Samstag 21.05.16, 07:58 Uhr

Fotos der TeilnehmerInnen des Nazi-Aufmarsches am 1. Mai

Das Antifa Recherche Patchwork schreibt: »Am 1. Mai 2016 folgten 176 Nazis und Rassisten_innen dem Aufruf des NPD-Landesvorsitzenden Claus Cremer und marschierten durch die Bochumer Innenstadt. Etwa die Hälfte davon dürfte aus Bochum und der direkten Umgebung stammen. NPD-Anhänger, welche alle organisatorischen Aufgaben und Reden übernahmen, waren NRW-weit sowie vereinzelt aus Niedersachen und Berlin angereist. Auch einige Rassist_innen der „Identitären Aktion“ um Melanie Dittmer nahmen zeitweise an dem Aufmarsch teil. Nur drei Neonazis von „Die Rechte“ Dortmund lockte es zur NPD. Dafür leider um so mehr Personen, die wir einem Spektrum zuordnen, welches die Antwort auf die soziale Frage rechts außen sucht. Hier besteht definitiv Handlungsbedarf – soziale Kämpfe müssen wieder wieder sichtbar antiautoritär und antifaschistisch ausgetragen werden.
Die größte homogene Gruppe stellte die „Division Braune Wölfe“ (DBW) mit 16 Personen dar. Dabei handelt es sich um Bilderbuch-Glatzen und rechten Hooligans, die seit einigen Monaten durchs Ruhrgebiet und Rheinland touren und durch besonders aggressives Auftreten samt Übergriffen auffallen.
Aufgrund polizeilicher Maßnahmen wie Absperrungen und Masseningewahrsamnahmen konnten sich nicht Alle ein Bild von dem traurigen Aufgebot an Nazis und Rassist_innen machen, dass am 1. Mai durch Bochums Straßen marschierte. Deshalb haben sich Bochumer Antifaschist_innen die Mühe gemacht, öffentlich verfügbare Fotoalben durchzuforsten und eine Übersicht aller 176 Teilnehmer*innen des Naziaufmarschs zu erstellen.
Diese findet sich unter: http://recherche-bochum.tk/1mai.html
Sachdienliche Hinweise zu Bochumer Neonazis werden unter recherche-bochum(ätt)riseup.net entgegengenommen. „Wir greifen mit diesem Aufruf bewusst zum Mittel der Öffentlichkeitsfahndung.
Wer in Bochum einen Naziaufmarsch besucht, rückt sich damit selbst ins Licht der Öffentlichkeit und muss logischerweise damit rechnen, in den Fokus antifaschistischer Recherche zu geraten.“ kommentiert das Antifa Recherche Patchwork, ein Zusammenschluss aus Einzelpersonen, die es der Öffentlichkeit leichter machen möchten, Nazis in ihrer Umgebung zu identifizieren.«

8 LeserInnenbriefe zu "Fotos der TeilnehmerInnen des Nazi-Aufmarsches am 1. Mai" vorhanden:

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21. Mai. 2016, 09:08 Uhr

LeserInnenbrief von Robert:

Nette Zusammenstellung der Arbeit anderer Leute.

Leider wie immer. Seit das Antifa Recherche Patchwork existiert bedient es sich der Arbeit anderer Personen, oft ohne die Quellen anzugeben. Seriösität sieht anders aus.
Man nennt so etwas Poosen.

Auch bei dieser Zusammenstellung. Einige beschreibende Worte ersetzen eine Analyse. Recherche und weitergehende Einordnung zu den abgebildeten Personen bleiben aus, würde auch eigene Zeit und Mühe bedeuten.
Das nach einem halben Jahr auf der Patchwork wieder Seite etwas steht liegt ebenfalls an dem Umstand, dass dort die Arbeit anderer staubsaugerartig zusammenfasst und gepostet werden. Kontinuität und Nachhaltigkeit existieren nicht. Naja, und dann stehen die zusammengegoogelten Nachrichten von Antifas gleichberechtigt neben WAZ-Nachrichten und Berichten der Polizei.

second hand ist second hand ist second hand ist …


 

21. Mai. 2016, 15:11 Uhr

LeserInnenbrief von Frank:

Ich kann deine Kritik nicht ganz nachvollziehen, es wird ja explizit gesagt, dass sich die Kiste nur aus öffentlich zugänglichen Informationen speist. Für Leute die nicht so den Überblick haben, eine Möglichkeit sich diesen zu verschaffen. Quellenangaben/Links hab ich auch immer gefunden. Und die Bullenpresse? Oh well, die muss halt als solche eingeordnet werden und nicht als Antifa-Bericht.

Danke für die Übersicht zu den armseligen NPD-Gestalten am 1. Mai!


 

22. Mai. 2016, 09:34 Uhr

LeserInnenbrief von Robert:

Man zeichnet Quellen in Veröffentlichungen aus. Derjenige der Quellen nicht angibt, und somit versteckt, verfährt in der Annahme, das Leser weder Zeit noch Möglichkeit haben die eigentlichen Rechercheure, Fotografen, Analysten und Autoren zu entdecken. Er kalkuliert auf die Unkenntnis und Gutgläubigkeit der Leser. Er will, oder nimmt es gerne in Kauf, das die Arbeit und Mühe anderer Personen einem selbst zugeschrieben und als solche boniert wird. Oft will er sich auf Kosten anderer Vorteile verschaffen.

