Montag 28.11.16, 19:04 Uhr

Beim Einkaufen die Welt verbessern?

Die Gruppe K lädt am 7.12. um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer zu einer Diskussion zum Thema “Fair Trade, Bio, Regional… Beim Einkaufen die Welt verbessern?” ein und schreibt: »Die Liste der Horrormeldungen ist lang: Brände und einstürzende Fabriken in Südostasien, wo Näherinnen für Hungerlöhne Klamotten herstellen. Dioxin in Eiern, krankmachende Pestizide in Obst und Gemüse, Hormone im Fleisch. Gerodete Wälder, bedrohte Tierarten und überfischte Meere. Und so weiter und so weiter!

All das ist im real existierenden Kapitalismus an der Tagesordnung. Fast wie selbstverständlich steht mit der Horrormeldung in der Regel bereits fest, wer die Verantwortung für all das Elend tragen soll: WIR! Wir als Konsumenten, weil wir die Produkte kaufen, die unter solchen Bedingungen hergestellt werden. Wir, weil wir mit unserem Konsum irgendwie und gewissermaßen die Sauereien der Agrar-, Lebensmittel- und auch allen anderen Industrien in Auftrag gegeben haben sollen. Grund dafür soll unser mangelndes Verantwortungsbewusstsein sein und unser Wille, für kleines Geld möglichst viel abzustauben. Damit stehtdie Lösung des Problems fest: Teurer, aber dafür „fair“, „bio“ und „regional“ einkaufen!

Stimmt das? Was ist dran an der für selbstverständlich gehaltenen Behauptung, dass „der Konsument“ diese Hässlichkeiten verursacht? Haben wir, weil wir diese Sachen kaufen, tatsächlich in Auftrag gegeben, dass sie unter diesen Bedingungen und mit diesen Konsequenzen produziert werden? Wer findet eigentlich qualitativ minderwertige, chemisch behandelte Kleidung gut? Wer ruft nach Smartphones, die maximal zwei Jahre lang funktionieren und deren Herstellung den Regenwald kaputt macht? Und was bewirken „Fair-Trade“ und „Biologischer Landbau“? «

2 LeserInnenbriefe zu "Beim Einkaufen die Welt verbessern?" vorhanden:

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29. Nov. 2016, 12:21 Uhr

LeserInnenbrief von Sabine Lehmann:

Hallo Gruppe K,
so eindimensional wird wohl niemand sein, die Verantwortung für den Ruin des Planeten ausschließlich den Konsumenten zuzuschieben. Aber natürlich bringt es uns auch nicht weiter, immer nur “die Anderen” verantwortlich zu machen. Bis der Kapitalismus komplett überwunden ist, ist die Erde schon im Eimer, wenn sich sonst nichts ändert.
Ich kann vieles akzeptieren, was Leute tun, die sich Gedanken machen und die etwas ändern wollen, auch wenn ich persönlich andere Schwerpunkte hätte. Wenn wir uns auseinander dividieren lassen, haben die Kapitalisten schon gewonnen.
Ich fänd’s super, wenn sich jede/r selbst fragt, ob er/sie was tun (und vor allen Dingen auch lassen) will, nicht nur beim
- Einkaufen
- Essen
- Reisen
sondern auch beim
- Wählen
- politisch und/oder gesellschaftlich initiativ werden
- Druck auf die Gesetzgeber machen
- Druck gegen Lobbyismus machen, usw.
Am besten fangen wir alle sofort damit an. Viel Erfolg für eure Veranstaltung!


 

29. Nov. 2016, 14:51 Uhr

LeserInnenbrief von Peter:

Liebe Sabine,

ich glaube nicht, dass es der Gruppe K um Verantwortung und daraus resultierenden Verhalten geht, sondern um eine ideelle Positionierung, die da lautet “Es gibt Nichts Richtiges im Falschen”. Handeln, Verändern und somit Teil der Lösung statt Teil des Problems zu sein ist für die Gruppe K keine Option – es geht allein um das richtige Denken, alles andere ist sekundär.

Peter


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