Donnerstag 01.03.18, 10:17 Uhr

Studie zu rechtswidriger Polizeigewalt

An der Ruhr-Uni startet heute ein Forschungsprojekt “Opferstudie zu rechtswidriger Polizeigewalt”. Es soll untersucht werden, welche Personen in welchen Situationen Opfer werden und warum sie Anzeige erstatten oder nicht. In der Pressemitteilung der Ruhr-Uni heißt es: «Obwohl sie immer wieder Thema öffentlicher Debatten ist, gibt es kaum empirische Untersuchungen über Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamte. Ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt am Lehrstuhl für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum, das am 1. März 2018 startet, soll das ändern. Erstmals nehmen die Forscherinnen und Forscher die Opferperspektive ein und ermitteln, welche Personen in welchen Situationen Opfer von Gewalt durch Polizeibeamte werden, wer warum Anzeige erstattet oder nicht und wie das Dunkelfeld aussieht. Das Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Tobias Singelnstein wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
Opferbefragung und Experteninterviews
Das Forscherteam wird eine quantitative Opferbefragung durchführen, um systematisch Daten zu Opfern rechtswidriger Polizeigewalt zu erheben. „Wir wollen wissen, ob es zum Beispiel bestimmte Personengruppen gibt, die ein höheres Risiko tragen, Opfer von Gewalt durch Polizeibeamte zu werden“, erläutert Tobias Singelnstein.

Die Ergebnisse dieser Erhebung werden die Forscher vertiefen und ergänzen, indem sie qualitative Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Polizei, Staatsanwaltschaft, Opferberatungsstellen und weiteren Experten sowie Anwältinnen und Anwälten durchführen.

Beirat sichert die Qualität

Ein interdisziplinärer Beirat begleitet und unterstützt das Projekt. Er soll sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Opferverbänden, der Polizei, Justiz-Praxis, Wissenschaft und Medien zusammensetzen. „Der Beirat soll dazu beitragen, dass die Perspektiven der verschiedenen beteiligten Gruppen und Akteure angemessen Eingang finden“, so Singelnstein.

Außerdem soll er den Forschern helfen, Ansprechpartner für die empirischen Erhebungen zu finden, die Qualität der Ergebnisse sichern und zur Vermittlung der Forschungsergebnisse beitragen.«
Die Webseite des Forschungsprojektes

7 LeserInnenbriefe zu "Studie zu rechtswidriger Polizeigewalt" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "Studie zu rechtswidriger Polizeigewalt" als RSS


 

1. Mrz. 2018, 11:44 Uhr

LeserInnenbrief von Karl:

Don`t believe the Hype“

Was für ein Werbespruch: “Erstmals nehmen die Forscherinnen und Forscher die Opferperspektive ein”.
Es weiss doch jeder, dass
1. Wissenschaftlichkeit so genannte Objektivität verlangt. Also von wegen Opferperspektive wird eingenommen! Können diese Herrschaften doch gar nicht, wollen und dürfen sie nicht.
2. Hier forschen staatliche Angestellte. Sie sind also befangen.
3. Die Repressionsbehörde Polizei sitzt hier wie selbstverständlich mit im Boot.

Was soll also dieser Fake von “Opferperspektive”?
Und was soll dieser Hinweis auf Bo-Alternativ? Soll hier Werbung gemacht werden sich bei diesen akademischen Placebo für einen Staat zu melden, der angeblich die Menschenrechte und -würde verteidigt?
Wenn schon die Betroffenen sich nicht selber artikulieren und organisieren, ihre Geschichten dokumentieren und aufarbeiten, sich kollektiv wehren, erwartet man das allen Ernstes, dass der Staat das für einen tut? Ist nicht viel mehr eine Alibi-Nummer zu erwarten? Ein “Du-Du-Du Polizist, das macht man doch nicht!” was zeigen soll, dass dieses System doch so demokratisch ist, dass es seine eigenen Verfehlungen aufarbeitet?
Der Überwachungsstaat nimmt immer mehr zu, die Zensur (wie z.B. bei Indymedia.Linksunten) geht immer weiter und die Polizeigewalt nimmt neue und alltägliche Dimensionen an, die sich gewaschen haben (siehe G20 in Hamburg). Da passt so eine Augenwischerei gut ins Auge. So ein Pladcebo.
Also was soll so eine Bewerbung eines solchen Placebos? Ist diese Forschungsstelle nicht edie Organisierung eines „Häftlingskonzert am Lagereingang“ ???