Wer die Quellen in seinen Veröffentlichungen nicht angibt und die Arbeiten anderer nutzt ist ein Plagiateur, wie Karl-Theodor zu Guttenberg – der ehemalige Verteidigungsminister.

Plagiate erstellen tut das Antifa-Patchwork seit dem es existiert. (Und die seit einem Jahr neu gegründeten Antifa-Gruppen die sich jetzt als Koalition “Antifa Bochum” nennen ebenfalls. In Ermangelung eigener Arbeiten und eigener Geschichte eignet man sich die anderer Leute an, deklariert sie um und installiert sich als “die Antifa”) Da dies allzuleicht zu belegen und zu kritisieren ist glaubt man mit einigen rhetorischen Kniffen und verbalen Spitzfindigkeiten sich des Umstandes entledigen zu können das weit über 80% aller Recherchen auf die sich die selbsternannte “Antifa Bochum” bezieht nicht von ihnen, sondern von anderen Gruppen stammen. Diese Art der Public Relation und Selbstdarstellung im Internet soll nicht nur dazu dienen sich als profunder Kenner der Naziszene zu installieren, sondern auch dazu dienen andere Akteure im Bereich des Antifaschismus unsichtbar zu machen.

p.s.:
Jeder Politik- und Sozialwissenschaftler haut einem diesen Blog links und rechts um die Ohren. So nummerisch und aussagelos ist dieser. Der Blog ist zudem dilettantisch und unambitioniert geführt, höchst manipulativ über die Gleichsetzung der Quellen von Polizei, schlechten Lokaljournalismus bis hin zu qualitativ sehr unterschiedlichen Antifa-Recherchen und politisch gefährlich in seiner Auslegbarkeit.

p.p.s.:
Es gibt einen schönen Spruch der Zapatisten aus Chiapas der lautet “para todos todo, para nosotros nada” – “Alles für Alle, Nichts für uns”.
So weit muss man in seinen Ansprüchen nicht gehen. Auch in der antifaschistischen Szene nicht.
Das aber was hier symptomatisch vorliegt und sich schon seit Jahren in den antifaschistischen Gruppen verdichtet ist eine Politik, die die Arbeit anderer zu eigen macht. Das ist nichts weiter als kapitalistische Verwertungspolitik und Selbstdarstellung. Und es gilt: Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll zum Faschismus schweigen.


 

22. Mai. 2016, 11:13 Uhr

LeserInnenbrief von Anonymer:

Also bitte, Robert: hiermit boniere ich öffentlich (und anonym) deine jahrelange hervorragende Arbeit! Ich meine das ernst: ich kenne außer dir niemanden, der so viel, so gründlich, so lange und so erfolgreich Antifa-Arbeit gemacht hat!!!

Allerdings könntest du einfach selbst etwas gegen deine “Unsichtbarkeit” tun. Fienge damit an, deinen echten Namen zu verwenden….

Auch hättest du hier im Kommentar selbst Links zu deiner Seite machen können….

Hätte Guttenberg bei mir abgeschrieben, würde ich sofort zu meiner Seite verlinken, dann wäre doch sofort klar, dass ich der Urheber bin und nicht etwa Guttenberg. Denkbar einfach, oder nicht?

Wahrscheinlich wirst du weiterhin deine Arbeit machen – ob mit oder ohne Lob anderer, ob mit oder ohne Plagiatoren. Denn an sich geht es doch auch dir im Wesentlichen um: Antifaschismus.


 

22. Mai. 2016, 13:00 Uhr

LeserInnenbrief von Robert:

Lieber Anonym,

Danke für die Blumen.

Leider handelt es sich beim Antifaschismus nicht um die Auseinandersetzung mit Menschen, die eine Gesellschaft anvisieren die sozial und gerecht ist, sondern um Anhänger des Nationalsozialismus und seiner tödlichen Praxis. Anonymität ist hier notwendiger Selbstschutz. Diese zu wahren und gewahrt zu bekommen ist erstes Gebot in diesem politischen Feld.

Darum geht es in dieser Auseinandersetzung auch nicht. Es geht um die Entwicklung politischer Theorie und Praxis, die eine erfolgreiche Politik gegen Nazis und Rechtspopulisten ermöglicht.
Was seit Jahren zu beobachten ist, dass die Kernbereiche antifaschistischer Arbeit ebenso vernachlässigt werden, wie der solidarische Umgang mit anderen Akteuren. Statt dessen ist bei den sich als Antifa bezeichnenden Gruppen Pooser- und Mackergehabe, Hooliganismus, patriarchale Führungsansprüche und Alleinvertreteranspruch, Sexismus, Funktionalisieren und Verheizen von unbedarften Teenagern, Gewaltanwendung inklusive Outing gegen andere Antifas, Aussagebereitschaft bei Bullen, usw. gang und gebe.
Das was sich im institutionellen und universitären antifaschistischen Gehege abspielt ist noch um einiges widerlicher.
Wer eine andere Gesellschaft und einen erfolgreichen Antifaschismus haben will muss an den Wurzeln sozialen Verhaltens zurück um überhaupt eine vertrauensvolle und solidarische Praxis entwickeln zu können. Und das geht nicht in dem man sein Ego aufpimpt mit und über andere.
Antifaschismus ist viel zu wichtig als zu einer Casting-Show und Karriereleiter zu verkommen.

