Montag 28.09.15, 10:55 Uhr
Was ändert sich für Beschäftigte?

Digitaler Wandel am Arbeitsplatz

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schreibt in einer Pessemitteilung: »Die „Industrie 4.0“ ist in aller Munde. Aber was heißt das eigentlich für die Beschäftigten in Bochum? Welche Auswirkungen wird die Digitalisierung ganz konkret am Arbeitsplatz haben? Das will die NGG wissen und hat zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium das Projekt „Arbeit 2020“ gestartet. „Beim Thema digitaler Wandel geht es meistens um Technik. Aber wir müssen uns auch fragen, was hier auf die Beschäftigten zukommt. Das fängt beim Umgang mit neuer Software an und geht bis zu immer flexibleren Arbeitszeiten“, sagt Yvonne Sachtje von der NGG Ruhrgebiet. In vielen Branchen werde sich der Arbeitsalltag massiv ändern.
Zum Beispiel in der Ernährungsindustrie. Rund 850 Beschäftigte arbeiten hier in Bochum. Digitale Technologien beeinflussen die Arbeitswelt schon jetzt – ob im Labor, in der Anlagensteuerung oder in der Logistik. Für NGG-Geschäftsführerin Yvonne Sachtje ist klar: „Die Digitalisierung darf nicht auf Kosten der Arbeitsplätze gehen. Wir brauchen daher eine Qualifikations-Offensive. Auch bei der Ausbildung müssen die neuen Technologien eine stärkere Rolle spielen.“ Hier seien besonders die Betriebsräte gefragt. Sie setzen sich im Projekt „Arbeit 2020“ dafür ein, dass die Interessen der Beschäftigten nicht unter die Räder kommen. „Zur Arbeit der Zukunft gehört ganz klar die Mitbestimmung im Betrieb“, so Sachtje.
Eine Kernfrage sei die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Die E-Mail nach Feierabend oder sogar die Steuerung einer Maschine von zuhause: „Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verwischt immer mehr. Das darf aber nicht einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen. Lohn- und Zeitausgleich müssen auch künftig im Tarifvertrag geregelt sein“, betont Yvonne Sachtje. Gute Arbeitsbedingungen garantierten zudem eine höhere Produktivität – gerade in der Industrie. Unternehmen sollten in der digitalen Wirtschaft nicht auf Werkverträge oder Leiharbeit setzen – sondern auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, so die Gewerkschafterin.
„Für die Beschäftigten in Bochum ist die Industrie 4.0 eine große Chance. Es kommt immer stärker darauf an, sich einzubringen und den Arbeitsplatz mitzugestalten“, sagt Yvonne Sachtje. Dafür gebe es die digitalen Technologien. Und – nicht erst seit gestern – die Gewerkschaften.«

 
 
 
 


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de