Montag 22.05.17, 15:17 Uhr

Instandbesetzung

Das Netzwerk  Stadt für Alle Bochum begrüßt die Initiative gegen Leerstand in der Herner Straße und schreibt: »Am 19.5.17 hat eine Gruppe von jungen Bochumer*innen das Haus Herner Str.131 besetzt. Das denkmalgeschützt Gebäude war seit einem dreiviertel Jahr komplett leerstehend. Zuvor war das Geschäft im Ladenlokal sowie die Bewohner*innen der 8 Mietwohnungen ausgezogen. Es gab massiven Instandhaltungsstau, Schimmelprobleme und kaum noch sichtbares Handeln der Vermieterin. Daher unterstützen wir die Forderung der Besetzer*innen den Leerstand zu beenden.  Das Haus Herner Str. 131 steht exemplarisch für viele leerstehende Gebäude in Bochum. Sie sind de facto nicht nutzbar. In diesem Fall scheint die Vermieterin finanziell und/oder organisatorisch nicht in der Lage gewesen zu sein, die Wohnungen im bewohnbaren Zustand zu halten. In anderen Fällen weigern sich Vermieter gute Wohnungen zu vermieten. Die Folge ist die Gleiche, die Wohnung bleibt leer und wird mit der Zeit immer unbewohnbarer.
Solche Entwicklung müssen verhindert werden, denn der Bochumer Wohnungsmarkt wird immer enger. Bochum hat in den vergangenen Jahren ein Bevölkerungswachstum erlebt. Die Leerstandsquote ist massiv gefallen. In der immer noch hohen offiziellen Leerstandsquote, die als Argument für einen entspannten Wohnungsmarkt herangezogen wird, verbergen sich viele Wohnungen oder Häuser wie die Herner Str. 131, die zur Vermietung überhaupt nicht zur Verfügung stehen. Es mehren sich Berichte über Schwierigkeiten eine Wohnung zu finden, Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen sind keine Seltenheit mehr und Vermietungen weit über dem Mietspiegel finden häufiger statt. Das sind Zeichen für einen engen Wohnungsmarkt, die auch vom offiziellen Wohnungsmarktbericht bestätigt werden. Skrupellose Vermieter*innen können nun ähnlich wie in Berlin oder Hamburg drastische Mietsteigerungen durchsetzen. Insbesondere für Geflüchtete, Transferleistungsempfänger*innen und prekäre lebende Menschen ist es sehr schwer adäquate Wohnungen zu finden.
Aktuell steht das Haus Herner Str.131 vor einer Zwangsversteigerung. Damit ist zu befürchten, daß ein Investor mit Interesse an hohen Mietsteigerungen sich meistbietend durchsetzt. Die Eigeninitiative der Besetzter*innen ist in dieser Situation zu begrüßen. Es ist höchste Zeit die kommende Wohnungsnot zu verhindern. Das eigenständige Handeln scheint notwendig. Wir erwarten aber von Stadt Bochum selber tätig zu werden. Das hieße auch, zuammen mit dem Zwangsverwalter des Hauses in Verhandlungen mit den Besetzer*innen zu treten.«

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22. Mai. 2017, 17:39 Uhr

LeserInnenbrief von Falk Moldenhauer:

Lieber leerstehende, zweckentfemdende Häuser
besetzen, als völkerwidrig fremde Länder!


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