Montag 10.04.17, 19:25 Uhr
Erneut Täter-typisches Verhalten:

Vergehen im “Blaulicht-Milieu”

Die Bochumer Polizei benutzt in einer Pressemitteilung vom heutigen Tag den diffamierenden Begriff vom „Homosexuellen-Milieu“, um auf die Aufklärung einer Raubserie hinzuweisen. Opfer waren jeweils schwule Männer. Zum Sprachgebrauch der Bochumer Polizei erklärt Jasper Prigge, innen- und queerpolitischer Sprecher der Linken in NRW: “Das Bochumer  ‘Blaulicht-Milieu’, auch unter dem Namen Polizeipräsidium Bochum bekannt, nutzt die Aufklärung einer Raubserie an schwulen Männern, um die Opfer zu diskreditieren und schreibt in der Pressemitteilung von einer ‘Raubserie im Homosexuellen-Milieu’. Für diese sprachliche Entgleisung gibt es keine Entschuldigung, zumal die Bochumer Polizei bei Verkehrsdelikten auch nicht vom ‘Autofahrer-Milieu’ oder bei Beziehungsstreitigkeiten vom ‘Hetrosexuellen-Milieu’ fabuliert. Es ist kein Wunder, wenn sich schwule Männer angesichts des vorurteilsgeprägten Verhaltens der Bochumer Polizei nicht melden, um Straftaten anzuzeigen.
Vollkommen inakzeptabel ist zudem die Formulierung, mit der weitere Opfer aufgefordert werden, sich zu melden. Wörtlich schreibt die Bochumer Polizei: ‘Mögliche weitere Opfer, die sich noch nicht ‘geoutet’ haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.’ Damit wird suggeriert, eine Strafanzeige bei der Polizei sei mit einem öffentlichen Outing als schwule Mann verbunden. Das ist verheerend für die vollständige Aufklärung der Raubserie, weil den Opfern vermittelt wird, dass ihre Privatsphäre durch die Polizei nicht geschützt, sondern verletzt wird. Einen Hinweis auf Vertraulichkeit enthält die Pressemitteilung nicht.
Das Bochumer Polizeipräsidium verfügt über keine expliziten Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, weil der zuständige Innenminister Ralf Jäger (SPD) seit Jahren bewusst verhindert, dass diese flächendeckend bei den Polizeipräsidien in NRW angesiedelt werden. Jäger betreibt damit seit Jahren Täterschutz statt Opferhilfe, wie der aktuelle Bochumer Fall zeigt.”

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16. Apr. 2017, 04:14 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Ja. Wenn sich eine gemeinsame politische Linie im “Blaulichtmilieu”, dem Geflecht von Innenministerien, lokalen Polizeibehörden, Polizeigewerkschaft (GdP) und Polizeimafia nach dem Vorbild von blue life matters (DPolG) ausmachen lässt, dann ist es diese: Eigene Definitionsmacht (veraltet, rassistisch, sonstwie unzulässig pauschalisierend) als “Erfahrungswissen” (Der Zigeuner stiehlt – Bochumer Polizeiwissen von 1937 und vielleicht ja auch 2017) gegen zivilgeselschaftliche Anforderungen bezüglich Nachweissbarkeit, Überprüfbarkeit, Exaktheit und Differenzierung (Man wie frau stelle sich eine Steuerbehörde ohne solches vor- der Kommunismus bräche aus oder ein TTIP-Schiedsgericht verhängte eine WTO-Besatzungsmacht über die BRD) durchzusetzen. Das scheint ihnen sehr wichtig: Wenn wir das sagen, ist das so. Und wir haben PI-News hinter uns und die AfD und die BILD und die Welt und die Ruhrbarone und die andere Springerpresse und die CDU und die SPD und die NPD wird nicht verboten undundund. Und die anderen haben nur Soziologen und sonst so “Experts, who listens to them?” (Boris Johnson). Alles andere ist fake news. Kann man und frau bestimmt so machen, wenn man Knarren und Knüppel und Taser und vor Gericht Recht und brandneue Ermächtigungsgesetze, wer uns böse anguckt fährt ein und eine Presse hat, die eineEn als – bitte nicht lachen – Opfer durchgehen läss. Opfer, wie wir sie vom Holocaust kennen: Staatlich alimentiert, bis auf die Zähne bewaffnet, mit Gerichten im Rücken, die ihnen bis heute die Pension sichern. Ach so? Das waren gar nicht die Opfer? Sondern die Täter? Opfer haben keine Knarren und keine Gerichte und keine Pensionen? O mein Gott! Dann sind Bullen am Ende gar keine Opfer?

Diese Polemik widmen wir einem Genossen, der nur deshalb einen Unfall überlebt hat, weil ein Ersthelfer den Spruch eines Bullen “was wolen sie mit dem, der ist doch schon tot” ignoriert hat. So viel zum Thema police complience


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