Mittwoch 07.01.15, 17:32 Uhr
Konferenz zum 50. Todestag von Viktor Agartz (1897-1964)

Von der Mitbestimmung zur Wirtschaftsdemokratie?

Am Samstag, den 17. 1. findet von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets eine Konferenz zum 50. Todestag von Viktor Agartz (1897-1964) statt. Der Titel der Tagung: “Von der Mitbestimmung zur Wirtschaftsdemokratie? Arbeiterbewegung, Gewerkschaft und Emanzipation”. In der Einladung heißt es:» Am 9. Dezember 1964, vor nun einem halben Jahrhundert, starb der Wirtschaftspolitiker und Gewerkschafter Viktor Agartz (1897-1964). Agartz gehörte zu den wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit und prägte, als führender Sozialdemokrat und Leiter des gewerkschaftseigenen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts (WWI), auch die damaligen Vorstellungen einer wirtschaftsdemokratischen und sozialistischen Neuordnung wesentlich mit. Wurde er nach seiner Entlassung aus dem WWI der wohl bekannteste heimatlose Linke der fünfziger Jahre, machte ihn der im Jahre 1957 gegen ihn angestrengte Landesverratsprozess zur Persona non grata der deutschen Innenpolitik.
Nichts desto trotz blieb die Erinnerung an seine Positionen einer offensiv-kämpferischen Gewerkschaftspolitik virulent. Auch heute noch (und wieder) wird um Mitbestimmung und die Idee einer Wirtschaftsdemokratie gestritten, um die Möglichkeiten einer aktiveren Lohnpolitik und die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Umverteilungspolitik. Auch heute noch (und wieder) stehen Forderungen nach einer autonomen Gewerkschaftspolitik und einer neuen sozialen Gewerkschaftsbewegung im Zentrum mindestens der Debatten, die auf der gewerkschaftlichen und politischen Linken geführt werden.
Die Konferenz will deswegen die Wiederkehr des fünfzigsten Todestages zum Anlass nehmen, nicht nur an Viktor Agartz‘ Leben und Werk zu erinnern. Mehr noch geht es darum, seine alten Thesen auf den historischen Prüfstand zu stellen und danach zu fragen, wie sich die Agartz damals bewegenden Fragen heute darstellen, vor welchen strukturellen und konjunkturellen Problemen die heutigen Emanzipationsbewegungen, allen voran die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung stehen. Im ersten Teil der Konferenz erinnern wir deswegen mit Film und Vortrag an Leben und Werk von Agartz. Im zweiten Teil diskutieren wir Fragen von Mitbestimmung und Wirtschaftsdemokratie in Geschichte und Gegenwart. Und im dritten Teil fragen wir nach den heutigen Perspektiven einer emanzipatorischen Gewerkschaftspolitik.
Es referieren und diskutieren:
Klaus Barthel (MdB-SPD), Reinhard Bispinck (WSI), Ursula Bitzegeio (Historikerin), Dietmar Dath (Schriftsteller und Journalist), Frank Deppe (Politologe), Christoph Jünke (Historiker), Jutta Krellmann (MdB DIE.LINKE), Walther Müller-Jentsch (Soziologe), Guntram Schneider (NRW-Arbeitsminister), Thorsten Schulten (WSI) und Mag Wompel (LabourNet Germany).
Themen der Konferenz:
Leben und Werk von Viktor Agartz (1897-1964)
Mitbestimmung und Wirtschaftsdemokratie in Geschichte und Gegenwart
Politische Ökonomie der Gewerkschaftsbewegung
Gewerkschaftspolitik zwischen Defensive und Revitalisierung
Veranstaltet von der Rosa Luxemburg Stiftung NRW in Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung (WSI), dem Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum und dem DGB NRW.
Das detaillierte Programm
Veranstaltungsort: Institut für soziale Bewegungen, im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets , Clemensstr. 17-19, 44789 Bochum
Kontakt: Christoph Jünke, Email: christoph.juenke@ruhr-uni-bochum.de
und Rosa-Luxemburg-Stiftung Regionalbüro NRW, Hedwigstraße 30-32, 47058 Duisburg, Telefon: 0203 / 31 77 392, Email: post@rls-nrw.de«

 
 
 
 


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