 

1. Mrz. 2018, 16:46 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf Feldmann:

@Karl:

Hast du jemals einen wissenschaftlichen Beitrag von Tobias Singelnstein zum Thema “Rechtswidrige Polizeigewalt” gelesen? Auf seiner Homepage findest du mehrere. Ich empfehle dir aus neuerer Zeit: Körperverletzung im Amt durch Polizisten und die Erledigungspraxis der Staatsanwaltschaften – aus empirischer und strafprozessualer Sicht, in: Neue Kriminalpolitik (NK) 2014, S. 15-27).

Deine platte Wissenschaftsfeindlichkeit ist – zurückhaltend formuliert – arrogant. Offenbar lebst du nach dem Motto “Wer richtig fühlt, braucht weniger zu denken.” Falls dir das Lesen nicht zu große Mühe bereitet, kannst du uns danach ja berichten, ob du bei deinen Vorurteilen gegen das Projekt bleibst oder vielleicht sogar gespannt darauf bist, was dabei herauskommt.


 

1. Mrz. 2018, 20:39 Uhr

LeserInnenbrief von Karl:

Guten Abend Herr Feldmann,

zunächst ist es Ihnen nicht erlaubt hier irgendjemand zu Duzen, auch wenn in einem Kommentar nur ein Vornamen steht.

Des weiteren unterstellen Sie einer Ihnen unbekannten Person, dass Ihr das Lesen zu viel Mühe machen würde, sie ergo also dumm, ungebildet und/oder rein emotionsgesteuert sei. Da Sie mich nicht kennen, soll Ihnen gesagt sein, dass nach mehreren Hochschulstudien und -abschlüssen ich es gewohnt bin zu Lesen und dies beruflich, wie auch aus Freude, täglich über viele Stunden praktiziere. Soviel zu meiner angeblichen Bildungsferne und Wissenschaftsfeindlichkeit.

Sie offenbaren, dass Sie Wissenschaftskritik nicht von Herrschaftskritik unterscheiden können, bzw. wollen. Herrschaftskritik, und vor allem die am Stand der Juristen, scheint für Sie nicht tolerabel und das ausschlaggebende Motiv Ihrer niveaulosen Replik zu sein. Statt inhaltlich zu argumentieren, sind Sie lediglich in der Lage persönliche Diffamierungen abzusondern.
Ihre herablassende Arroganz spricht weder für Sie, noch für ihr scheinbares Anliegen, die Ehrenrettung der Deutschen Justiz. Sie leisten weder sich, noch ihrer ehemaligen Berufsgruppe einen Dienst und offenbaren was hinter ihrem akademischen Habitus steht – die Eitelkeit eine Ex-Richters und bürgerlichen Spießers.
Da bleibt mit nur nach George Gordon Byron (1788 – 1824) zu sagen: „Große Menschen sind stolz, kleine eitel.“

„Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät? Soll das heißen, ja ihr Leut, mit dem Text ist Schluss für heut.“ Karl


 

2. Mrz. 2018, 09:37 Uhr

LeserInnenbrief von Maria:

Ich habe mal ins Archiv dieser Webseite geschaut. Diese Seite gibt es demnach seit mehr als 18 Jahren. Mindestens seit 15 Jahren schaue ich da regelmäßig drauf. Wenn hier über Nazi-Aufmärsche, anarchistische Grundsatzschulungen, Kinderbespaßung von Ökos am Tümpel und spießige Gewerkschaftsaktivitäten berichtet wird, habe ich nicht den Eindruck, dass das Werbung ist. Ich vermute, wenn es an der Ruhr-Uni eine Forschungsprojekt über “linksextremistische Gewalt” geben würde, wäre das hier auch zu lesen. Karl würde dann wahrscheinlich nicht die Macher*innen dieser Seite verdächtigen, das zu hypen.
Ich schätze die Seite, weil sie Meldungen bringt, die für linke Leute ganz interessant sind. Wenn Karl mir dann noch hilft, das richtig einzuordnen, ist das ja nett. Ich traue mir das aber auch selber zu. Dass das Gebäude GC an der Ruhr-Uni mit den Wiwis und den Jurist*innen, ein Zentrum der Reaktion beherbergt, dürfte den meisten Leser*innen geläufig sein. Trotzdem kann ein Hinweis nicht schaden.
Ich denke, wenn in einer Meldung ausdrücklich steht “In der Pressemitteilung der Ruhr-Uni heißt es:”, dann macht die Redaktion sehr deutlich, dass hier etwas dokumentiert wird. Ich würde mich über mehr solcher Beiträge freuen und bedanke mich für die Arbeit der Redaktion.
Ich finde es unsäglich überheblich, für wie doof Karl die Redaktion und die Leser*innen hält.
Den Hinweis von Ralf Feldmann, dass es an der Ruhr-Uni evtl. einen kritischen Juristen geben soll, fand ich wertvoll. Dass das mit Polemik gegen Karl verbunden werden musste, lässt sich wahrscheinlich nur dadurch erklären, dass die beiden sich kennen und wenig mögen. Der primitive Reflex von Karl bestätigt das.


