Mittwoch 15.11.17, 07:48 Uhr

Schlechte Luft in Bochum

Unter der Überschrift “Schlechte Luft in Bochum – Grenzwert für Stickstoffdioxide deutlich überschritten” berichten die Bochumer Grünen in einer Pressemitteilung: “Bei Messungen an vier Orten in der Innenstadt haben wir eine deutliche Überschreitung des offiziellen Grenzwertes für Stickstoffdioxid festgestellt. Es besteht dringender Handlungsbedarf um die Gesundheit aller Menschen in Bochum zu schützen. Mit diesen schlechten Werten riskiert Bochum gerichtlich verordnete Fahrverbote für viele Dieselfahrzeuge. “  Die Sorge der Grünen um die Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ist berechtigt.  Die Grünen bilden nun seit fast 20 Jahren zusammen mit der SPD die Mehrheit im Rat und gehen mit keiner Silbe darauf ein, welche politischen Entscheidungen in Bochum und der rot-grünen Koalition in Düsseldorf maßgeblich für diese Luftvergiftung verantwortlich sind. Während weltweit alle Großstädte bemüht sind, Autoverkehr aus der Stadt rauszudrängen, betreibt Bochum das Gegenteil. Da ist zunächst die vor 20 Jahren von Wolfgang Clement, damals NRW Wirtschafts- und Verkehrsminister und Norbert Lammert, damals Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ausgeheckte Bochumer Lösung.

Durch das gigantische Autobahn-Westkreuz werden täglich tausende Autos von der A 40 auf den zur Autobahn ausgebauten Außenring der Stadt geführt.  Die Folgen sind jetzt schon zu spüren. Noch mehr Stickoxidschleudern werden in die Stadt gelotst, wenn in zwei Jahren die Querspange fertig wird. Der Verkehr wird dann über die Opel!-Querspange vom Außenring auf die A 44 in das Autobahnkreuz Bochum/Witten geführt. Diese Maßnahme wird zu völligen Überlastung des schon stark frequentierten Außenringes und damit zu Staus führen. Die Entlastungsfunktion des Außenringes für die Innenstadt wird damit entfallen und viele Autofahrten werden vom Außenring auf innerstädtische Straßen verlagert.
Doch damit nicht genug: Die Verantwortlichen der Stadt haben sich etwas einfallen lassen, wie noch mehr Autoabgase die Stadt vergiften können. Neben der europäischen Logistik Zentrale von Opel ist auf dem ehemaligen Opelgelände auch noch die Erlaubnis zur Errichtung einer gigantischen Logistik-Zentrale von DHL erteilt worden. Die beiden Firmen werden täglich für weitere Tausende LKW- Fahrten in Bochum sorgen. Weitere vergleichbare Firmenansiedlungen  sind geplant.
Eine steigende Abgasvergiftung in Bochum wird also politisch bewusst in Kauf genommen. Die Sorgen der Grünen über drohende Fahrverbote für Dieselkraftfahrzeuge sind völlig berechtigt.


 

LeserInnenbrief schreiben:

 
 
 
 

Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de