gemacht Scotty. Aber wer hat Sie dazu angewiesen?

Scotty: Pille, als Doktor McCoy, meinte ich sollte mal auf Verdacht den Sektor Bochum scannen und rauf beamen was man da so findet.

Kapitän Kirk: Ich dachte der neue Scanner sei kaputt?

Scotty: Wir haben doch keinen Neuen. Ich hab das alte Modell genommen, das von der vorletzten Produktionseinheit.

Kapitän Kirk: Das meine ich doch.

Scotty: Ach so. Das hab ich repariert und neu angestrichen. Sieht jetzt aus wie das neue Modell. Also wenn mal jemand kontrollieren kommt, sind wir aus dem Schneider.

Kapitän Kirk: Gut gemacht Scotty. Und was habt Ihr jetzt hochgebeamt?

Scotty: Schwer zu sagen. Die Maschine scannt nicht gut. Alles war vernebelt, es gab da ein paar Signale einer marginalen Population. Wir haben einfach mal draufgehalten

Kapitän Kirk: Und?

Scotty: Ein Humanoid, männlich, weiß, um die 30 Jahre. So wie es riecht, hat es gerade seinen Darm entleert.

Kapitän Kirk: Weiter?

Scotty: Es stammelt vor sich hin. Er sei eine wichtige Person, man würde ihn von Youtube kennen. Der Rest ist unverständlich.

Kapitän Kirk: Mr. Spock, können Sie etwas mit den Sprachfetzen anfangen?

Mister Spock: Mmmmh, bei gewissen primitiven Lebensformen dient das terristische Filmforum YouTube zur Selbstdarstellung. Besonders unter Rechten, die sich für Alpha-Tierchen halten wird YouTube gerne zur Selbstdarstellung genutzt. Ähnlich wie bei den roten Sitzschwielen der Mantelpaviane.

Kapitän Kirk: Wie habe ich das zu verstehen?

Mister Spock: Sehr einfach. Bei einem Mantelpavian schwillt der rote Arsch – Entschuldigung die Sitzschwielen – bei sexueller Erregung, Streit in der Gruppe und bei Dominanzverhalten an. So ähnlich verhält es sich bei Rechten auf Youtube.

Kapitän Kirk: Scotty, befragen Sie das Exemplar nach Größe der Population seiner Gruppe, Ausbreitung, Aufbau, Aktivitäten, eventuell Bewaffnung, …. Ach Sie wissen schon.

Doktor McCoy: Dafür bringe ich ihn erst einmal auf die Krankenstation.

….

Scotty: Kapitän Kirk, das Exemplar stammelt was davon sie seien 300, Schild und Schwert der Nation, Weitmar-Thermophylen würde gehalten, usw.. Also wenn Sie mich Fragen Kapitän, der ist durch.

Kapitän Kirk: Schon gut Scotty.

Scotty: Außerdem stinkt er und die braune Soße läuft schon aus seiner Hose raus.

Kapitän Kirk: Ok. Pille, deine Meinung.

Doktor McCoy: Wissenswertes zur Population seiner Anhänger kann man ihm nicht entlocken. Er deliriert. Aber das scheint normal für ihn zu sein. Ich habe mir seine Auftritte auf YouTube angesehen. Da muss ein Seelenklempner ran. Da kann ich Nichts machen.

Kapitän Kirk: Mmmmh. Aber 300 klingt doch ganz gut.

Mister Spock: Wie bitte Kapitän?

Kapitän Kirk: Klotzen, nicht kleckern Mr. Scott.

Mister Spock: Ich verstehe nicht?

Kapitän Kirk: Spitzen Sie mal ihre vulkanischen Öhrchen. Sie werden jetzt in dem Bericht schreiben, das die Population besonders hoch und gefährlich ist.

Mister Spock: Kapitän. 300 ist eine Saga, ein Mythos aus dem alten Griechenland, den sich die Rechten zu eigen gemacht haben.

Kapitän Kirk: Das weiß ich doch. Dennoch schreiben Sie, dass die Population dieser „Identitären“ in Bochum besonders hoch sei.

Mister Spock: Aber dafür haben wir doch keine fundierten Daten und Werte. Wir sind Wissenschaftler, keine Märchenerzähler.
Wenn wir so handeln, erschaffen wir selbst einen Mythos, den die Rechten für sich nutzen werden.

Kapitän Kirk: Vulkanier können so etwas von nerven. Mr. Spock, peppen Sie das Ganze auf. Nehmen Sie alle Ereignisse die Jahre zurückliegen und komprimieren sie diese. Lassen sie Erkenntnisse zu Praktiken und Entwicklungen, Prozesse und Verläufe im Unklaren.

Mister Spock: Welche Erkenntnisse?

Kapitän Kirk: Mr. Spock nun stellen Sie sich nicht wieder so vulkanisch an. Seien Sie kreativ. Lassen Sie Phantasie walten.

Mister Spock: Phantasie?

Kapitän Kirk: Weiter. Wichtigkeit der Gruppe erzeugen Sie über eventuelle Auftritte auswärtiger Rechter in Bochum und darüber das sie das Ganze in ein großen Strauss Buntes aus dem Bundesgebiet einbinden. Dann noch etwas Uni-Bluff, also Links zu Mister Wichtig und Co.. Schon haben wir unseren Auftrag erfüllt, das Oberkommando ist zufrieden, die Finanzierung steht und die Beförderung winkt.

Mister Spock: Kapitän Kirk, das ist unwissenschaftlich und unseriös.

Kapitän Kirk: Mr. Spock, wer meinen Sie eigentlich bezahlt ihre vegane Kantinenmahlzeit?

Mister Spock: Schon gut, schon gut, ich schreib ja schon.


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