 

2. Mrz. 2018, 11:26 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf Feldmann:

Noch einmal:lest das, was Tobias Singelnstein bisher zum Thema geschrieben hat, und kommentiert dann sein Vorhaben.

Den “Herrn Karl” kannte ich bisher nur von Qualtinger, bei “einfach” Karl fallen mir Menschen ein, die ich eher duzen möchte, den “vermummten” Bochumer Karl kenne ich bisher nicht. Ich weiß deshalb nicht, ob ich ihn auch mögen könnte, wenn er nicht gerade alle Wissenschaft pauschal in die Tonne klopft, ohne zu wissen, was er kritisiert, und dies zu “Herrschaftskritik” veredelt.

Warum vermummt ihr euch/warum vermummen Sie sich Herr Karl, wenn ihr/Sie eure Meinung sagt/sagen ?


 

2. Mrz. 2018, 13:32 Uhr

LeserInnenbrief von Karl:

Frau Maria,

Sie bedienen sich hier des gleichen Diskursverhaltens wie Ex-Richter Adam Feldmann. Auf den Gehalt meiner Kritik gehen Sie nicht ein. Statt dessen personalisieren, diffamieren und polarisieren Sie. Auf der einen Seite wird dieser Karl dargestellt, der arrogant sei und nun auch noch die MacherInnen und LeserInnen dieser Online-Plattform beschimpft haben soll. Auf der anderen Seite der Aufklärer skizziert, der nur auf eine progressives Projekt kritischer Juristen verweisen wollte. Und wer es nicht ganz so platt haben will, bekommt von Ihnen die Mär einer persönlichen Fehde geboten.

Zur Wissenschaft und Forschung als Herrschaftssicherungsinstrumente können und wollen Sie sich anscheinend nicht äußern.


 

3. Mrz. 2018, 20:29 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang vom Ubu:

Hi unbekannter Karl !
1. zum Karlsbrief vom 16.Feb.: Dieser beanstandete Satz ist strohdoof. Da gibt es nichts zu beschönigen noch zu erklären. Das sollte auch der Autor von der VVN einsehen. Da hatte ein Pupsonkel einen üblen Pups abgelassen, und seine Freunde erfreuen sich an diesem Gestank. “Politische Kräfte und ein Teil der Medien” nennen die Pupsfreunde beim Namen, was die Pupsfreunde noch mehr erfreut, denn genau das war deren Absicht. So sehe ich das. Über diese Sicht lässt sich diskutieren.
2.Zu den Karlsbriefen vom 1. und 2.März :
Oben unter Intro findet sich das Selbstverständnis von bo-alternativ. Daraus verkürzt : “Projekte, die auf diesen Web-Seiten Erwähnung finden, werden damit nicht unbedingt als “alternativ” oder gar gesellschaftskritisch eingeschätzt….ganz subjektiv ….In erster Linie soll bo-alternativ.de dazu motivieren, sich irgendwo einzumischen.”
Das hast du meines Erachtens durch deine Briefe in Angriff genommen.
Auch ich traue sogenannten offiziellen Untersuchungsausschüssen und Projekten wie dem genannten nicht. Sie sollen in erster Linie beschwichtigen und einlullen. Aber mit welchen Tricks das geschieht, kann trotzdem manchmal interessant sein. Ansonsten mag zwar die Juristerei einigermaßen wissenschaftliche Nebengebiete vorweisen können wie z.B. Rechtsgeschichte, aber sonst kann da von Wissenschaft nicht die Rede sein – wie bei der Theologie. Ich danke dir jedenfalls für deine Leserbriefe.


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