Montag 28.09.15, 18:09 Uhr

77. Jahrestag der Reichspogromnacht

Am Montag, den 9. November findet 17.00 Uhr an der Ecke Harmoniestraße / Dr. Ruer-Platz die Gedenkveranstaltung an die Reichspogromnacht statt. Im Mittelpunkt des Gedenkens steht in diesem Jahr die Erinnerung an den 80. Jahrestag der Verabschiedung der „Nürnberger Gesetze“ und an den 70. Jahrestag der Neugründung der Jüdischen Gemeinde in Bochum. Im Einladungsflyer heißt es: »Mit der Verabschiedung der „Nürnberger Gesetze“ im September 1935 institutionalisierten die Nationalsozialisten ihre antisemitische Ideologie und stempelten jüdische Mitbürger zu Menschen minderen Rechts. Mehr als 6 Millionen Juden wurden zwischen 1933 und 1945 ermordet.
Nur wenige Menschen jüdischen Glaubens überlebten. Sie standen nach der Befreiung aus den Gefängnissen und Konzentrationslagern, nach der ständigen Todesangst, nach Folter und Zwangsarbeit vor den existenziellen Fragen ihres zukünftigen Lebens. Neben der Suche nach dem Verbleib von Familienmitgliedern war es vor allem die Entscheidung, wo sie selber in Zukunft leben wollten. Sollte es das Land der Täter sein, die für ihre Enteignung, Inhaftierung, Deportation und Ermordung verantwortlich waren?
Unter den jüdischen Überlebenden war es sehr umstritten, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Nur wenige entschieden sich dafür, wieder in Bochum zu leben und gründeten im Dezember 1945 die neue jüdische Gemeinde. „Diese neue Gemeinde hatte mit der alten jüdischen Gemeinde, deren Mitglieder sich ja meist selbstbewusst als Deutsche jüdischen Glaubens gesehen hatten, wenig zu tun. Im Zentrum standen die jüdischen Partner aus sog. Mischehen bzw. deren Kinder“ (vgl. Dr. Hubert Schneider, 2014, Leben nach dem Überleben – Juden in Bochum nach 1945, Seite 12)«
Auszubildende von Opel schlagen einen Bogen von der Verabschiedung der Nürnberger Gesetze bis zur Neugründung der Jüdischen Gemeinde.
Die Gedenkveranstaltung wird von der Cellistin Christiane Conradt musikalisch begleitet.
Im Einladungsflyer gibt es Hinweise auf eine Reihe von Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Gedenken am 9. November.

 
 
 
 


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