Freitag 25.11.16, 22:30 Uhr

Die Stimme der Geflüchteten

Re:Speech – das Medienprojekt der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum – ist heute als Sonderbeilage der taz  mit einer Auflage von über 50.000 Exemplare bundesweit erschienen. Das Projekt  begann vor wenigen Monaten mit dem Ziel, die Stimmen der Geflüchteten in den hiesigen Debatten um Flucht, Migration und Rassismus stark zu machen. In dem Editorial von Re:Speech wird dies konkret beschrieben: „In dieser Zeitung sprechen wir über Flucht und ihre Ursachen. Wir berichten über das Schicksal von EzidInnen, die vor dem IS-Terror fliehen mussten, über die Situation der syrischen Geflüchteten in Nordafrika, über den Bürgerkrieg in Syrien und die Lebenssituation von Geflüchteten in Deutschland.
Viele andere relevante Themen decken wir in unserer Online-Zeitschrift (www.respeech.de) ab. Es geht uns um die Stärkung der Stimmen von Geflüchteten in der Flüchtlingsdebatte und darum, mit unseren Positionen andere Sichtweisen anzubieten. Alle Beiträge sind zweisprachig, um den kritischen Dialog zwischen deutsch- und arabischsprachigen Menschen zu ermöglichen. Wir erachten eine solche mediale Intervention als politisch sinnvoll und notwendig, weil wir Fehlstellen und Fehlentwicklungen in den Debatten um Flucht und Geflüchtete ausgemacht haben.“
Im Mittelpunkt des “Release Event” heute Abend stand ein Beitrag von Bahar Aslan. Sie erinnerte daran, in welcher rassistischen mörderischen Kontinuität die Morde des NSU stehen. Sie schilderte, wie sich die Angehörigen der durch den NSU Ermordeten dagegen wehrten, als TäterInnen verdächtigt zu werden und wie immer wieder von MigrantInnen ganz deutlich die Verdacht formuliert wurde, dass die Morde rassistisch motiviert sind. Doch die Stimme der MigrantInnen wurde nicht gehört. Der Nazi-Terror wurde geleugnet, bis es gar nicht mehr anders ging. Zur Kontinuität gehöre auch, dass nicht, wie von den RepräsentantInnen des Staates versprochen, aufgeklärt wurde. In den vergangen fünf Jahren wurde geschreddert und vertuscht. Aufklärung sieht anders aus.

 
 
 
 


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