Mittwoch 07.02.18, 17:01 Uhr

Mahnwache: Stoppt den Krieg gegen Afrin

Von Donnerstag, 08.02. bis Samstag, 10.02. wird eine Gruppe syrisch-kurdischer Geflüchteter jeweils von 8 bis 20 Uhr eine Mahnwache auf dem Vorplatz des Bochumer Rathauses durchführen. Sie wollen die Bochumer Öffentlichkeit über die humanitäre Situation in Afrin informieren und gegen den völkerrechtswidrigen Angriff der Türkei protestieren. Die Linke in Bochum solidarisiert sich mit der Mahnwache und ihr Sprecher Amid Rabieh erklärt: „Wir verurteilen den Feldzug Erdogans gegen die Kurden im Norden Syriens und die weitere Destabilisierung der Region. Die Türkei schafft mit diesem Krieg neue Fluchtursachen.  Dass die Bundesregierung in dieser Situation die Rüstungsexporte an die Türkei erhöht, macht deutlich, wie ernst sie es mit den Menschenrechten meint. Allein bis Ende November 2017 hat die Türkei Rüstungsgüter im Gesamtwert von fast 60 Millionen Euro erhalten. Im Jahr davor war es Kriegsgerät im Wert von insgesamt 49 Millionen Euro und 2015 von etwa 26,5 Millionen Euro. Wir finden, dass die Bundesregierung die Rüstungsexporte in die Türkei sofort stoppen muss.
Dass syrisch-kurdische Geflüchtete den Kuschelkurs der Bundesregierung mit dem türkischen Staatspräsidenten als einen politischen und moralischen Offenbarungseid deutscher Außenpolitik kritisieren, kann ich gut verstehen. Die Bochumer Linke wird den Protest vor dem Rathaus unterstützen und fordert OB Thomas Eiskirch und die im Rat vertretenen demokratischen Parteien auf, sich dem anzuschließen.“

In dem Flugblatt, das die TeilnehmerInnen der Mahnwache verteilen werden, heißt es:

Stoppt den Krieg gegen Afrin
Am 20.01.2018 hat die Türkei unter Erdogan einen Angriffskrieg gegen den nordsyrischen Kanton Afrin gestartet. Mit willkürlichen Bombardierungen aus der Luft und Beschuss durch schwere Artillerie auf Wohngebiete will man die Infrastruktur zerstören und die einheimische Bevölkerung vertreiben. Viele der zum Einsatz kommenden Waffen wurden aus Deutschland geliefert.

Im Bündnis mit Terrororganisationen
Die Kurden in Nordsyrien haben in einem beispiellosen Kampf islamistische Terrororganisationen wie den IS und den Al-Quaida-Ableger Al Nusra besiegt und vertrieben. Seitdem lag dieses Gebiet in Frieden und war Zufluchtort für viele Menschen, die vor dem syrischen Bürgerkrieg flohen. Das brachte ihnen weltweit und v.a.auch von westlichen Regierungen Lob und Anerkennung ein.  Nun greift die Türkei im Bündnis mit ebendiesen Islamisten   (IS, Al Nusra, Alsham) an vorderster Front Afrin an.Vor wenigen Tagen erst stellten diese Islamisten ein Video ins
Internet, in dem sie die geschändete nackte Leiche einer kurdischen Kämpferin unter „Allah ist groß“-Rufen zur Schau stellten.Das sind die Verbündeten unseres NATO-Partners Türkei.  Aber nun hüllen sich unsere Regierungen in Schweigen. Und auch die Medien halten sich in ihrer Berichterstattung vornehm zurück.

Es droht eine humanitäre Katastrophe
In Afrin leben ca. eine halbe Million Menschen und eine halbe Million Flüchtlinge, die dort Schutz vor Terror und Tod suchen. Alles entwickelte sich in Afrin friedlich, bis Erdogan seine Offensive startete. Täglich gibt es Tote und Verletzte unter Zivilisten, vor allem Kinder und Frauen. Hunderte Häuser, Schulen, Gesundheitseinrichtungen wurden bombardiert und zerstört. Viele Menschen müssen deshalb bei schlechten Witterungsbedingungen im Feien schlafen oder in Höhlen Schutz suchen. Die Schulen mussten schließen, Nahrung, v.a. Babynahrung und Medizin werden immer knapper. Bei einer Fortsetzung des türkischen Angriffs droht eine große Katastrophe.

Wir appellieren
Wir, die wir hier stehen, sind allesamt Menschen, die ihre Wurzeln in Afrin haben.
Wir sind in großer Sorge um unsere Eltern und Geschwister, die dort in Lebensgefahr schweben.
Wir appellieren an die Bundesregierung diesen völkerrechtswidrigen Angriff entschieden zu verurteilen und auf eine Verurteilung durch die EU zu drängen.
Wir appellieren an Sie, dass Sie Ihre Stimme erheben und Ihren Abgeordneten mitteilen, dass Sie das Schweigen unserer Politiker zu diesem Krieg und zu den Geschäften mit dem Kriegstreiber Erdogan nicht billigen.
Fragen Sie in Leserbriefen Ihre Medien, warum sie nicht mehr und genauer über diese Katastrophe berichten.

Unterstützen Sie die Menschen in Afrin !«

 
 
 
 


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