So wie es zur Zeit läuft ist es eine Katastrophe.

so long

R.


 

22. Mai. 2016, 18:06 Uhr

LeserInnenbrief von Norbert Hermann:

“So wie es zur Zeit läuft ist es eine Katastrophe.”
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Klar, der Kapitalismus ist immer eine Katastrophe. Ausnahmsweise rücken die Einschläge jetzt mal näher an uns heran. Todbringend ist er mit seinen militärischen und ökonomischen Kriegen, im Bereich mancher prekärer Arbeitsverhältnisse, im medizinisch-industriellen Komplex, mit Umweltgiften jeglicher Art, in der Psychiatrie, im Knast, in der Wohnungsfrage, bei Hartz IV und jetzt wieder massiv gegen Geflüchtete – nicht nur im Mittelmeer, auch hier bei uns (usw.).
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Ein kluger Mensch berichtete mir kürzlich, wie er beobachtet hat, wie vor seinem Bürofenster ein Drogenabhängiger von Polizei massiv erniedrigt und körperlich schwer verletzt wurde. Sein Schluss: “Ich finde der Naziaufmarsch ist im Verhältnis zum massenhaften alltäglichen Faschismus auch wirklich kein großes Problem.”
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Das teile ich so nicht. Es soll nur die Bandbreite der Repressionen und des nötigen und teils auch vielfältig stattfinden Widerstandes zeigen.
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Der ist immer unzureichend und immer Sysyphusarbeit. Was sich derzeit im Ruhrgebiet an Antifa-Arbeit zeigt lässt mich erstaunen. Ich finde das gut. Besser noch wäre es, wen in den aufgezeigten Alltagsbereichen auch eine kontinuierliche Arbeit stattfinden würde. Da gilt es noch viel zu organisieren und Leute einzubinden. Leute auf deine Weise anzupampen ist selbstzerstörerisch.


 

25. Mai. 2016, 23:48 Uhr

LeserInnenbrief von Anonymer:

Zu folgenden Ausführungen von Robert:

“Derjenige der Quellen nicht angibt, und somit versteckt… will…. dass die Arbeit und Mühe anderer Personen einem selbst zugeschrieben und als solche boniert wird. Oft will er sich auf Kosten anderer Vorteile verschaffen.” Und:

“Anonymität ist hier notwendiger Selbstschutz. Diese zu wahren und gewahrt zu bekommen ist erstes Gebot in diesem politischen Feld.”

Ist doch klar, dass ein jeder seine Anonymität wahren will. Selbstschutz ist natürlich oberstes Gebot. Und Quellen”schutz” bei Nazi-Fotos schadet niemandem und bringt niemandem persönlich Vorteile. Quellen”verschweigen” ist sträflich bei Guttenberg, nicht aber bei Nazi-Fotos.

Es sei denn, mensch möchte unbedingt anonym Blumen bekommen.

Bitte, bitte sei doch nicht beleidigt, wenn andere anonyme Antifas deine anonyme Antifaarbeit ohne Quellenangabe anonym mit der Arbeit anderer Antifas kombinieren, zusammenfassen und veröffentlichen!!! KEINER bekommt hier wirklich Blumen, weder du noch sonst wer.


 

26. Mai. 2016, 17:03 Uhr

LeserInnenbrief von Robert:

Was für ein absurder Beitrag von dem/der vorhergehenden SchreiberIn.

Die Materialien, wie sie z.B. durch die benannte Internet-Site zusammengetragen wird, stammen von Antifa-Gruppen, Journalisten und RechercheurInnen, die sich Pseydonyme aus Selbstschutz zugelegt haben. Unter diesen Namen arbeiten, publizieren und treten sie öffentlich auf. Diese Pseudonyme und die Blogs, Sites und Internetportalen als Originalquellen sind bei Fremdnutzung der Informationen zu nennen. Nicht Klarnamen von Individuen.
Wer das hier geschrieben hat, hat bzw. will vermutlich den Sachverhalt nicht verstehen und die Kritik bewusst verdrehen.
Die berechtigte Kritik an dem Antifa-Patchwork soll des weiteren als subjektive, emotionale Gekränktheit dargestellt werden. Inhaltlich-strukturelle Kritik wird mit psychologisierenden Anwürfen gekontert.
Statt einer politischen Auseinandersetzung wird mit Verdrehungen und persönlichen Infamien gekontert. Das Diskursniveau dieses Beitrags passt zu dem Niveau des kritisierten Blogs.


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